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Test
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04.04.2018

Krotos Audio Dehumaniser, Reformer und Weaponiser Test

Sounddesign-Plug-ins

Monster-Vocals, Gunshots und mehr

Bei der Vertonung von Filmen gibt es unter anderem Synchronsprecher, Foley Artists und Sounddesigner, die alle ihren Teil dazu beitragen, das Bildmaterial mit Sprache, Geräuschen und Samples zu bereichern. Der in Schottland ansässige Softwarehersteller Krotos Audio hat sich auf Sounddesign-Tools für Film- und Gaming-Postproduktionen spezialisiert und versucht all diese Parts in Plug-ins miteinander zu verschmelzen.

Mittlerweile umfasst das Sortiment drei Plug-ins zur Klanggestaltung, die es für unterschiedliche Budgets und Bedürfnisse in diversen Ausführungen gibt. Dehumaniser verwandelt Sprecherstimmen in Monster-Vocals, Weaponiser dient zur Erstellung authentischer Gunshots und mit Reformer lässt sich eigenes Audiomaterial mit einer dynamischen Trigger-Technologie in Echtzeit durch Multisamples ersetzen. Wir haben uns die drei Sounddesign-Werkzeuge in diesem Review einmal genauer angeschaut.

Details

Dehumaniser 2

Dehumaniser 2 ist ein Vocal-Processing-Tool, mit dem sich Vocals in Monster, Roboter oder Co. verwandeln lassen. Wirklich umfangreich wird das Ganze mit Layerings verschiedener Sound-Prozessoren, die sich mittels virtueller Patchkabel mit interaktiven Effektmodulen verbinden lassen. Das Plug-in kommt mit zehn Modulen:

  • Pitch Shifter
  • Delay Pitch Shifting
  • Granular
  • Noise Generator
  • Scrubbing Convolution
  • Flanger/Chorus
  • Ringmodulation
  • Spectral Shifting
  • Sample Trigger
  • Vocoder

Dadurch wird es zu einer All-in-One-Lösung für Vocal-Sounddesign, das die wichtigsten Funktionen vereint.

Hinzu kommen über 100 Presets, die bereits viele Monster-Facetten und mehr abdecken. Neben der Vollversion, die mit 391 Euro zu Buche schlägt, hält der Hersteller weitere Varianten bereit, die sich je nach Anwendungsbereich und Budget besser eignen: Mit Dehumaniser Lite erhält man für 46 Euro eine reine Standalone-Software, die Vocalrecordings erlaubt. In der Software lässt sich aus 35 Presets auswählen. Jedes Preset kommt mit vier Layern, die mit einem XY-Feld gemorpht werden können. 

Leider muss die Lite-Version ohne Plug-in auskommen. Wer eine vergleichsweise günstige Version in der DAW nutzen möchte, bekommt mit Dehumaniser Simple Monster für 94 Euro eine Plug-in-Version, welche die fünf Parameter Size, Fury, Age, Wildness und Character bereithält, die sich mit zwei XY-Pads bedienen lassen. Als Basis zur Klangerzeugung kann aus einer Preset-Library in den Kategorien Dialogue, SciFi, Growls und Roars ausgewählt werden. Processings bis zu 192 kHz Samplerate und 24 Bit Wortbreite sind hierbei möglich.

Die vierte Variante, Dehumaniser Pro Extended, ist eine Standalone-Version, in der sich ebenfalls Recordings durchführen lassen und insgesamt zehn Layer zur Soundmanipulation laden lassen. Diese können in einer umfangreichen Routingmatrix miteinander verbunden werden, was auch Modulationen der Module untereinander erlaubt. Die Software kommt mit einer VST/-AU-Schnittstelle, die es erlaubt, zwei Dritthersteller-Plug-ins zu laden. Die Extended Version gibt es für 142 Euro.

Weaponiser Fully Loaded

Weaponiser ist eine umfangreiche Library professionell aufgenommener Waffen. In einem übersichtlichen Kategorie-Browser lassen sich diese anhand von Attributen schnell auffinden. In der Hauptansicht können bis zu vier Samples geschichtet und zu einem Asset zusammengestellt werden. Dabei sind Geschwindigkeit und Lautstärke per normalem Regler oder wahlweise auch mit ADSR-Hüllkurve für jeden Layer anpassbar. Hinzu kommt eine Synth-Engine mit FM- und AM-Synthese, die als zusätzlicher Layer das Signal anreichern kann – neben dem typischen „Sinus-Sub-Wumms“ ist somit auch obertonreiches Material zu erschaffen. 

Auf der rechten Seite hält der Klangerzeuger eine Timeline breit, die es erlaubt, die Layer von 0 bis 1.119 Millisekunden im Mikrotiming zu verschieben, was übersichtlich gestaltet ist und zeitlich präzises Layering ermöglicht. Direkt darunter befindet sich eine solide Effekt-Sektion, die für jeden Layer vier Insert-Slots bereithält, um die Klänge mit 4-Band-EQ, Kompressor, Limiter, Saturation, Ringmodulation, Flanger, Transientshaper und Noisegate zu bearbeiten. Beatproducer können außerdem auf die Sammlung von Drum-Presets zugreifen, um ihre eigenen Loops und Kits zusammenzustellen und anzupassen. Statt der Weaponiser Basic Version, mit 515 Waffenrecordings für 337 Euro, gibt es auch eine „Fully Loaded“ Version für 494 Euro, die über 1.596 Waffensounds verfügt.

Reformer Pro

Reformer ist eine Foley Art Trigger-Plug-in, welches das am Eingang anliegende Signal mit Sounds aus der 3,8 GB großen Library triggert. Dabei werden die Klänge passend zur Dynamik und Länge des Ausgangsmaterials wiedergegeben. Statt aber nur einen Sound zu triggern, stehen gleich vier Soundslots bereit, in die jeweils Klänge unterschiedlicher Libraries geladen werden können. Die vier Klänge können nahtlos mit einem X/Y-Pad ineinander übergeblendet werden, um passend zum Videomaterial Klangfahrten durchzuführen.

Ausgeliefert wird Reformer Pro mit dem sogenannten Krotos Bundle, das folgende Libraries enthält:

  • Bengal Tiger
  • Black Leopard
  • Leather Foley
  • Fruit and Veg
  • Fruit and Veg Crunch
  • Fruit and Veg Stabs
  • Fruit Squash
  • Gun Foley
  • Polystyren
  • Sizzle und Electronic

weitere Libraries lassen sich hinzukaufen. Die Files liegen im WAV-Format in 96 kHz vor. Statt der fertigen Sounds aus der Library können jedoch auch eigene Samples in das Tool geladen werden. Neben der Pro-Version, für die eine monatliche Zahlung von 15 Euro oder aber eine jährliche Zahlung von 159 Euro fällig ist, gibt es auch eine Freeware-Variante, die einen statt vier Soundslots zur Verfügung stellt – eine gute Möglichkeit, um in die Software reinzuschnuppern. Schauen wir uns im Praxisteil an, was sich mit den Tools anstellen lässt.

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