Software
Test
10
17.08.2020

Praxis

Ensemble Designer für Percussion-Performances


Der Ensemble Designer des Heavyocity Damage 2 dient dem unkomplizierten Erstellen von eigenen Patches aus einer Vielzahl an echten und künstlichen Quellen sowie dem „großen Spiel“ bereits vorhandener Ensemble-Performances – und das am besten mit einer 88-Tasten-Klaviatur!

Die verschiedenen velocitysensitiven Drum- und Percussion-Sounds können auf einer virtuellen Bühne großzügig verteilt werden und lassen sich praxistauglich aus fünf diskreten Mic-Channels mischen: Close, Room, Hall, LFE und Crush. LFE steht für Low Frequency Enhancement/Effects und betont abermals die Nähe zum dicken Kinosound. 

Die Presets organisieren die Multisounds auf drei Oktaven, wobei jeder Oktave eine eigene Bühne zur Verfügung steht. Salopp gesagt lagern „per default“ auf der ersten Oktave (C2) zwölf verschieden Bassdrums, auf der nächsten zwölf Snares und auf der dritten Oktave wiederum zwölf Percussion-/Hi-Hat-Sounds.

Diese Kategorisierung ist von mir sehr vereinfachend gewählt, dennoch sind alle Sounds komplex und gleichzeitig weitestgehend homogen. Es lassen sich Einzelsounds laden, aber auch ganze Sets (eine Oktave). Die Kategorisierung ist sehr übersichtlich – und dass man das NKI zum Neuladen nicht verlassen muss ist ein Segen.

Die Selektion an Sounds in den fertigen Snapshots ist wirklich geschmackvoll aufeinander abgestimmt, sodass man selten an den Einzelsounds herumschrauben muss. Wenn man dies aber will, kann man es individuell mit Volume, Tune, Tone Low und Tone Hi sowie Attack und Decay tun. Deutlich abgefahrener sind die MIDI-Performance-Effekte Crescendo, Swell, Flam, Roll und Repeat! Sie klingen sehr natürlich, was natürlich auch an den Round-Robin-Verfahren liegt. Ihren Einsatz seht ihr im zweiten Teil des obigen Videos.

Wer es plakativer mag bemüht ohnehin den berühmten Punish-Effekt auf dem Master. Dieser bietet nun drei Geschmacksrichtungen: „Nightmare“, „Hurt Me Plenty“ und „Gently Now“ stehen zur Auswahl. Die Master-Chain beherbergt außerdem sechs weitere und frei positionierbare Effekte. Da wäre ein Kompressor, ein EQ, ein Saturator, ein Delay, ein Reverb und ein Filter zu nennen – allesamt mit etwa vier bis sechs Reglern sowie mit je einem typischen Regler auf der Übersichtsseite versehen. Merke: Wer sich in Menüs verlieren will, kann dies tun, müssen tut man es aber nicht!

Effektiver Kit Designer


Das Kit-Designer-NKI ist eine Art Essenz des Ensemble Designers, wenn man so will, und nun für 16 Drumpads ausgelegt. Damit sollen die Sounds im MPC-Style einfacher für Maschine, Ableton und Co. nutzbar werden. Hinzukommt ein Mixer inklusive Pan, Solo, Mute sowie nun vier Effekte pro Track.

50 Kits gibt es, aufgeteilt in Hybrid und Damage. Die Mastersektion mit den sieben Effekten inklusive Punish ist identisch. Simple Sounds sucht man auch hier vergeblich und das ist gut so! Es fällt mir dennoch auf, dass viele Kits gerade zu im Delay/Hall baden. Insbesondere bei den Kicks ist mir das doch etwas zu viel des Guten.

Loop Designer: Where the magic happens


Im Gegensatz zu den „One-Shots“ der beiden anderen NKIs gibt es beim Loop Designer genau das, was wohl die meisten mit Damage 2 assoziieren: Brachiale Loops, die in sich so rhythmisch simpel sind, dass sie sehr gut miteinander kombiniert werden können. Eine Art Loop-Start-Quantisierung wäre allerdings irgendwie hilfreich.

Mit wenigen Handgriffen kann man nun Loops layern und so den Sound schnell personalisieren, ohne die Klangnische verlassen zu müssen. Ich bin mir sicher, dass wir einige der folgenden Sounds bald häufiger auf Netflix und Co. hören werden. Mit dem Gebotenen lässt sich zum laufenden Bewegbild jedenfalls gut improvisieren, auch um den Grundcharakter einer Szene unkompliziert skizzieren zu können. Auffällig ist leider nur der teils starke CPU-Load bei diesem NKI sowie die zeitweise träge Grafik. Leben am Limit.

Die Loops sind auch hier in in Oktaven/Gruppen organisiert, wobei jede – logischerweise – zwölf Loops enthält. Die erste Gruppe bietet Bassmaterial (ab C2), die zweite Mittiges (ab C3) und die dritte Oktave wieder High-Percussions (ab C4), die Aufteilung ist dabei also ähnlich wie beim Ensemble-Designer-NKI. Hinzukommt eine vierte Oktave für Transitions.

Eine weitere Oktave oder Zone (ab C1 und „Designed Keys“ genannt) kombiniert die passenden Loops. Soll heißen: Haltet ihr C1, läuft der Loop von C2 mit dem Loop von C3 und C4. Hinzu kommt eine Keyswitch-Region ab C0, welche zusätzliche, aber doch recht rudimentäre Stutter-Effekte bietet. Dazu gibt es noch Send-Effekte und der gewohnte Master FX.

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