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03.12.2020

LD Systems Maui 44 G2 Test

Aktives Säulen-PA-System

Brüllwürfel Einhorn

Säulensysteme werden im Vergleich zu separaten Subwoofer/Satelliten-Systemen immer beliebter. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Array-Mittel-und-Hochtöner-Teile werden ohne weitere Kabel und Ständer direkt auf die aktive Subbass-Einheit gesteckt und mit Sound und Strom versorgt. Ruckzuck steht die Klein-PA und ist zum Rocken bereit. Die Maui 44 G2 ist der Nachfolger der beliebten Maui 44 und das bisher mächtigste aktive Säulen-PA-System von LD Systems, dem deutschen Ableger der Adam Hall Group. Wir haben dem über 2,25 Meter hohen "langen Lulatsch" auf den Zahn gefühlt.

Details

Die LD Systems Maui 44 G2 Säule besteht aus nur vier Teilen und einer Bedienungsanleitung. Im Lieferumfang befinden sich der aktive Subwoofer mit einem 15-Zoll-Lautsprecher und sämtlichen Anschlüssen, zwei steckbare Array-Säulen und ein Stromkabel mit Speak-On-Anschluss. Das ist schon alles und mehr braucht die Maui 44 G2 auch nicht, außer zwei Canon/XLR-Zuleitungen mit Sound aus dem Mischpult oder ein Bluetooth-Abspielgerät. Keine Ständer und keine weiteren Boxenkabel. Sicher, wer das System in echtem Stereo fahren möchte, benötigt eine zweite Säule, hat dann ein beeindruckendes 3.000-Watt-System, das aber immerhin auch satte 5.000,– Euro kostet und fast 100 Kilo wiegt. Es geht aber auch mit einem Turm, denn der Pseudo-Stereoeffekt aus den 17 Hoch- und Mitteltönern ist bemerkenswert. Doch dazu später im Praxisteil.

The Sound from the High Tower

Die Bassbox des Vorgängers Maui 44 lag dank zweier Zwölfzoll-Basslautsprecher noch flach wie eine Flunder auf dem Boden. Der Sub der Maui 44 G2 reckt sich 64 cm in die Höhe, ist 63 cm tief, 44 cm breit und 36,4 kg schwer. Das ist durchaus noch kompakt zu nennen, denn immerhin beherbergt der Sub neben seinem Fünfzehnzöller auch den Class-D-Verstärker und sämtliche Anschlüsse.

Die beiden steckbaren Array-Speaker bringen zusammen 11,2 kg auf die Waage und sind mit ihren Abmessungen von 103 x 1621 mm x 135 mm (B x H x T) auch so hoch, dass das komplette Säulensystem stolze 2,25 Meter in den Himmel ragt. Das ist höher als mein Plattenregal.

Der 15-Zoll-Speaker sitzt sicher hinter einem dicken, schwarzen Gitter mit LD-Logo. Die Bassbox verjüngt sich leicht nach hinten, was dem Sound zu Gute kommt. Der interne Verstärker protzt mit einer Gesamtleistung von 1.500 Watt (RMS) und verspricht einen Peak-Schalldruck bis maximal 132 dB auf einem Übertragungsbereich von 37 bis 20.000 Hz. In der oberen Vertical-Array-Säule befinden sich vier 0,5“-HF-Lautsprecher und sechs 3,5“-HMF-Lautsprecher, in der unteren Säule nochmal sechs 3,5“-MF-Lautsprecher. LD Systems hat diese so clever verbaut, dass dank Waveguides und Akustik-Linsen ein beeindruckender Stereoeffekt entsteht, der für einen kleinen Dancefloor völlig ausreicht. Und Subbass ist sowieso nicht stereo zu verorten.

Die Hochtöner-Arrays strahlen maximal nach vorne und minimal nach hinten ab. Um den gleichen Effekt auch im Bass zu erzielen, ist mit zwei Subbässen im Nieren-Aufbau ein Cardioid-Effekt machbar, der die Bassabstrahlung nach hinten ebenfalls minimiert.

Also volle Power auf den Dancefloor und vergleichsweise leise nach hinten zum DJ, zur Band oder zum Redner. Und dadurch weniger Feedback-Anfälligkeit in den Mikrofonen. LD Systems illustriert das mit dem Bild eines brüllenden Löwen nach vorne und einer miauenden Katze nach hinten.

Auf der Rückseite befindet sich ein mit Leuchtschrift gekennzeichneter Taster für die Cardioid-Funktion, sodass man auch im Dunkeln sofort sieht, was Sache ist.

Mono oder Stereo

Das System kann sowohl einzeln als auch im Stereoverbund per Bluetooth beschickt werden. Das mit dem Bluetooth-Gerät gekoppelte System fungiert im Stereobetrieb als Steuereinheit und die zweite Säule als Stereoerweiterung, ohne dass beide Systeme mit einem Kabel verbunden werden müssen. LD Systems nennt das „TWS“ (True Wireless Stereo). Bei manchen Tests von Bluetooth-fähigen Speakern fiel häufig auf, dass die Klangqualität im Vergleich zum verkabelten Betrieb deutlich abfiel. Nicht so bei der Maui 44: Der aptX Audio-Codec des Halbleiterherstellers Qualcomm überträgt die Audiodaten mit einer Samplingtiefe von 16 Bit und einer Samplingrate von 44,1 kHz/352 kbit/s).

Dies und die zusätzliche AAC-Kodierung sorgen für hochauflösendes Bluetooth-Streaming und TrueWireless-Stereo im kabellosen Stereo-Pairing von zwei Säulensystemen. Line-Signale hingegen werden links und rechts in Mono an die beiden Einheiten eines Zwei-Säulen-Systems geleitet. Im Monomodus werden Stereosignale intern mono summiert.

Das Bedienpanel

Die Bedienelemente sind klar und übersichtlich auf einer schwarz spiegelnden Oberfläche in der Rückseite der Bassbox untergebracht. „Untergebracht“, weil tiefergelegt, sodass sie keinen Schaden nehmen, wenn die Box einmal mit den Speakern nach oben auf dem Boden liegt. Flache, lange Gummi-Füßchen sorgen zusätzlich dafür, dass weder Box noch Boden Schaden nehmen. Die beiden gerasterten Lautstärkeregler für Mitten/Höhen und den Bass haben flache, breite Potiknöpfe, sind aber gut bedienbar.

Mit an Bord sind DynX-DSP-Technologie sowie der aptX- und AAC-Kodierung für hochauflösendes Bluetooth-Streaming und TrueWireless-Stereo für kabelloses Stereo-Pairing von zwei Säulensystemen.

Um den Transport und den Schutz der teuren Anlage zu erleichtern, sind optional ein passendes Rollbrett für den Subwoofer sowie Transporttaschen erhältlich. Ich hatte beides nicht und so war ich für starke Hands dankbar, als ich die Säule für den Praxistest in Nachbars Garten verfrachtete.

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