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Test
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08.06.2018

K-1 C E Deluxe Curly Koa Concert

Zuerst schauen wir uns das Basismodell K-1 an. Dieses liegt als Konzertgröße vor und hat eine Mensur von 381 mm. Außerdem ist diese Variante mit einem Ebenholzgriffbrett ausgestattet und hochglanzlackiert. Generell kann man dieses Modell auch mit Palisander bekommen, und ordert man dazu die Standard-Koa-Auswahl, liegt man sogar unter 1000 Euro. Das gilt auch für die K-1 Serie ohne Hochglanzlackierung. Unser Aspirant ist mit Deluxe Curly Koa ausgestattet, bei dem es sich wie bei allen Kanilea-Instrumenten ausschließlich um massive Hölzer handelt. Der Korpus ist komplett aus Koa, der Hals aus Mahagoni. Die Kopfplatte trägt ein dünnes Koa-Furnier, was dem Instrument ein einheitliches Erscheinungsbild verleiht. Das Kopfplattendesign ist äußerst geschmackvoll und das eingelegte Firmenlogo rundet den ersten Eindruck ab. Die Punkteinlagen auf dem Griffbrett mit 20 Bünden und am Griffbrettrand sorgen für eine gute Orientierung.

Kanilea verwendet bei diesen Modellen offene Mechaniken aus dem Hause Gotoh, die eigens für die Firma angefertigt werden. Diese arbeiten mit einer Übersetzung von 1:14 und sind schön leichtgängig. Sattel und Stegeinlage sind aus NuBone, einem Material, das die Obertöne fördern und für eine klare Intonation sorgen soll. Die Brücke ist ebenfalls aus Ebenholz und auf den ersten Blick fällt das "Bridge-Pin"-System auf. Ähnlich wie bei einer Westerngitarre wird die Saite durch die Brücke geführt und mit einem Pin fixiert. Man braucht dafür auch keine besonderen Saiten mit Ball-End - ein einfacher Knoten in der Saite erspart das Schlaufenbinden, wie man es sonst von der Ukulele gewohnt ist. Außerdem verspricht der Hersteller durch diese Vorgehensweise eine bessere Schwingungsübertragung der Saite auf die Decke, und zusätzlich vereinfacht sie den Saitenwechsel erheblich.

Rein äußerlich war es das auch schon. Ein schlichtes, edles Instrument, das die Basis für den Sound und die Qualität von Kanilea legt. Nicht umsonst ist die K-1 Serie die bestverkaufte im Sortiment. Aber kann das Instrument auch den hohen Anschaffungspreis von über 1000 Euro rechtfertigen? Dazu müssen wir uns die Verarbeitung und den Klang genauer anschauen.

Verarbeitung

Der erste Eindruck gibt absolut keinen Grund zur Beanstandung. Das Finish ist gut gemacht, das Griffbrett sehr sauber und die Bundstäbchen sind perfekt abgerichtet. Auch die Sattelkerben machen keine Ausnahme, was der Intonation zugute kommen sollte. Der Hals ist wunderbar gerade und die Saitenlage optimal. Ein Blick in das Korpusinnere zeigt noch einmal, dass wir es hier mit einem Profi-Instrument zu tun haben. Die Verleistung ist sehr aufwendig und neben der sauberen Verarbeitung strömt noch ein Duft von Holzwerkstatt aus dem Instrument. Die Vorfreude steigt, das Instrument nun endlich einmal anzuspielen.

Bespielbarkeit

Dank der guten Saitenlage und den Aquila Super Nylgut Saiten, die ab Werk aufgezogen sind, fühlt sich die Greifhand sofort heimisch. Die Bundkanten sind schön abgerundet und auch die Lackierung des Mahagonihalses fühlt sich gut an. Das Halsprofil selbst würde ich als ausladendes C beschreiben. Die Sattelbreite von 38 mm bietet ein etwas größeres String-Spacing, die Saiten liegen also etwas weiter auseinander, als man es von vielen anderen Ukulelen gewohnt ist. Dadurch hat die Greifhand ein wenig mehr Platz und Gitarristen werden sich auf dem Griffbrett sofort wohlfühlen.

Sound

Die K-1 von Kanilea hat ein sauber ausklingendes Sustain mit einem schönen warmen Timbre. Typisch für Ukulelen mit vollmassivem Koa-Holz ist ein reichhaltiges Obertonspektrum und eine klar artikulierte Attack. Wirklich jeder Ton intoniert hervorragend und auch in den obersten Lagen punktet unsere Kandidatin mit einem schön lange klingenden Ton, der trotzdem noch Fülle hat. Vor allem das Sustain begeistert mich. Das reichhaltige Bassfundament ist für dieses Konzertmodell wirklich erstaunlich.

Fazit

Die K-1 Serie und die hier vorliegende Variante mit Ebenholzgriffbrett und Curly-Koa-Holzauswahl ist ein schlichtes, aber sehr edel wirkendes Instrument, das die Erwartungen voll erfüllt. Neben einer makellosen Verarbeitung sticht vor allem die exquisite Holzauswahl und die perfekte Intonation hervor.

  • Pro:
  • warmer, obertonreicher Klang
  • artikulierter Attack
  • hervorragendes Sustain
  • tadellose Verarbeitung
  • sehr gute Bespielbarkeit
  • Contra
  • keins
  • Technische Spezifikationen
  • Hersteller: Kanilea
  • Modell: K-1 C E Deluxe Curly Koa
  • Bauform: Konzert-Ukulele
  • Herkunftsland: Hawaii
  • Mensur: 381 mm
  • Sattelbreite: 38 mm
  • Griffbrettbreite im 12. Bund: 46 mm
  • Bünde: 20
  • Decke: Koa
  • Boden und Zargen: Koa (leicht gewölbter Boden)
  • Griffbrett: Ebenholz
  • Griffbretteinlagen: Punkteinlagen am 3. 5. 7. 10. 12. 15. Bund
  • Brücke: Ebenholz
  • Hals und Halsfuß: Mahagoni
  • Halsprofil: C
  • Kopfplatte: Mahagoni mit Koa-Laminat
  • Finish: Hochglanz
  • Stegeinlage: NuBone
  • Sattel: NuBone
  • Mechaniken: offene Mechaniken in Chrom
  • Unterbug: 220 mm
  • Oberbug: 145 mm
  • Korpuslänge: 275 mm
  • Zargentiefe am Halsfuß: 60 mm
  • Zargentiefe am Unterbug: 66 mm
  • Werksbesaitung: Aquila Super Nylgut high-g
  • Inkl. Softcase
  • Ladenpreis: 1.199,00 Euro (Juni 2018)
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