Bass Hersteller_Ibanez
Test
7
08.07.2016

Praxis

Unser Ibanez-Testkandidat lässt sich wunderbar und ohne Murren einstellen. Viel muss ich allerdings nicht tun, denn das Werkssetup entpuppt sich als sehr gut. Dementsprechend leicht zu spielen ist der SR805 denn auch.

Allein an das enge Stringspacing von nur 16,5 mm musste ich mich zunächst etwas gewöhnen, da ich breitere Spacings gewohnt bin. Aber gerade Spielern, die von einem 4- auf einen 5-Saiter umsteigen, bzw. etwas kleinere Hände oder eine noch nicht ganz ausgereifte Technik der Greifhand haben, kommen diese Saitenabstände natürlich sehr gelegen. Bei Akkordspiel und Double Stops ist das enge Stringspacing ohnehin ein Vorteil, weil die Wege und Abstände für die Finger doch erheblich kürzer sind.

Nun aber zu den Klangbeispielen, damit ihr einen Eindruck von dem Sound des Ibanez SR805 bekommt: Im ersten Soundbeispiel hört ihr, was der Bass zu leisten vermag, ohne die Klangregelung einzusetzen. Alle Regler hier unangetastet in der Mittelposition und beide Tonabnehmer kommen gleichermaßen zum Einsatz. Der Volumenregler ist voll aufgedreht. Hier ernten wir einen kernigen Allround-Sound, der eigentlich schon keine großen Wünsche offen lässt. Ich habe bei meinem Klangbeispiel extra weit über das Griffbrett gespielt (inklusive Double Stops), um die Vielseitigkeit und Ausgeglichenheit im Ton des Ibanez zu demonstrieren:

Im zweiten Beispiel hören wir nun den Bridge-Tonabnehmer alleine. Dieser klingt erwartungsgemäß mittiger und nasaler, besitzt aber überraschend viel "Bauch", um in der Band für das nötige Fundament zu sorgen. Um die Mittenklangregelung dazu ein wenig zu fordern, spiele ich beim Klangbeispiel ein Lick mit etwas geboosteten Mitten und schalte nacheinander das Frequenzband um. Ihr merkt schon: Double Stops machen wirklich großen Spaß auf diesem Instrument!

Als nächstes wird der Daumen ausgepackt! Dazu nehme ich beide Tonabnehmer mit gleichzeitigem Bass- und Höhen-Vollboost in Betrieb. Hey, das knallt und schmatzt ja richtig satt - und tönt zugleich sehr kernig! Sehr schön finde ich übrigens, wie sich die tiefe B-Saite einbindet: das tiefe C aus meinem Klangbeispiel kommt wirklich glasklar rüber:

Auch ein Beispiel mit dem Plektrum darf natürlich nicht fehlen! Nur mit dem Halstonabnehmer gespielt, kommt der Sound sehr schön rockig-fett und fast schon precimäßig daher. Die Klangreglung habe ich abermals mit einem Mittenboost eingesetzt, d.h. dasselbe Lick habe ich dreimal gespielt und dabei nacheinander durch die Frequenzbänder geschaltet:

Zum Abschluss habe ich noch es noch ein kleines Schmankerl für euch: eine kleine jazzige "Kurzkomposition" von mir, in welcher der Ibanez mit seinen vielen Klangfacetten und seinem aufgeräumten Ton glänzen darf. Auf der linken Seite hört ihr die Chords (mit beiden Tonabnehmern gespielt und einem Mittencut bei 250 Hz). Auf dem rechten Kanal liegt der Walking Bass, der nur mit dem Halstonabnehmer und einem Mittencut bei 400 Hz gespielt wird. In die Mitte habe ich schließlich noch den Solobass gemischt, der nur mit dem hinteren Tonabnehmer eingespielt wurde - bei gleichzeitigem Höhencut. Wie ihr hören könnt, funktioniert der Bass mit seinem klaren Sound auch bei diesem dichten Bassfrequenzgerangel, ohne dass ich irgendetwas am Mischpult am EQ etc. nachregeln musste. Auch die künstlichen Flageoletts machen übrigens richtig Spaß, da das Ansprechverhalten einfach klasse ist!

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare