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28.02.2020

Mackie EM-89D Test

Dynamisches Handheld-Mikrofon

Ein neuer Klassiker?

Mackie stellen mit dem EM-89D ihr erstes dynamisches Handheld-Mikrofon vor. Zur neuen Element-Serie des US-Herstellers gehören damit nicht nur das Studiomikrofon EM-91C und das mit einem integrierten Audio-Interface versehene EM-USB, sondern mit dem Mackie EM-89D auch ein Gerät, das sich auf dem Markt etablierter Handmikrofone behaupten soll.

Auf der NAMM 2020 präsentierte Mackie zum ersten Mal seine Element-Mikrofonreihe. Das EM-89D ist darin als Arbeitstier für die Bühne gedacht und soll sich vor allem für Gesang und Sprache eignen. Bietet der Neuling die erforderlichen Faktoren Zuverlässigkeit, Robustheit und durchsetzungsstarken Sound um neben den Klassikern bestehen zu können?

Details

Tools of the Trade

Zum EM-69D gehören ein Mikrofon-Clip, ein XLR-Kabel und eine Transport-/Lagerungs-Tasche. Letztere ist ungepolstert und wird sicher per Reißverschluss verschlossen. Die Tasche fasst neben dem Mikrofon auch die Mikrofonklemme. Dass das lange Kabel nicht mehr mit hineinpasst, ist zu verschmerzen. Mit seiner Länge von über fünf Metern ist das Kabel ebenso bühnentauglich wie aufgrund seiner Rückhaltesicherung, die ein Herausrutschen aus dem Mikrofon unmöglich macht. Für den aufgerufenen Preis ist der Lieferumfang top und stellt so manchen Mikrofon-Konkurrenten dieser Preisklasse in den Schatten.

Gestaltung und Aufbau

Günstig, aber robust soll es sein, das EM-89D. Und tatsächlich macht sein Metallkorpus einen widerstandsfähigen Eindruck. Die Fertigung des Mikrofons ist makellos. Aber so schick seine matt-schwarz lackierte Oberfläche auch ist, ist ihr satiniertes Finish doch anfällig für Fettrückstände von Fingern und Handflächen. Die Formgebung wirkt mit ihren Abrundungen modern, die typische Farbkombination aus Schwarz mit grünen Akzenten vermittelt vertraute Mackie-Qualität. Der Mikrofonkopf wird von einem Drahtgeflechtkorb mit umgebendem Stabilisierungsring geschützt. Dadurch, dass dieser Ring nicht rund ist, sondern Kanten aufweist, verhindert er das Wegrollen des Mikrofons beim Ablegen auf ebenen Flächen. Der Auftritt des EM-89D unterstreicht insgesamt seinen Anspruch, für Studio und Bühne geeignet zu sein. Was dem Mikrofon fehlt, ist eine akustische Entkopplung seiner Mikrofonkapsel. Lassen wir uns deshalb überraschen wie das EM-89D in puncto Übertragung von Griffgeräuschen performt.

Nah an den Klassikern

Das dynamische Tauchspulen-Mikrofon arbeitet mit der Richtcharakteristik Niere und greift damit insbesondere direkt einstrahlenden statt seitlichen Schall auf. Das EM-89D überträgt einen Frequenzbereich von 50 Hz bis 16 kHz und reicht damit ein wenig weiter in die Höhen hinein als mancher Klassiker dynamischer Handheld-Mikrofone. Sein Frequenzgang ähnelt grob dem vergleichbarer Konkurrenzmikrofone. Wenngleich ihm auf dem Papier eine leichte Absenkung um 500 Hz ebenso fehlt wie eine Dämpfung des Bereichs um 7,5 kHz und auch der typische 10 kHz-Hype. Ich bin deshalb gespannt darauf, wie dieses Frequenzbild in der Praxis klingt.

Die hohe Impedanz von 600 Ohm ermöglicht keine allzu großen Kabellängen, ohne dass der Mikrofonklang Höhen einbüßt. Die Eingangsimpedanz des nachfolgenden Preamps sollte etwa 2,4 bis 3 kOhm betragen. Das verwundert, bieten doch die Mikrofoneingänge vieler Klein- und Kompaktmixer lediglich um die 2 bis 2,5 kOhm! Aufgrund der hohen Impedanz wie auch seiner Empfindlichkeit von -52 dB (0 dB = 1 V/Pa @ 1kHz) ist das EM-89D theoretisch lauter als andere klassische Handhelds, aber eben gegebenenfalls auch klanglich störanfälliger.

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