Test
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12.09.2020

Praxis

Aufbau & Anschluss

In der Praxis zeigt sich das LD Systems U505 CS 4 so nutzerfreundlich, wie der Hersteller es selbst beschreibt. So fällt beim Anschließen des Netzteils als erstes die Zugentlastung an der Rückseite der Empfangsstation positiv auf, wenngleich ausgerechnet sie etwas locker sitzt (!). Das Anklemmen der Antennen an der Empfängerrückseite funktioniert dank BNC-Anschluss mühelos. Und auch die Frontmontage der Antennen ist dank zwei beiliegender BNC-Verlängerungskabel im Handumdrehen umgesetzt. Damit das Herstellen der Funkverbindung schnell und reibungslos klappt, hat das Konferenzsystem einen automatischen Scan von Frequenzen und Kanälen am Start. Dabei werden der Empfänger und seine Sender per Infrarot synchronisiert, so dass kein umständliches Hin und Her zwischen den Geräteeinstellungen erforderlich ist.

Das OLED-Display des Receivers ist kontrastreich und zeigt alle wichtigen Parameter an, wie Audiopegel, Funksignalstärke und den Batteriestatus der Mikrofon-Terminals. Über vier Druckknöpfe bekommt der Anwender Zugang zu den Menüpunkten der einzelnen Mikrofon-Funkkanäle. Auch die Displays der Terminals sind ausreichend hell und kontrastreich, so dass sie in hellen Umgebungen gut ablesbar sind. Noch dazu ist die Menüführung im Empfänger jederzeit intuitiv. Eine schaltbare Zugriffssperre verhindert, dass Unbefugte Veränderungen an der Konfiguration der Funkanlage vornehmen. Was mir außerdem gut gefällt ist, dass Mikrofone, die gerade nicht genutzt werden, direkt an der Empfangsstation ausgeschaltet werden können. Damit der Aktivitätsstatus auch am Mikrofon deutlich sichtbar ist, befindet sich am Kopf eines jeden Mikrofons ein umlaufender LED-Ring, der diesen Status anzeigt.

Klang

Eine exzellente Sprachverständlichkeit soll dieses System ausmachen, so der Hersteller. In der Praxis ist im Bassbereich ein starker Nahbesprechungseffekt zu hören, der verringert werden kann, indem im Fuß eines jeden Mikrofon-Terminals separat ein Tiefpassfilter aktiviert wird. Das Ergebnis ist dann ein Signal, das tatsächlich transparent, detailliert und sehr gut verständlich klingt. Zischlaute werden nicht übertrieben oder gar störend umgesetzt.

Das Signal ist insgesamt dynamisch und klingt bei kurzer Entfernung des Sprechers zum Mikrofon „warm“ bis „natürlich“. Bei mittlerer Distanz zum Mikrofon kommt der ausgewogene Frequenzgang der Mikrofone zur Geltung. Der Verlust des Pegels gegenüber der Nahbesprechung ist dabei kein Problem, denn der Receiver gibt ein kraftvolles Signal aus, das noch dazu über Reserven verfügt. Wer hinter den Ausgängen des Empfängers sogar noch einen Preamp nachschaltet, befindet sich deshalb im Rundum-Sorglos-Bereich was den Arbeitspegel des ausgegebenen Signals angeht.

Der Stimmenklang bleibt auch bei mittlerer Entfernung stabil. Das bedeutet, dass Sprecher nicht wie erstarrt vorm Mikrofon „kleben“ müssen, um gut verstanden zu werden. Im Test beweist die Hypernierencharakteristik der LD-Mikrofone, dass sie seitlich auftreffenden Schall deutlich leiser umsetzt als frontal auftreffenden Schall. Somit werden die Signale von Rednern nicht durch die von Sitznachbarn gestört und der Sound von Interviewer und Interviewten nicht durch Umgebungsgeräusche beeinträchtigt.

Ich hatte fest eingeplant, eine Audio-Datei bereitzustellen, die eventuell auftretende Knackgeräusche hörbar macht, wenn die Terminals ein- und ausgeschaltet werden. Da die aufgezeichnete Audiodatei aber komplett leer blieb, weil schlichtweg einfach kein Knacken zu hören war, musste sie entfallen.

Teilnehmer von Gesprächsrunden und Konferenzen können also ihr Mikrofon-Terminal nach Belieben ein- und ausschalten oder in den Mute-Modus versetzen, ohne dass das zu störenden Geräuschen führt. Positiv anzumerken ist auch, dass sich die Körperschallübertragungen von Bewegungen am Tisch nur geringfügig auf die Terminals und ihre Mikrofone übertragen. Damit eignet sich dieses Konferenzsystem auch für geschäftige Konferenztische.

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