Hersteller_Mapex
Test
4
02.12.2013

Praxis

Ich bin jetzt schon erstaunt, wie viele Worte man über ein paar Stative verlieren lassen. Und es geht noch weiter. Grundsätzlich und fern ab von allen technischen Finessen fällt mir die hohe Solidität aller Teile auf. Diese schlägt sich auch deutlich im Gewicht der Geräte nieder. In diesem Punkt kann es zwar nichts und niemand mit Sonor Hardware aus den 80er Jahren aufnehmen, aber die Falcon Ständer erinnern mich schon ein wenig daran. Die Boom Stands bringen es auf stattliche fünf Kilogramm pro Stück, die Hi-Hat schafft sogar fünfeinhalb Kilo. Der Snareständer wiegt vier Kilogramm und die Fußmaschine ist mit 2,8 Kilo das Leichtgewicht im Bunde. Für das ganze Set ergibt das 22,3 Kilogramm. Da wünscht man sich hilfsbereite Bandkollegen zum Schleppen. Der positive Effekt des hohen Gewichts ist eine hohe Standfestigkeit der Ständer.

Boomstand

Wenn man bei den Boomstands zusätzlich die doppelstrebigen Beine weit ausfährt, lassen sich diese selbst durch ein intensiv gecrashtes 22 Zoll Ride nicht aus der Ruhe bringen. Alle Gelenke und Schrauben der Boomstands laufen butterweich und sind absolut spielfrei. Da sich auch mit konventionellen Ständern eigentlich alle Beckenpositionen einstellen lassen, fällt der einhändig verstellbare 360° "Super Glide Tilter" klar in den Bereich Luxusausstattung. 

Trotzdem ist es natürlich schön, so ein Feature zu haben. Zur Beckenmontage lässt sich der Schnellspanner einfach per Knopfdruck lösen. Ist das Becken montiert, kann ich den Druckknopf zur Sicherheit zusätzlich arretieren. Eine sehr gute Idee ist, dass die Beckenfilze sowohl mit dem Schnellspanner als auch mit den Kunststoffteilen unterhalb des Beckens verklebt sind. So können diese nicht verloren gehen. Der Galgen der Boom Stands lässt sich im Ständer versenken, falls ich einen geraden Beckenständer benötige. Was sich dabei und generell in der Ständerwelt anscheinend nicht ganz vermeiden lässt, ist das Klappern der Teleskopstangen ineinander. Ich denke, jeder der einmal leise Beckenswells aufgenommen hat, wird sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Es wird Zeit für eine Erfindung, die dieses Problemchen beseitigt.

Der Snareständer

Der Snareständer verdient ebenfalls das Prädikat standfest und stabil. Ein Kugelgelenk zur Justierung des Oberteils ist auch immer eine feine Sache. Dieses hier ist dazu sehr gut verarbeitet. Das Kugelgelenk ist, ebenso wie die "Super Glide Tilter" der Beckenständer, mit einem griffigen Hebel zu bedienen. Das ist von wirklichem Vorteil, da er sich, auch wenn die Snare im aufgebauten Set meist die Sicht versperrt, leicht finden lässt. Das Gelenk beschert dem Snareständer allerdings ein leichtes Plus an Höhe, das sich auch durch das Absenken der Mittelstange nur bedingt ausgleichen lässt. Daher wird es sicher Trommler geben, denen sich dieser Snareständer nicht tief genug einstellen lässt. Auf zum nächsten Testobjekt:

Hi-Hat- Maschine

Diese entspricht in punkto Solidität dem bisher gesagten. Als Zweibein ist sie allerdings naturgemäß etwas weniger standfest. Abhängig vom Untergrund und Wippstärke des linken Fußes schwingt sie gelegentlich ganz munter mit. Das finde ich nicht weiter schlimm, jedoch passiert so etwas bei einer Dreibeinkonstruktion nicht. Dafür lässt sich die Falcon Maschine leichter im Set positionieren. Sie ist sowohl an den Füßen als auch an der gummierten und somit rutschfesten Bodenplatte mit Spikes ausgestattet. Der Einstellweg des im Winkel veränderbaren Fußpedals beträgt circa drei Zentimeter, für meinen Geschmack muss da allerdings nichts verändert werden. Das Spielgefühl der Maschine ist hervorragend. Die Bewegungsübertragung zwischen Fuß und Becken passiert direkt und findet ohne Umlenker oder Kraftverstärker statt. Die Federspannung ist fein justierbar und damit gut auf unterschiedlich schwere Becken und persönliche Spielvorlieben abstimmbar. Die Maschine arbeitet geräuschfrei, schnell und präzise und vermittelt mir ein Gefühl von sehr guter Kontrolle. Auch ist der Schnellspanner eine richtig tolle Sache. Mir persönlich gefällt die Montage der Becken auf diesem Wege viel besser als die geschraubte Variante. Um das Pedal der Maschine in Transportposition zu bringen, muss ich nach dem Gig lediglich eine Schraube lösen. Das ist verschmerzbarer Arbeitsaufwand und zeittechnisch, durch die Schnellspannermontage der Becken, locker ausgeglichen.

Fußmaschine

Bei der Fußmaschine stimme ich mit den Ergebnissen aus dem Bonedo-Test von 2010 überein. Sie arbeitet kraftvoll, schnell und geräuschlos und ist hervorragend ausbalanciert. Ich denke, ich werde das Maschinchen nicht wieder von meiner Bassdrum abschrauben.

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare