Test
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27.10.2011

PRAXIS

Dank des langen Schwanenhalses lässt sich der JZ PF problemlos an meinem SE Electronics Reflexion Filter statt direkt am Mikrofonstativ anbringen, das gefällt. Die Positionierung des Filters ist ebenfalls problemlos: Zumindest im Neuzustand lieferte der Schwanenhals sofort alle gewünschten Positionen – und hält diese auch (das kennt man von günstigen Schwanenhälsen ja auch durchaus anders).

Kurz vors Mikrofon platziert, was bei dem relativ kleinen Durchmesser natürlich genau erfolgen muss, und los geht es: Die Aufnahmen klingen im Vergleich deutlich besser als mit einem Nylon-Filter, die Höhen bleiben offen. Auch bei Plosivlauten glänzt der JZ Popfilter – er fängt diese besser ab als unsere Nylon-Standardvariante. Allerdings zeigt sich hier ein Nachteil der geringen Größe: Der JZ Filter muss wirklich genau platziert werden und hat nicht viel „Spiel“ drum herum. Als er sich einmal unbemerkt nur leicht zur Seite geschoben hatte, kamen gleich unerwünschte Plops durch: Gerade mit Vocalperformern, die nicht still vorm Mikro stehen, macht es das Arbeiten nicht gerade einfacher. Dafür ein Minus! Im Direktvergleich klangen die Ergebnisse aber für meine Ohren ebenbürtig zum Pauli-Filter, nicht schlecht!

Kommen wir zum Werbeversprechen: Das spezielle Wellendesign soll unerwünschten Nachhall reduzieren – leider konnte ich auf der Website von JZ und im Katalog dazu keine weiteren Informationen oder Beispiele finden. Auf meine Nachfrage bei technisch versierten Spezialisten gab es ebenfalls ungläubiges Staunen (oder sollte man es Kopfschütteln nennen...!?): Eigentlich kann das physikalisch nicht funktionieren, da diese Reflexionen ja hinter und seitlich vom Sänger passieren. Im Test konnte ich dann auch im Direktvergleich der Aufnahmen von JZ und drei anderen Lösungen keinen hörbaren Unterschied bezüglich des Nachhalls feststellen – keinen.

Zum Audiobeispiel: Ich habe den Satz "I Wanna Check the Pression - popp, popp!" unter gleichen Aufnahmebedingungen hintereinander weg mit identischen Einstellungen, aus gleicher Entfernung und Poppfilterposition aufgenommen. Wir haben es bewusst darauf angelegt, möglichst einen "Plopp" zu provozieren und möglichst "plosiv" zu artikulieren. Die Beispiele in der Reihenfolge:

1. = Ohne Filter
2. = Mit JZ Filter
3. = Nylon-Standardfilterreferenz
4. = Rycote zum Vergleich

Dann habe ich in Wavelab die Frequenzanalyse genutzt, um zu illustrieren was im Höhenbereich passiert: ungefiltert ohne Poppschutz sind natürlich die meisten da – man sieht sehr schön, dass bei JZ nicht so stark reduziert wird, wie beim Nylonfilter oder auch Rycote. (Bitte beachten: dass ist kein hochwissenschaftlicher Test, sondern nacheinander aufgenommenes Material - kleine Abweichungen sind also systembedingt, aber deutlich ist es trotzdem.)

Wavelab Frequenzanalyse – Höhenbereich


Wavelab Frequenzanalyse – Poppen

Bei diesen Analysen sieht man sehr schön, dass der JZ den "Plopp" deutlich abfängt, der K&M sieht in diesem Beispiel sogar fast noch besser aus (das war aber nicht immer so!) und der Rycote kriegt das am besten in den Griff. Wie gesagt: wir haben es auch wirklich drauf angelegt!

Download der Beispieldateien

Wer das gern unkomprimiert hören möchte: hier sind die "unbehandelten" Dateien in 24-Bit WAV-Format für euch zum runterladen.

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