Gear_DJ-Controller
Test
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26.04.2019

Praxis

Verarbeitung und Material

Trotz seines eher smarten Looks und der Leichtfüßigkeit ist die äußere Verarbeitung prima und der Koffer macht einen wertigen Eindruck. Die laminierten MDF-Platten werden von mattschwarzen, via Poppnieten befestigten eloxierten Aluminiumträgern eingefasst. Diese wiederum sind, wo sonst die Kugelecken sitzen, durch eher unauffälligen Kantenschutz zusätzlich gesichert. Grate oder scharfe Kanten suche ich bei meinem Testmuster vergebens.

Der Proband kann auf seine zweimal vier konisch zulaufenden, eigentlich recht kleinen Hartgummi-Standfüße flach zum Aus- und Einpacken auf den Tisch oder klassisch mit Griff nach oben abgestellt werden. In diesem Fall reagiert er jedoch etwas wackelig auf Rempler.

Öffnet man den Deckel über die optional mit einem Schloss sicherbaren Butterfly-Drehverschlüsse, lässt sich das Oberteil, das über drei einhakbare Halbschalenbügel-Vorrichtungen gehalten wird, abnehmen (nicht beim XXL plus) und der Blick auf das Innenleben wird frei. Es gibt insgesamt drei Polsterungen.

Für den unteren Teil finden sich dort je einmal 35 mm und 25 mm dicker Pick-Schaumstoff zur Anpassung an das Arbeitswerkzeug der Wahl. Und da es gleich zwei Lagen gibt, können auch zusätzliche Fächer für Kabel, Notebook und Co unterhalb des DJ-Controllers herausgetrennt werden. Das Block-Polster ist allerdings sorgsam beim Anpassen zu behandeln, damit es passgenau sitzt und Blöcke nicht unbeabsichtigt ausgespart werden. Darin jedenfalls schmiegt sich der Controller an, wie eine Katze.

Oben im Deckel ist 30 mm starker Pyramidenschaumstoff auszumachen, der Sorge trägt, dass weder Jogwheel noch Fader oder Pots Schaden erfahren, verbiegen oder verkratzen. Sind alle Füllmaterialien entfernt, zeigt sich eine 5 mm starke Innenverkleidung aus Moosgummi. Beugt Verrutschen besser vor als eine glatte, polierte Holzoberfläche, prima. Allerdings gibt es an den Butterfly-Verschlüssen kleine Ausbeulungen und hier und da hat sich bereits etwas Klebefilm gelöst. 

Controllergrößen

Das Innenmaß beträgt 65 x 40 x 11cm. Hier fühlen sich DJ-Controller vom Schlage eines Native Instruments Traktor Kontrol S4 MK3 (siehe Bild) gleichermaßen zuhause wie ein Pioneer XDJ-RR, Roland DJ-505 oder auch kleinere Geräte wie ein Vestax VCM 100, Pioneer DDJ-SR2/RR, Numark NS6II etc. Möchte man das Polster dünner als vorgesehen bzw. gar nicht zerpflücken (oder mit der Schere schneiden), hätte wohl auch ein S8 Platz.

Probehalber habe ich den DDJ-SX2 ausprobiert, der passt nicht hinein und für Boliden wie den MCX8000 muss man ebenfalls größere Transportkoffer/schalen einplanen. Magma hat diesbezüglich noch weitere Konfektionsgrößen und Modelle im Programm und auch die Thomann/Thon-Cases sind immer eine Empfehlung.

Beim Verschließen des Magma Carry Lite DJ-Case musste ich den Deckel auch schon mal ein wenig zurechtrücken, wenn die Profilleisten nicht 100 Prozent auf das Boden-Pendant trafen, aber wild ist das nicht wirklich.

Tragekomfort

Natürlich bleibt es in der Praxis nicht bei den gemütlichen 5 kg, denn es muss ja noch der Controller rein. Mit dem NI Traktor Kontrol S4 MK3 liegt man bei knapp unter 9 kg. Die lassen sich gut handeln und der Koffer legt eine angenehme Balance beim Tragen an den Tag. Der Griff ist „griffig“ und breit genug für meine Hände, allerdings wohl eher nichts für Riesenpranken.

Wer möchte, kann das Case mittels Schultergurt (nicht im Lieferumfang), der sich an dreifach genieteten Ösen (dreieckig) einhaken lässt, auch überwerfen, allerdings sollte der Riemen schon ausreichend lang gewählt werden und klar: Die 3,5 kg mehr im Vergleich zu einem Dura-Hardcase (wie dem Magma CTRL Case S4 MK3) machen sich auf der Schulter schon bemerkbar.

Nichtsdestotrotz ist das Carry Lite die perfekte Alternative für Kofferträger, denen gängige Kugelecken-Boliden zu wuchtig sind. Roadie mäßigen Cases-Weitwurf à la FOH-Olympiade würde ich damit aber nicht in Angriff nehmen.

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