Bass Hersteller_Kala
Test
7
19.07.2017

Praxis

Der kleine Kala-Bass spielt sich natürlich anders als ein ausgewachsener E-Bass und es dauert schon seine Zeit, bis sich die Motorik an die neuen Maße angepasst hat. Als Spielposition bevorzuge ich eigentlich bei Bassukulelen eine Haltung ähnlich der klassischen Gitarrenhaltung im Sitzen, bei welcher das Instrument auf dem linken Oberschenkel platziert wird. Die Position der rechten Anschlagshand ist bei dieser Haltung einfach am natürlichsten und die Ukulele kann zudem nicht nach rechts wegrutschen.

Am Gurt hängt der Miniatur-Bass tatsächlich auch ganz passabel, er pendelt sich allerdings eher in der Waagerechten ein und man ist ständig versucht, den Hals nach oben zu schieben, um die Spielhaltung zu optimieren.

Verständlicherweise erfordert auch die Spieltechnik eine Anpassung an die speziellen Parameter der Ukulele. Wenn man mit der rechten Hand zu stark anschlägt, würgt man die Töne ab, weil die Saitenspannung des U-Basses, bedingt durch seine kurze Mensur und die speziellen Polyurethane-Saiten, sehr gering ist. Mit einer Portion Experimentierfreude und etwas Geduld findet man mit der Zeit aber die richtige Anschlagstärke für einen runden und vollen Sound, und die Greifhand passt sich nach meinem Empfinden ohnehin sehr schnell den kurzen Bundabstände der Ultra-Shortscale-Mensur an.

Kommen wir Thema "Sound" und hören uns anhand einiger Audiobeispiele an, was die preiswerte Ausführung des Kala-Fünfsaiters in dieser Disziplin zu bieten hat.

Ich habe in einem vorangegangenen Test bereits die viersaitige Version des SUB Solidbody U-Basses getestet und war damals bereits vom erwachsenen und praxistauglichen Sound der Ukulele erstaunt. Der fünfsaitige U-Bass klingt erwartungsgemäß genauso so rund und tief - aber er kann eben noch tiefer! Die H-Saite funktioniert trotz der kurzen Mensur wirklich überraschend gut - die Töne klingen definiert und fügen sich homogen in das Klangbild des Instrumentes ein. Logischerweise ist die Spannung der H-Saite geringer als bei den anderen vier Saiten, Kala hat allerdings eine sehr dicke Saite aufgespannt, damit sie sich nicht allzu schlapp anfühlt - das Spielgefühl geht also durchaus in Ordnung.

Die EQ-Regler im Cockpit der Ukulele packen richtig kräftig zu. Wenn man nur den Bassregler aufdreht, läuft man deshalb schnell Gefahr, dass der Sound aus den Fugen gerät. Das Mittenspektrum wird von den Bassfrequenzen überlagert und der Sound verliert seine Konturen. Dem kann man erfolgreich entgegenwirken, indem man gleichzeitig den Höhenregler voll aufdreht. Der Sound bleibt dann zwar super mächtig und basslastig, die einzelnen Töne sind jedoch gut ortbar, wie ihr im folgenden Audiobeispiel hören könnt.

Zum Schluss gibt es noch ein Walkingbass-Beispiel, für das ich den Equalizer meines Testkandidaten etwas genauer dosiert habe. Die Bässe wurden diesmal nur leicht geboostet, eine kräftige Höhenanhebung macht die Anschläge deutlicher und sorgt für etwas mehr Transparenz im Sound. Klappt und klingt super, finde ich!

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