Test
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13.06.2019

Lewitt LCT 140 AIR Test

Kleinmembran-Kondensatormikrofon

Air ist das neue Low End

Lewitt LCT 140 AIR heisst unser heutiges Testobjekt. Oder besser: unsere Testobjekte, denn der Vertrieb hat mir zwei der neuen Kleinmembran-Kondensatormikrofone geschickt. Zusammen mit den zeitgleich vorgestellten, allerdings deutlich kompakteren und rudimentärer ausgestatteten LCT 040 Match sollen sie der österreichischen Marke eine starke Präsenz im unteren Produktsegment bescheren. Mit einem aktuellen Stückpreis von knapp 150 Euro bewegen sich die in Österreich entwickelten Mikrofone im Revier von Platzhirschen wie dem Rode NT5 , dem Oktava MK012 oder auch Newcomern wie dem sE Electronics SE8. Die Konkurrenz in diesem Preisbereich ist also hart und es dürfte schon länger kein Geheimnis mehr sein, dass sich auch mit günstigem Material professionelle Aufnahmen machen lassen. Also müssen sich die Hersteller etwas einfallen lassen, um sich die Gunst der Audio-Schaffenden zu erspielen.

Im Falle unserer Testobjekte ist das zweifellos die AIR-Option, also die Möglichkeit, den Mikros durch einen schaltbaren Höhen-EQ zu einem lebendigeren und – so Lewitt – „record-ready“ Klang zu verhelfen. Dieses Ausstattungsmerkmal besaß das Vorgängermodell namens LCT 140 Authentica nicht, zudem wurde das gesamte Schaltungs-Design verändert. Solche integrierten Air-EQs scheinen gerade übrigens im Trend zu liegen, viele Hersteller setzen auf die Klangveredelung direkt an der Quelle. Dahinter verbirgt sich der Ansatz, möglichst wenige Korrekturen mit Plug-In EQs vornehmen zu müssen und somit einen natürlicheren, „analogeren“ Ton auf die Festplatte zu bekommen. Ob auch unsere beiden Test-Mikros davon profitieren, lest ihr auf den folgenden Zeilen. 

Details

Das Mikrofon ist extrem leicht

Wie eingangs bereits erwähnt, habe ich zwei einzelne Lewitt 140 AIR zum Test erhalten, ein Stereoset ist zum Zeitpunkt dieses Tests nicht erhältlich. In den kompakten Kartons findet sich alles, was der Käufer eines modernen Kleinmembran-Mikrofons erwartet. In puncto Zubehör ist das eine einfache Kunststoffhalterung mit Rändelschraube, ein Transporttäschchen, ein Windschutz sowie eine kurze Anleitung mit Mikrofonierungstipps für verschiedene Quellen von Drums bis zur akustischen Gitarre. Das Mikrofon selbst fällt zunächst durch sein extrem geringes Gewicht auf. Knappe 70 Gramm bringt es auf die Waage, was nicht nur auf seine Transformator-lose Bauweise, sondern vor allem auf sein Aluminiumgehäuse zurück zu führen ist. Ein Absinken oder gar Umfallen der Mikros muss also auch an eher schwächlichen Stativen nicht befürchtet werden. Mit 14 Zentimetern Länge bewegt sich das Mikro wiederum im Mittelfeld, eine mattschwarze Lackierung sorgt für ein unauffälliges Äußeres. Drei relativ große Schiebeschalter liegen auf einem leicht versenkten Bedienpanel, zwei davon sind in ihrer Funktion wohlbekannt. Ganz unten liegt ein Pad (-12 dB), um den Output an sehr lauten Quellen abzuschwächen. Mittig darüber findet sich ein Lowcut, welcher das Signal unterhalb von 80 Hertz um zwölf dB pro Oktave absenkt. Der Clou ist jedoch der obere Schieber, welcher mit dem Wort „Sound“ überschrieben ist. In der Neutralstellung soll er das Klangbild des LCT 140 AIR unbeeinflusst lassen, schiebt man ihn nach unten, wird ein Frequenzgang mit einem Peak im Höhenbereich sichtbar. Eine EQ-Schaltung sorgt nun für eine Anhebung im Air-Bereich, die den Mikros eine präsentere, mix-fertige Höhenwiedergabe bescheren soll. 

Die Kapsel des Lewitt 140 AIR ist permanent polarisiert

Wie bei vielen anderen Kleinmembranern auch, handelt sich bei den Nierenkapseln des LCT 140 AIR um permanent polarisierte Elektret-Versionen. Bei meiner Suche nach Informationen zu Frequenzgängen und Übertragungsbereichen fällt mir auf, dass sich Lewitt diesbezüglich bedeckt gibt. Aufgrund des Mikrofontyps ist von den üblichen 20-20000 Hertz Übertragungsbereich auszugehen. Wo man jedoch die Air-Anhebung stattfinden lässt, bleibt genauso unklar wie der allgemeine Frequenzverlauf des LCT 140 AIR. Ich tippe bei der AIR-Schaltung jedoch auf eine relativ breitbandige Anhebung jenseits der 15000 Hertz. Da werden wir uns also im Praxisteil auf unsere Ohren verlassen müssen. Eine angegebene Empfindlichkeit von 14,6 mV/Pa ist ein sehr guter Wert, auch der Ersatzgeräuschpegel von 20 dB (A-gewichtet) kann sich hören lassen.

Wie in der Einleitung bereits angesprochen, haben unsere Testkandidaten noch ein kleines Geschwistermodell, das Lewitt LCT 040 Match. Laut Lewitt teilen sich beide Mikros die gleiche Kapsel. In der folgenden Tabelle bekommt ihr einen Überblick über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Mikrofone.

Unterschiede zwischen Lewitt 140 Air und Lewit 040:

Mikrofon LCT 140 Air LCT 040
Charakteristik Niere Niere
Typ Kondensator, permanent polarisiert Kondensator, permanent polarisiert
Kapseldurchmesser 17 mm 17 mm
Übertragungsbereich keine Angabe keine Angabe
Empfindlichkeit 14,6 mV/Pa 18,8 mV/Pa
Ersatzgeräuschpegel 20 dB (A) 20 dB (A)
Pad ja, -12dB nein
Low Cut ja, 80 Hertz nein
Besonderheiten ja, Air EQ nein
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