Gitarre Hersteller_HarleyBenton
Test
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12.01.2021

Praxis

Für die folgenden Aufnahmen habe ich eine Fender Telecaster sowie eine Gibson Les Paul verwendet, um mit Singlecoils und Humbucker beide Welten abzubilden.

Abgenommen habe ich den HB-10G mit einem Shure SM57, das ich an den Rand des kleinen Speakers gerichtet habe. Weitere Klangveränderungen mithilfe eines Equalizers oder Ähnlichem habe ich nicht vorgenommen.

Los geht es mit dem cleanen Kanal und der Tele. Anschließend ist die Les Paul in derselben Disziplin zu hören. Dabei zeigen die Regler des Dreiband-EQs auf 12 Uhr.

Im cleanen Kanal liefert der kleine Combo mit seinem kleinen 6" Speaker einen direkten, knackigen Sound, der die typischen Klangeigenschaften der angeschlossenen Gitarre darstellt. Auch das Höhenbild ist klar und schön offen, was für viel Frische im Klang sorgt.

Ich schalte nun in den Crunch-Kanal und möchte herausfinden, wie sich der Gain-Regler in unterschiedlichen Positionen im Klang bemerkbar macht. Daher stelle ich ihn erst auf 9 Uhr, dann in die Mittelstellung. Danach zeigt er auf 15 Uhr und steht abschließend fast in der Maximalstellung. Fast deshalb, weil bei voll aufgedrehtem Regler das Nebengeräuschverhalten so hoch ist, dass ein Spielen im Grunde nicht mehr möglich ist. Das ist aber nicht weiter tragisch, denn einen Zentimeter zurückgedreht bleibt der Zerrgrad gleich, nur eben ohne massive Nebengeräusche. Auch hier habe ich die Klangregelung nicht verändert. Erst ist die Tele, dann die Paula zu hören.

Ich muss zugeben, dass mich der Klang im Crunch-Kanal nicht wirklich begeistern kann. Natürlich verdichtet sich das Signal mit höheren Stellungen des Gain-Reglers, das etwas harsche Klangbild bleibt aber bestehen. Das hat für mich aber recht wenig mit einem Röhrensound zu tun.

Jetzt interessiert mich, wie sich die Dreibandklangregelung im Sound bemerkbar macht. Zuerst sind, wie bei allen Beispielen zuvor, die Regler des EQs in der Mittelstellung. Im zweiten Durchgang drehe ich Bass- und Treble-Regler auf 15 Uhr und das Mittenpoti auf 9 Uhr. Für dieses Beispiel verwende ich die Les Paul, der Gain-Regler des Amps zeigt auf 12 Uhr.

Wie erwartet werden die Mitten ausgehöhlt, eine wirkliche Veränderung des Klangs ist trotz der deutlichen Veränderung der EQ-Regler aber nicht zu hören.

Abschließend interessiert mich der Klang des Kopfhöreranschlusses. Wieder spiele ich zum direkten Vergleich erst das mit dem Mikrofon abgenommene, anschließend das Kopfhörersignal aus. Auch hier ist wieder die Les Paul zu hören.

Leider kann mich das Signal nicht überzeugen. Der durch den Lautsprecher ausgegebene Klang ist ohnehin schon recht höhenlastig, und der Klang des Phones Out steigert diesen Eindruck noch. Für meinen Geschmack ist er kaum zu verwenden.

Der HB-10G ist in der Lage, eine ordentliche Lautstärke zu erzeugen, was reichen sollte, es sich mit den Nachbarn zu verscherzen. Ansonsten hinterlässt der Amp bei mir einen durchwachsenen Eindruck, denn clean kann er durchaus gefallen, verzerrt aber leider nicht.

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