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Test
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15.10.2014

JBL LSR310S Test

Aktiver 10-Zoll-Subwoofer

Bass to the Floor!

Der LSR310S aus dem renommierten Hause JBL ist ein aktiver 10-Zoll-Subwoofer mit Downfire-Bassreflex-Technik, optimiert für das Zusammenspiel mit den Studiomonitoren LSR305, die mit einem 5-Zoll-Treiber ausgerüstet sind, sowie LSR308, die auf einen 8-Zoll-Treiber setzen. Unseren Testbericht zu diesen beiden Boxen findet ihr hier. Konzipiert wurde die LSR3-Serie für Musik-Produktionsstudios und die Post-Produktion. Für 499 Euro (UVP) stattet JBL seine Bass-Box mit einem 200 Watt starken Class-D-Verstärker nebst symmetrischen In- und Outputs aus. Der nach unten gerichtete 10-Zoll-Treiber sorgt laut Herstellerangaben für einen maximalen Schalldruck von 113 dB (Max. Peak SPL) bei einem Übertragungsbereich, der bis zu 27 Hertz hinabreicht. Ein idealer „Subbass-Lieferant“ für Stereo-Abhörplätze oder als „Low Frequency Effect Speaker“ in Surround-Umgebungen? Wir werden es herausfinden.

Eine weitere wichtige Besonderheit des LSR310S, der wir uns in diesem Bericht widmen wollen, ist der XLF-Modus, der nach Aussage von JBL den typischen Klang einer Club-PA simulieren soll. Damit richtet sich der Hersteller an die wachsende Zahl der EDM- und Hip-Hop-Produzenten, für die eine „richtige“ Einschätzung der Bass-Anteile im Club-Umfeld enorm wichtig ist. Ferner offeriert der LSR310S die „Slip Stream Port“-Technik, um Luftverwirbelungen entgegenzuwirken.

Details

Der Lieferumfang besteht aus einer sehr überschaubaren Anzahl an Einzelteilen, genauer gesagt aus dem 448 x 381 x 398 Millimeter (H x B x T) großen und 15,6 Kilo schweren Subwoofer, einem Kaltgerätekabel und einer deutschen Schnellstart-Anleitung (Faltblatt). Die ausführliche Bedienungsanleitung ist 22 Seiten stark, in englischer Sprache verfasst und kann als PDF von der Hersteller-Website heruntergeladen werden. Das Manual ist sehr verständlich geschrieben und ist ebenso für die Studiomonitore LSR305 und LSR308 gedacht.

Erster Eindruck

Unser Testkandidat steht sicher auf vier stabilen, aus Kunststoff gefertigten Füßen, die einen Durchmesser von 35 Millimetern an den Tag legen. Sie sorgen für einen ungefähren Abstand von 4,5 Zentimetern zum Boden. Der Subwoofer ist sehr sauber verarbeitet, und die Optik des edlen, mattschwarzen Finishs in Kombination mit der glänzenden Blende auf der Frontseite weiß zu gefallen. Alle Buchsen, Schalter und Regler wirken langlebig und wurden stabil im Blech des Backpanels verbaut. Es gibt ja bekanntlich keine zweite Chance für den ersten Eindruck, doch die hätte der JBL LSR310S ohnehin nicht nötig, denn die Vorstellung ist bis hierher gelungen.

Anschlüsse

Wie zu erwarten bei diesem Produkt-Typus, finden sich sämtliche Anschüsse auf der Rückseite ein, angefangen mit der Stromkabelbuchse und dem dazugehörigen Einschaltknopf. Die beiden symmetrischen Eingangskanäle (L/R) des LSR310S verfügen über je eine 6,3-Millimeter-Klinkenbuchse und eine XLR-Verbindung. Nutzt man die interne Frequenzweiche des Subwoofers, so werden die beiden Satelliten/Monitorboxen mit den symmetrischen Ausgängen verbunden. Die Eingangsempfindlichkeit lässt sich mit der „Input Sensitivity“ zwischen einem Pegel von +4dBu für professionelles Equipment und -10dBV für Consumer-Geräte umschalten. Der Crossover-Switch, welcher für die Übergangsfrequenz zwischen dem Subwoofer und den beiden Satelliten zuständig ist, verfügt über drei verschiedene Einstellungen. Die erste Schalterstellung ermöglicht eine X-Over-Frequenz von 80 Hertz, die zweite Option ist „Extended Low Frequency“ (XLF), und für Surround-Anwendungen ist „External“ angedacht. In diesem Fall ist die Frequenzweiche des Subwoofers, genau wie die beiden Ausgänge, deaktiviert, da die Aufteilung des Frequenzspektrums im Zuspieler vorgenommen wird. Der allgemeine Subbass-Anteil der Abhörumgebung lässt sich mit dem Volume-Drehregler feinjustieren. Und sollte es im Raum zu Phasenproblemen in den tiefen Frequenzen kommen, hilft die Polarity-Taste weiter, die das Signal des Subwoofers um 180 Grad dreht.

Konzept/Technik

Da bei es bei Subwoofern leicht zu störenden Gehäuseresonanzen kommen kann, sollten die Chassis über ausreichend dicke Wände verfügen. Aus diesem Grund wurden für den LSR310S 18 Millimeter dicke MDF-Platten verwendet, die mit kratzfestem PVC überzogen sind, wobei die vier Füße des LSR310S obendrein für eine akustische Entkopplung von Boden und Lautsprechergehäuse sorgen. Der Woofer arbeitet nach dem „Downfire“ Bassreflex-Prinzip, daher ist der Treiber nach unten gerichtet und auf der Frontseite ein „Luftauslass“ untergebracht, der vom Hersteller „Low Frequency Port“ benannt wurde und 125 x 28 Millimeter misst. Bei der verwendeten „Slip Stream Port“-Technik handelt es sich um eine spezielle Form der Bassreflex-Öffnung zur Vermeidung von Turbulenzen: Subwoofer müssen aus physikalischen Gründen ja eine relativ große Menge an Luft bewegen, wodurch Verwirbelungen entstehen können, die dann als Windgeräusche wahrnehmbar sind.

Der nach unten gerichtete Treiber („Low Frequency Transducer“) hat einen Durchmesser von 10 Zoll, was in etwa 250 Millimetern entspricht, und verfügt über eine sehr weiche Sicke und eine ziemlich große, maximale Auslenkung von fast zwei Zentimetern (3/4-Zoll). „Transducer“ bedeutet übrigens Körperschallerzeuger und ist ein klarer Hinweis darauf, dass der nach unten abstrahlende Lautsprecher die besonders in Surround-Umgebungen gefragten, kaum hörbaren, aber körperlich spürbaren, tiefe Frequenzanteile reproduzieren soll.

Der eingebaute Class-D-Verstärker leistet 200 Watt in der Spitze bei einem maximalen Schalldruck von 113 dB und einem Übertragungsbereich, der bis zu 27 Hertz hinabreicht. Bei einer gewählten Eingangsempfindlichkeit von -10dBV für Consumer-Geräte beträgt der maximale Input-Level +6dBV. Für Pro-Audio-Equipment (+4dBu) darf am Eingang ein maximaler Pegel von +20,3 dBu anliegen. Um die Box an die unterschiedlichen Abhörumgebungen anzupassen, hat der Hersteller drei verschiedene Übergangsfrequenzen vorgesehen. Die Crossover-Frequenz von 80 Hertz ist für eine möglichst lineare Stereo-Wiedergabe gedacht, so wie sie vielleicht bei Post-Production-Arbeitsplätzen gefragt ist. Im XLF-Modus liegt die Übergangsfrequenz bei 120 Hertz. Zusätzlich sorgt die Elektronik für eine Anhebung von 10 dB bei 60 Hertz mit einer Bandbreite von einer halben Oktave. Der XLF-Modus soll so den Klang einer typischen Club-PA simulieren, welche in der Regel sehr bassbetont arbeitet. Im External-Mode ist die Frequenzweiche deaktiviert.

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