Test
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27.01.2020

HK Audio Polar 10 Test

Aktive Säulen-PA mit 5-Kanal-Mischer

Lauter Polarstern

Der Pilgerzug der Neuankömmlinge in unserer Säulensystem-Testreihe reißt nicht ab. Mit der Polar 10 tritt nun endlich auch ein offizielles Stäbchen der Firma HK Audio ein. Die Werte sind enorm: 2000 Watt (Peak) generieren 126 dB SPL bei einem stattlichen Gewicht von knapp 27 kg. Ein 10-Zoll-Langhub-Subwoofer, sechs 3-Zoll-Mittenlautsprecher und ein 1-Zoll-Tweeter schwingen zwischen 38 Hz und 20 kHz mit einer horizontalen Dispersion von 120°. Das alles zu einem moderaten Preis bei satten 5 Jahren Garantie, für den wir so eine starke Säule lange suchen müssen. Wie glanzvoll die Polar 10 am Firmament der Säulen strahlt, werden wir hier feststellen.

Details

Die Polar 10 wird in zwei Paketen geliefert, wovon schon der Karton des Subwoofers ahnen lässt: Hier kommt solide Ware ins Haus. Und tatsächlich: Mit 366 x 625 x 541 mm (B x H x T) und 21 kg Gewicht ist das schwarze Birkenmultiplex-Gehäuse des Subwoofers kein Leichtgewicht. Darin befinden sich die 2000 Watt (Peak) Verstärkereinheit samt Mixer und der 10-Zoll-Langhub-Basslautsprecher mit seiner 2-Zoll-Schwingspule.

Zum Lieferumfang der Polar 10 gehören eine Tasche für die beiden Säulenelemente und eine Schutzhülle für den Subwoofer. HK Audio ist von seinem System fest überzeugt, so dass die Garantiezeit firmenseitig auf fünf Jahre angesetzt wird. Qualität hat einen Namen.

Die Säule ist geteilt in ein Leergehäuse und das Lautsprecherelement. Sechs 3-Zoll-Lautsprecher mit 3/4 -Zoll Schwingspulen und Neodym-Magneten sorgen für die Mitten, dem gesellt sich ein 1-Zoll-Tweeter mit ebenso großer Schwingspule bei. Die Gehäuse beider Elemente sind mit 108 x 825 x 98 mm (B x H x T) gleich groß, das Leergehäuse wiegt 2 kg, die Tonsäule 3,9 kg. Für die gleiche Optik sind sowohl Subwoofer als auch beide Säulen-Elemente frontal mit einem Metallgitter und schwarzem Akustikschaumstoff ausgestattet.

Die Gesamthöhe des Systems kommt damit auf 2,13 m bei 26,9 kg Gewicht, wobei ja nach Zweck, Aufbau und Platzvorgaben das Leergehäuse der Säule weggelassen werden kann. Die Höhe beträgt dann knapp 135 cm.

Elektronik

Versenkt im Rücken des Subwoofer-Gehäuses befindet sich die 2000 Watt starke Class-D Verstärkereinheit mit ihren ausgebuchteten Kühlrippen. Neben dem Betriebsschalter befindet sich die Kaltgerätebuchse des Netzanschlusses. Die Schmelzsicherung lässt sich bequem auch dort tauschen, die korrekten Werte sind gleich nebenan auf der Platte aufgedruckt.

Zu den weiteren Sicherungsmaßnahmen gehören Unterspannungs-, Überspannugs-, Kurzschluss- und Überhitzungsschutz sowie der Peak-Limiter. Die Trennfrequenz zwischen Subwoofer und Tonsäule liegt bei 180 Hz, das Filter ist mit 24 dB/Oktave steilflankig gewählt. Das verspricht viel Energie für den Bass, aber auch viel Arbeit für die Tweeter, die eine große Strecke füllen müssen.

Der Hersteller betont, dass das typische Loch in der oberen Basswiedergabe erfolgreich geschlossen werden konnte. Gerade dort sind kleine Säulensysteme gerne etwas schmal aufgestellt. Interessant wird noch das Handling des Mittenloches, das bei diesem System bei 2,5 kHz eine bescheinigte Absenkung erfährt.

Auf dem Subwoofer-Gehäuse in dem hinteren Teil finden wir den Mixer und ein Display für die DSP-Steuerung inklusive digitaler Level-Anzeige der Kanäle. Die fünf Kanäle des Mischers verteilen sich auf vier Programme. Die ersten beiden Programme sind die Monokanäle mit den Kombobuchsen, Volume-Regler und den Schaltern zur Auswahl von Line- und Mikrofonsignalen. Nummer 3 ist der hochohmige Instrumenteneingang mit der Monoklinke und einem Kanalregler.

Programm 4 ist der Stereo-Eingang, entweder analog über ein Cinch-Buchsen-Paar oder digital über Bluetooth eingespeist. Das verwendete Bluetooth-Protokoll hat die Versionsnummer 5.0, die mit adäquatem Sender 40 m überbrücken soll.

Abgerundet wird der Mischer mit der XLR/M-Buchse, um den Mix-Out für Daisy-Chain- oder für Monitorbelange abgreifen zu können. Als Besonderheit finden wir einen eigenen Lautstärkeregler für den Subwoofer vor. Von komplett stumm bis zum regulären 0-dB-Einsatz oder gar einen Boost von 10 dB können wir hier stufenlos den Bass nachregeln.

Master

Im Master wacht ein 24 Bit DSP über anliegende Signale und die adäquate Abstrahlung. Alle Parameter lassen sich über einen Encoder und der dazugehörigen LCD-Anzeige abrufen bzw. einstellen. Auf dem Startbildschirm sehen wir die ankommenden Signale aller Mixer-Programme anhand von Levelmetern. Daneben ist die Grundeinstellung des Verstärkers (MASTER), welche von -unendlich bis +10 dB anzuwählen ist. Sollte die Anlage in Übersättigung fahren, meldet sich der Limiter mit einem schriftlichen Hinweis (LIMIT).

Die Bilderstrecke visualisiert die weiteren Menüpunkte der DSP-Steuerung, die die Bluetooth-Kopplung, den Dreiband-EQ (Lo 70 Hz, Hi 12 kHz / ±12 dB) mit parametrischen Mitten (70 Hz – 12 kHz / ± 12 dB), die drei Modi des Abstrahlverhaltens (Music, Voice, DJ), eine Verzögerung für Delay-Lines (bis 100 m), die Verwaltung der fünf Speicherplätze der User-Presets, die LCD-Einstellungen, den Factory-Reset und den Ausgang aus dem DSP-Menü umfassen.

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