Test
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20.02.2020

Praxis

Hat man das Unboxing der Einzelkomponenten beider Sets hinter sich gebracht, sind die Setups im Nu aufgebaut. Dann heißt es, die jeweilige Software auf den Rechner zu installieren. Jeweilig, weil der Starlight auch mit Serato DJ Lite und per kostenpflichtigem Update auch mit der Pro-Version funktioniert.

Software

Zur Erstauslieferung lief der Starlight-Controller allerdings ausschließlich mit Serato, nicht jedoch mit DJUCE. Das hat sich mittlerweile geändert, sodass auch die Nutzer der Hercules-eigenen Software ins Boot geholt wurden. Bei DJUCED 4 handelt es sich übrigens nicht um eine LE, sondern um eine Vollversion, die mit zahlreichen Features und einem ordentlichen Workflow gut geeignet für eure ersten Gehversuche ist.

Außerdem lässt sich Djay für iOS in der Free-Edition nutzen und Hercules hält auf seiner Website Mapping-Dateien für Traktor und DJay Pro bereit. Nicht zu vergessen bietet auch Virtual DJ native Unterstützung für den Starlight an, sofern ihr über eine kostenpflichtige Version verfügt. Für den Starlight bekommt ihr im Gegensatz zum Inpulse 200 wie gesagt noch Serato LE dazu. In diesem Artikel haben wir das Zusammenspiel getestet.

Hercules DJParty Set

Zunächst der Controller: Der DJControl Starlight ist ein wahrlich kompaktes Tool zum Auflegen. Er bietet insgesamt 34 Bedienelemente, darunter zwei Jogwheels zum Spulen, Scratchen und Phasenabgleich, zwei Mini-Pitchfader, vier Hartplastik-„Pads“ für Hotcues, Loops, FX und Samples eine Transportabteilung sowie Regler für die Lautstärke, den Kopfhörer, das Cueing, Bass/Filter und einen Crossfader etc. Das Summensignal wird über eine 3,5 mm Miniklinke ausgeführt, wo ihr Speaker,  Verstärker und Co. andocken könnt. Ebenso ist ein Kopfhörerausgang als 3,5 mm Stereoklinke verbaut. Das integrierte Audiointerface steigt mit 24-Bit/44,1 kHz in den Ring.

Kopfhörer

Beim HDP-DJ 45 handelt es sich um einen DJ-Kopfhörer mit 50 mm Treibern und geschlossener Rückwand. Die Hörmuscheln sind mit glatten Kunstleder-Ohrpolstern bestückt und können DJ-typisch rotiert und geschwenkt werden, sodass dieses Modell u. a. die Disziplinen des 1-Ohr-Abhörens und Schulterklemmens beherrscht und auf Reisen kompakt zusammengeklappt werden kann. Das fest verbundene Kabel ist 2 m lang und endet in einem  3,5 mm Miniklinkenstecker, für den ein 6,35 mm Stereoklinkenadapter mitgeliefert wird. Der Frequenzbereich ist mit 20-20.000 Hz angegeben, die Empfindlichkeit mit 95 dB und die Impedanz mit 60 Ohm. 

Klanglich gibt sich der HDP 45 DJ transparent mit präsenten Höhen und Mitten und ordentlicher Basswiedergabe zur Verortung der für das Beatmixing wichtigen Frequenzbereiche. Im Zusammenspiel mit dem Starlight kommt er kaum an seine Zerrgrenzen, solange man die Software nicht in den roten Bereich treibt. Er ist laut genug für den gebotenen Einsatzzweck und schirmt zudem gut vor der äußeren Geräuschkulisse ab. Ein stimmiges Modell für das Hercules Paket.  

Einen Wermutstropfen muss ich jedoch einschenken und dieser betrifft den Tragekomfort: Der Kopfhörer wiegt satte 340 Gramm mit Kabel, verfügt nur über wenig Kopfbandfutter und erzeugt einen spürbaren Anpressdruck auf dem Ohr. Okay, es ist ein DJ-Kopfhörer, kein Studiomodell, klar. Aber hinsichtlich des Tragekomforts habe ich schon bequemere Ohrnahbeschaller auf dem Kopf gehabt. Dafür hält der Proband jedoch auch beim Mittanzen fest auf dem Haupt. Wie man so schön sagt: Sitzt wie eine 1. 

Wristbands

Schließlich finden sich noch fünf Wristbands im Lieferumfang, die munter im Takt der Musik blinken. Praktischerweise verfügen sie über einen An/Aus-Schalter am Armband. Das spart Batterien, denn die Stromversorgung erfolgt über CR1220 Knopfzellen. Ist ein Wristband kurz vor der Party leer, kann man sich schnell behelfen, statt erst einmal stundenlang aufzuladen.

In the Mix

Im Praxistest gibt sich das Set als adäquate Einsteigerlösung. Autosync, Kanäle vorhören, Filter/EQ-Mischen, Crossfader-Überblendungen, Effekte abfeuern, Loopen oder mit dem (zugegebenermaßen etwas kurzem) Pitch und Jogwheel manuelles Beatmatching üben – alles kein Problem. Das DJUCED-Programm ist nahtlos auf Hardware von Hercules abgestimmt. Es funktioniert plug’n’play und ohne störende Verzögerungen mit dem Kompakt-Controller und hat eigentlich alles zu bieten, was man sich als Rookie wünschen kann. Darunter Decks mit Waveforms, Playlisten mit Cover-Anzeige, Ratings, Playcount, Keys und Energy-Level, dazu Effekte und Samples, integrierte Video-Tutorials der DJ-Academy, Ableton Link und dazu Soundcloud-Upload, falls ihr eure Mixe sharen wollt.

Hercules DJLearning Kit

Das Hercules DJ-Learning Kit beinhaltet den gleichen HDP DJ45 Kopfhörer, bringt aber mit den  DJMonitor 32 ein paar Aktivboxen mit und einen größeren Controller, ebenfalls mit integriertem Audiointerface.

DJControl Inpulse 200

Beim DJControl Inpulse 200 habt ihr gegenüber dem Starlight einen Navigations-Encoder an Bord, umfangreichere Equalizing-Funktionen,  Linefader, eine separate Loop-Abteilung, integrierte Beatmixing-Hilfen, Cinch-Outputs und insgesamt mehr Workspace – die umfangreichere Einstiegslösung, keine Frage. Schade nur, dass das USB-Kabel fest verbaut ist.

Softwareseitig bietet der Inpulse 200 selbstverständlich das Plug’n’play- Zusammenspiel mit DJUCED an, dazu auch DJAY für iOS Free. Auf der Website sind Mappings für Traktor und DJ Pro verfügbar. Virtual DJ ist ebenfalls möglich, so die erforderliche Lizenz gekauft wurde. 

Dass der DJControl Inpulse ein einsteigerfreundlicher Controller mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis ist, zudem kompakt ist, sich leicht transportieren lässt und alle notwendigen Features mitbringt, um ein paar Tracks zusammenzumixen, inklusive einer beherrschbaren und nicht überfordernden kreativen Spielwiese, konnte er bereits im Einzeltest unter Beweis stellen, den ich hier für weitere Informationen verlinken möchte. Fehlt eigentlich nur noch der passende … 

Hercules DJMonitor 32

Der Hercules DJ Monitor 32 bietet 2x15 Watt Leistung und arbeitet in einem Frequenzbereich von  60 - 20.000. Der Speaker setzt auf einen 3-Zoll-Woofer plus Hochtöner und macht optisch keine schlechte Figur auf dem DJ-Tisch/Desktop, ohne viel Platz zu vereinnahmen. Das Chassis ist aus 6 mm starkem MDF gefertigt. Zur Lautstärkeregelung verfügt die Aktivbox über einen frontalen Drehregler, ein EQ wie beim größeren 42er-Modell ist nicht vorhanden.

An der Rückseite befinden sich an der aktiven Box der Einschaltknopf, der Stromkabelanschluss und zwei Cinch-Eingangsbuchsen sowie die Klemme für das zweipolige Lautsprecherverbindungskabel zur passiven Einheit. Etwa 2,8 kg wiegt die Kombi aus passiver und aktiver Box,  ist im Nu aufgebaut, mit dem Inpulse verbunden und ready to rock.

Was die erzielbare Lautstärke angeht, liegt der DJMonitor 32 zwar durchaus auf einem Niveau, dass man ihn nach 22 Uhr in der Nachbarschaft aufgrund von möglicher Lärmbelästigung und den Konsequenzen nicht mehr voll aufreißen möchte. Klanglich muss der Käufer primär im Bassbereich Zugeständnisse machen und im Testumfeld mit begann der Speaker bei hoch aufgedrehter Lautstärke so ab 14 Uhr Reglerstellung zu zerren. Für die ersten DJ-Übungsrunden oder die spontane Wohnzimmerparty mit einer Handvoll Freunden reicht es aber noch aus. Kurz mal den Pegelmesser bemüht, um ein grobes Bild zu vermitteln: Er zeigt beim gerade laufenden Techno-Track auf gut einem Meter Entfernung einen max. Schalldruckpegel von etwa 84 dB an, bevor ich in meinem Testumfeld dann beim Erhöhen der Lautstärke in den Zerrbereich gelange.

In the Mix

Auch hier lässt sich festhalten, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis gut ist. Die größeren Jogwheels, das erweiterte Equalizing, der Beatmatching-Guide und nicht zuletzt die Linefader erhöhen den Spaßfaktor und der ist bei diesem Hercules-Set in Anbetracht der Investitionssumme ziemlich hoch. Der Workflow mit dediziertem Navigationsencoder und zusätzlichen Bedienelementen zum Tracks-Laden gestaltet sich noch etwas besser, da man nicht ständig zum Laptop/Touchpad greifen muss, um nach Titeln zu Browsen und die Decks zu beladen.

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