Gitarre Hersteller_Jackson
Test
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15.12.2015

Jackson JS1X Rhoads Minion Test

Shortscale E-Gitarre

Mini Metal Axt

Mit der JS1X Rhoads Minion hat der amerikanische Hersteller Jackson eine Heavy-Gitarre in 2/3 Größe im Angebot, die mit zwei leistungsstarken Humbuckern ausgestattet ist und zu einem recht günstigen Kurs über die Ladentheke geht.

Das Instrument kommt mit verkleinertem Korpus und einer Mensur von 572 mm, sodass auch junge Einsteiger auf diesem amtlich aussehenden Heavy-Instrument ihren Spaß haben könnten. Dass die Gitarre optisch passt, sieht man auf den ersten Blick, den ganzen Rest werdet ihr im folgenden Test erfahren.

Details

Korpus

Die Jackson JS1X Rhoads Minion orientiert sich am Randy Rhoads Modell aus gleichem Hause, dessen Vorbild wiederum die legendäre Flying V ist - allerdings mit asymmetrisch zulaufenden Spitzen. Als Korpusholz kommt Pappel zum Einsatz, was sich in einem angenehmen Gewicht (2,5 kg) bemerkbar macht. Die uns zum Test vorliegende JS1X ist in Satin Black (matt-schwarz) lackiert, das Modell ist aber auch noch in weiß und - wenn´s etwas auffälliger sein soll - in neongrün erhältlich.

Die JS1X Rhoads Minion kommt mit zwei Humbuckern, geregelt wird mit einem Volume- und einem Tone-Poti. Die Tonabnehmer-Kombinationen werden über einen 3-Wege Blade-Switch geschaltet. Die Gitarre hat eine feste Brücke, deren Grundplatte mit fünf Schrauben am Korpus befestigt ist. Die Saiten werden von der Korpusrückseite durch Hülsen geführt und laufen über sechs einzelne Reiter, die sich in Höhe und Position verstellen lassen. Einer optimalen Einstellung von Saitenlage und Intonation steht hier also nichts im Wege. Die komplette Hardware der Rhoads Minion wurde matt-schwarz gefinished, was der Gitarre einen amtlichen Metal-Look verleiht.

Die V-Form ist im Sitzen nicht so locker zu spielen wie beispielsweise eine Strat oder Les Paul, die man, wegen ihrer abgerundeten Korpus-Shapes, komfortabel auf das rechte Bein legen kann. Um die JS1X optimal spielen zu können, empfiehlt es sich auch im Sitzen einen Gurt zu verwenden. So hängt die Gitarre quasi in der Luft, wobei die Spitzen den rechten Oberschenkel umschließen und das Instrument so stabilisieren. Ist der Gurt richtig eingestellt, nimmt man auf diese Art und Weise mehr oder weniger automatisch eine klassische Gitarrenhaltung ein, was zum Lernen des Instruments prinzipiell eine gute Sache ist. Dazu kommt, dass die Gitarre auch in dieser Haltung gut ausbalanciert in Position hängt, man also keine zusätzliche Kraft benötigt, was automatisch zu einer entspannten Körperhaltung führt. Trotz der extravaganten Form, gibt es also in dieser Hinsicht nur Positives zu vermelden. Wer hätte das gedacht.

Pickups

Jackson hat der JS1X Rhoads Minion zwei leistungsstarke Humbucker spendiert, die auf den Einsatz in höheren Zerrgraden spezialisiert sind. Der Regler in Höhe des Steg-Pickups ist für die Gesamtlautstärke zuständig, der hintere kontrolliert die Klangfarbe. Zwischen den beiden Reglern parkt der Pickup-Wahlschalter, mit dem man die Tonabnehmer entweder einzeln oder in der mittleren Position gemeinsam anwählen kann.

Hals

Der Ahorn-Hals ist mit vier Schrauben am Korpus befestigt. Durch den schmalen Hals-/Korpus-Übergang lassen sich die hohen Lagen natürlich ohne Probleme erreichen. Und in dieser Hinsicht ist einiges geboten, denn es gibt die volle Bandbreite von 24 Jumbo-Bünden, die übrigens sorgfältig in dem aus Palisander gefertigten Griffbrett eingesetzt sind. Für eine Gitarre unter 200 Euro ist die Verarbeitung wirklich sehr gut. Hier stehen keine Kanten über, und die Bünde sind auch schon recht gut poliert. In Sachen Verarbeitung hat die Jackson im Vergleich zu den anderen Instrumenten aus dem Testmarathon also die Nase ein paar Zentimeter weiter vorne. Die Saiten musste ich allerdings austauschen, denn sie klangen nicht mehr sonderlich frisch bzw. waren von schlechter Qualität. Das ist in dieser Preisklasse aber durchaus nicht unüblich.

Zur Orientierung hat Jackson Sharkfin-Inlays im Griffbrett und Dots an der Halskante versenkt. Am oberen Ende laufen die Saiten über einen gut gefeilten Kunststoffsattel zu den Stimm-Mechaniken, die einseitig an der spitz zulaufenden Kopfplatte Spalier stehen. Die geschlossenen DieCast-Mechaniken erledigen ihre Arbeit zur vollsten Zufriedenheit, es gibt keine Übertragungsprobleme oder tote Punkte beim Drehen des Stimm-Knopfs. Unter einer Kunststoffabdeckung am Übergang zum Hals lauert dann noch der Zugang zum Halsstellstab, der mit einem Inbus-Schlüssel bedient werden kann, um die Halskrümmung bei Bedarf nachzujustieren. Bei meinem Testmodell war das allerdings nicht nötig, denn ab Werk war alles ordentlich eingestellt.

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