Gitarre Hersteller_Lunastone
Test
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19.02.2017

Praxis

Das blaue Pedal bringt einen authentischen und dynamischen Overdrivesound. Wie bereits erwähnt braucht man hier im Gegensatz zu Tubescreamer-artigen Pedalen und klassischen Fuzzverzerrern keinen angezerrten Amp. Ganz im Gegenteil. Da eine Verzerrung auch gleichzeitig die Dynamik eines Signals einschränkt bzw. komprimiert, sollte man den Amp im Zusammenspiel mit dem Big Fella tunlichst nicht in die Sättigung fahren. Man nimmt also einen clean eingestellten Verstärker und überlässt dem Big Fella die komplette Zerrarbeit. In meinem ersten Soundbeispiel habe ich den Gainregler im OD1-Modus komplett zurückgenommen. Trotzdem präsentiert sich der Sound weder bröselig noch zu steif und die Verzerrung lässt sich schon sehr gut mit dem Anschlag steuern. Als Referenz hört man am Anfang ein kurzes Lick ohne Pedal.

Stellt man den Gainregler auf 12 Uhr, kommt man allmählich in AC/DC- und Aerosmith-Regionen, die nicht allzu viel Verzerrung benötigen. Auch Blueser könnten sich hier bereits pudelwohl fühlen.

Auch bei Maximalgain bleibt der Sound trotz der hohen Kompression und des fetten Bassfundaments immer transparent. Im Gegensatz zum Three Stage Rocket- und dem Wise Guy-Pedal ist der Big Fella im Bassbereich übrigens einen Tacken fetter abgestimmt, während die Mitten etwas stärker ausgehöhlt werden.

Wie bei allen Lunastone-Verzerren beeinflusst der Tone-Regler nur den Obermitten- und Hochtonbereich. Somit bleibt das Fundament immer erhalten. Seine Wirkungsweise habe ich für euch einmal in einem Soundbeispiel zusammengefasst. Im ersten Viertel steht er auf 9 Uhr, es folgen 12 Uhr, 15 Uhr und Vollgasstellung.

Kommen wir zum OD2-Kanal, der noch höhere Gainreserven zur Verfügung stellt als die OD1-Sektion. Trotzdem bleibt auch hier der Ton erstaunlich klar und die Saitentrennung geht nie verloren. Mit dem Gainregler auf 9 Uhr ist man schon in etwa auf dem Vollgasniveau des ersten Kanals. Die Zerrstruktur des OD2 ist im Vergleich zum OD1 dichter und feiner strukturiert.

Ab der 13-Uhr-Position des Gainreglers befindet man sich problemlos in Heavyrock-Regionen. Bei meinen Einspielungen habe ich den Tone-Regler übrigens immer zwischen 14 und 15 Uhr eingestellt, je nach Amp und dessen Stellung des Presence-Reglers.

Zum Schluss gibt es noch ein Soundbeispiel mit der maximalen Verzerrung des Big Fella. Auch hier kein Anflug von Mulm. Der Zerrgrad könnte durchaus Freunde aus dem Metallgewerbe in seinen Bann ziehen, denn im Gegensatz zu vielen High-Gain-Verzerrern bleibt hier der Eigenklang der Gitarre vollständig erhalten. Kein Anflug von Gleichmacherei.

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