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Test
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09.06.2017

Lewitt LCT 440 Pure Test

Großmembran-Kondensatormikrofon mit Nierencharakteristik

Nicht viel mehr als das Nötigste

Der Markt preiswerter, aber dennoch wirklich profitauglicher Großmembran-Kondensatormikrofone ist äußerst stark umkämpft. Das Lewitt LCT 440 Pure ist ein Mikrofon, welches sich mit einem äußerst vernünftigen Rezept um Käuferschaft bewirbt. Dieses Rezept nutzt das, was auch viele Speisen so toll macht: Wenige, aber hochwertige Zutaten und der Verzicht auf Firlefanz. Das Pendant zu Büffelmozzarella mit guten Flaschentomaten, selbstgezogenem Basilikum von der Fensterbank mit hochwertigem Öl, Balsamico, Salz und frisch gemahlenem Pfeffer ist bei Großmembranmikrofonen eine konzeptionell gute, handwerklich tadellose Membran, eine einfache Elektronik, ein ordentliches Gehäuse und der Verzicht auf umschaltbare Richtcharakteristik, Hochpassfilterung, Vordämpfung – und ganz besonders die Abwesenheit von „Verkaufsargumenten“, die in diese Preisklasse eher zum Blendwerk zählen können als zur vernünftigen Ausstattung. So ist es beispielsweise nur sinnvoll, dass das Mikrofon keine Röhre besitzt. 

Details

Konzept: sehr vernünftig

Lewitt hat mittlerweile viele Produkte in seinem Angebot, die teilweise mit interessanten Konzepten Aufmerksamkeit erregen. Da wären etwa das Stereo-Koinzidenzmikrofon mit USB-Anschluss, das DGT 650, oder das stufenlos von Röhren- zu FET-Schaltung überblendbare LCT 940 Authentica zu nennen. Das LCT 440 Pure ist hingegen schlicht. Hier leuchtet nichts, hier gibt es keine Taster, keine den Nutzer, Käufer oder Interessenten aufdringlich angrinsende Röhre (mit LED-Beleuchtung…). Das Konzept des 440 Pure ist also schon mal super.

Werte: Top

Die aus drei Mikrometern Mylar und einer feinen Goldschicht bestehende Membran besitzt 1-Zoll-Größe, und wird über einen Mittenkontakt extern polarisiert, die Richtcharakteristik ist fest Niere. Eine passive Gegenmembran als Laufzeitglied kommt bei vielen ähnlich konzipierten Mikrofonen zum Einsatz, Lewitt setzt stattdessen beim LCT 440 Pure auf ein Reibungsglied, wie der Blick auf die Rückseite verrät. Mit der nachfolgenden Schaltung wird dem Mikrofon ein Ersatzgeräuschpegel von 7 dB(A) ermöglicht, das ist der Wert, den auch das Neumann TLM 103 erreicht. Mit gut 27 mV/Pa Empfindlichkeit, einer Impedanz von 110 Ohm, einer achtprozentigen Toleranz gegenüber der Schwankung der Phantomspeisung und einer Stromaufnahme von unter 3 mA sollte es auch an einfachen Preamps preiswerter Audio-Interfaces gut performen. Ein Pad wird man selten vermissen, denn erst bei 140 dB(SPL) beträgt der Anteil von THD und Noise am Gesamtsignal 0,5%. Kurz: Das sind alles top Werte! 

Frequenzgang: typisch

Der Pegelfrequenzgang zeigt die heute schon typischen Boosts bei etwa 12 und 4 kHz von etwa 5 dB, um das Signal zwar höhenreich, aber durch die Aussparung des Bereichs zwischen 5 und 10 kHz nicht zu spitz klingen zu lassen und einen leicht abfallenden Tiefbass, um der Bassanhebung durch den Nahbesprechungseffekt etwas entgegenzuwirken. Laut Diagramm schneidet die Übertragungskurve die 20kHz-Marke mit demselben Pegel wie bei 1 kHz.

Beiwerk: ohne Koffer, aber mit Spinne und Poppschutz

Mit 310 Gramm ist das Lewitt LCT 440 Pure recht leicht, aber dennoch mit einem Zinkgehäuse ausgestattet. Ein Windschutz, eine kompakte Spinne, ein kleiner Poppschutz aus Metall mit Logo und magnetischer Befestigung gehören zum Lieferumfang. Ein Koffer ist nicht dabei, aber immerhin eine kleine Kunstledertasche.

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