Gitarre Hersteller_HarleyBenton
Test
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16.12.2020

Harley Benton G212A-FR Test

Aktive Full Range Lautsprecherbox

Full Range - Low Budget

Bei der Harley Benton G212A-FR handelt es sich um eine aktive Lautsprecherbox mit zwei 12 Zoll Lautsprechern und zwei Hochtönern. Das Cab ist konzipiert zur Verstärkung von Amp-Modelern und für Gitarristen, die nicht unbedingt mit kleinem Gepäck unterwegs sein müssen oder möchten.
Die Aktivbox liefert 2x 100 Watt über zwei 12" Basslautsprecher und zwei 1" Hochtöner und ist sowohl mono wie stereo einsetzbar. Für deutlich unter 300 Euro kann man das nicht unbedingt kompakte Cabinet käuflich erwerben, aber ob es in der Lage ist, die Hosenbeine flattern zu lassen und wie linear und sauber die Sounds von Modeling-Amps umgesetzt werden, erfahrt ihr in diesem Test.

Details

Gehäuse/Optik

Da hat sich tatsächlich ein ordentlicher Protz zum Test angemeldet, denn mit satten 22,8 kg und Abmessungen von 706 x 356 x 518 mm (B x T x H) passt die G212A-FR wahrhaftig nicht mehr ins Handgepäck. Zwar lässt sie sich am Griff auf der Oberseite noch ausbalanciert tragen, aber das Gehäuse ist mit einer Tiefe von 356 mm schon recht wuchtig, was man von normalen Gitarrenboxen oder Combo-Amps in der Regel nicht gewohnt ist. Das Gehäuse ist mit schwarzem Tolex überzogen und die Front komplett mit einem schwarzen Spannstoff bedeckt, der von einem weißen Keder umrahmt wird. An allen Ecken sind Schoner aus Kunststoff angebracht und rutschfesten Halt bekommt die Box durch breite Gummifüße. Zur Positionierung gibt es die beiden Optionen, sie entweder aufrecht und quer oder gekippt und quasi als Monitor aufzustellen, sodass die Box mit der Front in einem Winkel von 45° den Schall aus den Speakern direkt auf den stehenden Gitarristen pusten kann. Die Unterseite gerät dadurch etwas schmaler, und das sollte man bei der Positionierung eines Amps oder Getränken auf der Oberseite berücksichtigen. Die sollten nämlich nicht allzu weit nach hinten geschoben werden, denn sonst kippt die Box. Auch wenn man im engen Proberaum mal eben dagegenstößt (oft praktiziert von Sängern oder Schlagzeugern ;-), ist die Gefahr recht hoch, dass die Box kippt. Einen Amp wie beispielsweise den Kemper Profiler Head sollte man auf jeden Fall vorne direkt hinter dem Bedienfeld positionieren.

Bedienfeld

Das Bedienfeld befindet sich vorne auf der Oberseite und beherbergt sämtliche Bedienelemente in Form von Reglern und Schaltern. Los geht es ganz links mit den beiden Eingängen im 6,3 mm Klinkenformat (CHA, CHB). Zwischen den Anschlussbuchsen befindet sich ein kleiner Schiebeschalter, mit dem man zwischen Mono- und Stereobetrieb wählen kann. Bei Monobetrieb wird die Endstufe gebrückt und es stehen 200 Watt Leistung zur Verfügung. Jeder Kanal lässt sich mit den drei Reglern Volume, Resonance für den unteren und Presence für den oberen Frequenzbereich einstellen. Die Regler haben silberne Kunststoffknöpfe, deren Positionsmarker leider nicht gut zu erkennen sind. Außerdem sehen sie nach meinem Geschmack auch eher nach Plastikspielzeug aus. Aber das ist meine persönliche Meinung, denn die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. In der Mitte des Bedienfeldes sind fünf Kontroll-LEDs eingearbeitet, die beiden äußeren zur Pegelanzeige des Eingangssignal (Signal - grün) pro Kanal, dann zur Anzeige bei Übersteuerung (Peak - rot) und die LED in der Mitte leuchtet orange, wenn man das Signal mit dem darunter befindlichen Mute-Taster stummschaltet - ein hilfreicher Not-Aus- bzw. Panikschalter. Grünes Licht gibt es, wenn die Box in normalem Betrieb ist. Ganz rechts befindet sich der Power-Schalter, mit dem unser Testkandidat eingeschaltet wird.

Rückseite/Anschlüsse

Die restlichen Anschlüsse sind auf der Rückseite geparkt. Hier haben wir noch einmal zwei Eingänge, jeweils für CHA und CHB, aber diesmal mit XLRf-Anschlüssen. Daneben sind zwei Ausgänge geparkt, an denen das Signal von CHA und CHB über eine XLRm-Buchse ans Mischpult oder eine weitere Endstufe ausgegeben werden kann. Zur Behebung von eventuellen Brummschleifen gibt es einen Ground-Lift-Schalter unterhalb der Anschlüsse. Das Gehäuse ist hinten offen, das heißt, die Box strahlt auch Schall nach hinten ab, eine Konstruktion, die bei vielen Gitarrencombos bewährt ist.

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