Hersteller_JHS_Pedals Gitarre
Test
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09.11.2019

Praxis

Für den Praxisteil wird der Kompressor vor einen Sovtek MIG-50 geschaltet. Der Amp ist clean eingestellt und läuft über eine Marshall 4x12 Box (Celestion G12M), die mit einem Neumann TLM 103 abgenommen wird. Wir starten den Rundgang mit dem 12-Uhr-Setting, also Comp und Blend in die Mitte, wobei Volume dem Bypass-Signal angepasst ist (10 Uhr). Wir wollen hören, was der kleine weiße Kasten in dieser Einstellung im Vergleich zum Bypass-Signal alles veranstaltet. Für das Beispiel habe ich jeweils einmal leicht mit den Fingern und etwas härter mit dem Pick angeschlagen.

Der Whitey Tighty packt auch bei niedriger Einstellung des Comp-Regler schon ganz gut zu. Das macht auch Sinn, denn wenn ein Blend-Regler an Bord ist, darf die Kompression auch bei niedrigen Einstellungen gerne schon etwas stärker sein. Vom Sound her geht unser Testkandidat eher in Richtung Dynacomp und tendiert weniger zu den Effektgeräten, die einen Studio-Kompressor mit eher subtiler Kompression simulieren. Die Bandbreite des Comp- und Blend-Reglers hört ihr in den nächsten beiden Beispielen. Beim Comp-Check hatte ich den Blend-Regler auf Linksanschlag, damit man nur das Effektsignal hört. Beim Blend-Check stand der Comp-Regler auf 15 Uhr.

Mit dem Blend-Regler hat man ein klares As im Ärmel und kann das Kompressionsverhalten durch die parallele Kompression wesentlich besser dosieren - sehr variable Sounds sind so einstellbar. Es geht los mit vollem Kompressions-Anteil (Blend-Regler auf 7 Uhr), mit dem man sehr gut typische unverzerrte Double-Stop-Figuren mit dem entsprechenden knackigen Sound versehen kann. Im zweiten Beispiel hört ihr die Tele mit harter Kompression und etwas Slapback-Delay. Der Country-Twang kommt mit dem Whitey Tighty recht gut zur Geltung.

Das waren die Sounds, bei denen man den Kompressor-Effekt auch deutlich hört und hören will. Wenn man jetzt den Blend-Regler weiter aufdreht und das Direktsignal hinzumischt, dann sind auch subtile Kompressions-Sounds zu realisieren. Zum Beispiel beim Strumming, wenn laute Akzente und leichtes, füllendes Akkord-Strumming gespielt werden. Die Akzente werden etwas entschärft und das leise Strumming wird dezent angehoben. Dadurch klingt die ganze Linie kompakter und auch beim Spielen fühlt es sich mit Kompressor besser an als ohne.

Der Whitey Tighty kann auch als Boost vor einem verzerrten Amp oder einem Overdrive-Pedal genutzt werden. Einerseits ohne Kompression, wenn der Blend-Regler voll aufgedreht ist und man mit dem Volume-Regler das Signal noch etwas boostet und die Amp-Vorstufe bzw. das Overdrive-Pedal für eine Prise mehr Verzerrung etwas heißer anfährt. Die Pegelreserven sind beim Whitey Tighty nicht so hoch wie bei einem Standard-Boost-Pedal, aber man kann schon feine Punkte setzen, vor allem, wenn man dann doch noch etwas Kompression mit hinzunimmt. So gibt man einer Strat noch etwas singendes Sustain mit auf den Weg oder einer Humbucker-Gitarre einen dichteren Zerrsound. Das könnt ihr im nächsten Beispiel hören, bei dem ich einen Okko Diablo mit mittlerer Gain-Einstellung (13 Uhr) benutzt und den Whitey Tighty vor den Overdrive geschaltet habe. Das Rauschen, das zwangsläufig beim Einsatz eines Kompressors vor einem Overdrive-Pedal oder verzerrtem Amp entsteht, bewegt sich beim Whitey Tighty in einem sehr akzeptablen Rahmen.

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