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Test
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27.08.2020

K&M 14038 und 14036 Drum Hocker Test

Schlagzeughocker mit Sattelsitz

Alte Bekannte

K&M 14036 sowie K&M 14038 heißen unsere heutigen Testobjekte, ihres Zeichens Drumhocker der gehobenen Kategorie. Anders als ihre Artgenossen aus dem Sortiment des deutschen Herstellers, müssen sie ohne Zusatzbezeichnungen wie Grande, Piccolino oder Gomezz auskommen. Und noch etwas unterscheidet die Neuzugänge ganz offensichtlich von den bekannten Modellen: Auf die typischen Designmerkmale der Marke wie eigenständige Verstellschrauben, spezielle Sitzflächen oder eine gerasterte Sitzhöhenverstellung müssen die Testkandidaten verzichten.

Trotzdem haben sie alles an Bord, was der Käufer von Schlagzeugsitzen der Oberklasse erwartet. Dazu zählen sowohl doppelstrebige Basisteile als auch angemessen gepolsterte Sitzflächen in Sattelform. Eines der beiden Gestühle wird per Drehspindel in der Höhe angepasst, beim anderen kommt eine Gasdruckfeder zum Einsatz, beides Zutaten, die man bisher nicht unbedingt mit K&M Drummersitzen assoziiert hat. Ob das gut ist oder schlecht, lest ihr auf den folgenden Zeilen.

Details & Praxis

Beide Sitze wirken wie alte Bekannte

„Die kenne ich doch!“ Beim Auspacken der beiden Drumhocker stellt sich bei mir unweigerlich das Gefühl ein, es mit alten Bekannten zu tun zu haben. Woran liegt's? Anders als die Mehrzahl der anderen Hocker im K&M-Sortiment, werden der 14036 und der 14038 nicht in Deutschland hergestellt, sondern als sogennantes OEM-Produkt in Fernost. Beim 14038 handelt es sich um einen Kunstleder-Sattelsitz mit Drehspindel-Höhenjustierung, der 14036 verfügt über einen Sattelsitz mit Veloursbezug. Zur Höhenverstellung kommt hier eine Gasdruckfeder zum Einsatz.

Beide Drummersitze verfügen über ein stabiles Basisteil mit doppelstrebig ausgelegten Dreibeinen, das Mittelrohr fällt beim 14036 mit Gasdruckfeder konstruktionsbedingt besonders dick aus. 49,5 bis 68 Zentimeter gibt der Hersteller hier als möglichen Einstellbereich an, wobei von der Oberkante der Sitzfläche bis zum Boden gemessen wird. 46,5 bis 67 Zentimeter sind es bei der Version mit Drehspindel. Das ist jeweils guter Standard, ebenso wie die relativ stark konturierten Sitzflächen mit zehn Zentimeter dicker, fester Polsterung. Bei der Gasdruckversion wird die Sitzfläche auf die Gaskartusche aufgesteckt und rastet dann dort ein, die Höhenverstellung geschieht über einen Hebel unterhalb der Sitzplatte. Hier kommt beim 14038 ein sternförmiger Aluminiumflansch zum Einsatz, der per Flügelschraube auf der Drehspindel befestigt wird. Zusätzliche Memoryschellen gibt es nicht, wer seine bevorzugte Sitzhöhe gefunden hat, muss nur die Flügelschraube am Basisteil festziehen.

Stabiles Sitzgefühl beim 14038, Schwächen beim 14036

Kommen wir nun zum Praxistest, welchen der 14038 mit guten Noten in allen wichtigen Bereichen absolviert. Da wäre zunächst der sichere Stand zu nennen, welcher auch bei maximaler Höhe nicht das Gefühl vermittelt, kurz vor dem Zusammenbruch zu stehen. Ich wiege etwa 85 Kilogramm und sitze gerne etwas höher, was einige Sitze mit seitlichen Wankbewegungen und/oder Gequietsche quittieren. Beides glänzt – zumindest während der Testzeit – durch Abwesenheit.

Auch der Gasdruckfedersitz namens 14036 kann mit einem angenehm festen Sitzteil überzeugen, in puncto Stabilität und Geräuschfreiheit handelt er sich jedoch Minuspunkte ein. Während die Höhenverstellung per Hebel sehr bequem funktioniert und auch der Federeffekt angenehm dosiert ist, wirkt die weitere Performance etwas klapprig. Die Ursache dafür liegt in einem relativ großzügigen Spiel zwischen Tauch- und Basisrohr, dessen Auswirkungen stärker spürbar werden, je höher man sitzt. Dann macht sich eine weitere negative Eigenschaft bemerkbar, nämlich knarzend-schmatzende Geräusche, die offenbar direkt mit dem Komprimierungsvorgang der Luft zu tun haben. Auch relativ große Mengen Schmierstoff am Tauchrohr deuten auf zu große Toleranzen hin. Das ist bei leisen Songpassagen im Studio- und Livebetrieb inakzeptabel.

Ebenso unglücklich finde ich den Umstand, dass man den Hocker zur Demontage umdrehen, sich auf die Sitzfläche stellen und brutal am Unterteil ziehen muss. Einen typischen Vorteil von Gasdruckhockern kann jedoch auch der 14036 für sich verbuchen, nämlich den Umstand, dass das Drehen nicht zu einer Verstellung der Sitzhöhe oder zu Quietschgeräuschen führt. Drummer, die sich selbst aufnehmen und einen seitlich neben dem Set stehenden Rechner bedienen müssen, wissen, wovon ich spreche.

Fazit

Die Firma K&M stellt mit den getesteten Modellen 14036 und 14048 zwei Drumhocker vor, die konzeptionell stark an bereits bekannte Modelle aus fernöstlicher Produktion erinnern. Beim 14038 handelt es sich um einen Sattelsitz mit Drehspindel, welcher im Test mit fester Polsterung und solidem, geräuscharmen Stand überzeugen kann. Der 14036 mit Gasdruckfeder besitzt das gleiche komfortable Oberteil, in der getesteten Version allerdings mit Veloursüberzug. Im Einsatz zeigt die Höhenverstellung Schwächen. Dazu zählt die seitliche Instabilität und die Geräuschentwicklung bei höheren Sitzpositionen. Auch der große Kraftaufwand beim Demontieren ist ein Minuspunkt. Preislich liegen beide Modell in der Oberklasse, wo allerdings auch die Konkurrenz mit zahlreichen Alternativen vertreten ist. Ob die beiden Kandidaten etwas für euch sind, solltet ihr daher bei der persönlichen Sitzprobe herausfinden.

  • Pro
  • sehr solide Basis beim 14038
  • stabiler Stand auch bei hoher Sitzposition (14038)
  • gute Verarbeitung
  • relativ leicht (14036)
  • Contra
  • 14036 neigt zum Wanken
  • starke Geräuschentwicklung beim 14036
  • umständliche Demontage beim 14036
  • im Vergleich zu ähnlichen Modellen nicht günstig
  • Features & Spezifikationen
  • Hersteller: K&M
  • Bezeichnung: 14036 (Gasdruckfeder), 14038
  • Herstellungsland: Fernost
  • Gewicht: beide Modelle ca. 5 kg
  • Einstellbare Höhe: 49,5 bis 68,5 Zentimeter (14036); 46,5 bis 67,0 Zentimeter (14038)
  • Besonderheit: keine
  • Preis (Verkaufspreis):
  • 14036: 161,00 EUR
  • 14038: 161,00 EUR

Auspackbilder findest du hier ->

K&M 14036

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