Gitarre Hersteller_Gretsch
Test
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04.02.2018

Gretsch Electromatic G5715 Lap Steel Black Sparkle Test

Lap-Steel-Gitarre

Über’s Knie gelegt

Mit der Gretsch Electromatic G5715 Lap Steel serviert uns der amerikanische Hersteller eine optisch ansprechende Lap Steel im Schwarzweiss-Design und mit Sparkle-Lackierung. Gitarren von Gretsch sind untrennbar mit Namen wie Chet Atkins, Brian Setzer, Malcom Young oder Elvis Presley verbunden. Angefangen hatte alles mit dem Bau von Banjos, Tamburinen und Schlagzeugen, Gitarren folgten erst in den 1930er Jahren, die allerdings sehr schnell zu einer beliebten Alternative und Konkurrenz zu Gibson und Fender avancierte. Der Familienbetrieb, der nach diversen Verkäufen und einem Fast-Aus Anfang der 80er Jahre mittlerweile Produktion und Verkauf über Fender abwickelt, gehört inzwischen wieder zu den gefragten Traditionsmarken.

Und natürlich kommt ein amerikanischer Traditionshersteller wie Gretsch auch nicht umhin, neben seinen legendären semiakustischen Gitarren auch die Instrumente anzubieten, die in der Tradition amerikanischer Musik von Country über Blues bis hin zur hawaiianischen Folklore ihre Daseinsberechtigung haben. Dazu zählen deshalb auch Hawaii- oder sogenannte Lap Steel Gitarren, wie in unserem Fall die G5715, die laut Hersteller mit einem vollen, unverwechselbar typischen Hawaiigitarren-Ton aufwarten kann.

Details

Eine attraktive schwarze Sparkle-Lackierung empfängt uns bei unserem ersten Rendezvous mit der Lapsteel aus dem Hause Gretsch. Hochwertige gekapselte Mechaniken mit Metallwirbeln und ein weißes Kunststoffgriffbrett runden das Gesamtbild ab. Zwei Potis für Volume und Tone stehen zur Verfügung, die das Klangbild des am Steg untergebrachten Singlecoils mit Metallkappe bestimmen. Schnell mit der Hand erreichbar sind diese parallel zu den Saiten verbaut. Brücke und restliche Hardware sind verchromt und passen sich hervorragend in das Gesamtbild ein. Optisch ansprechend ist auch das kleine graue Pickguard mit schwarzen Streifen, in dem die Potis verbaut sind. Die Klinkenbuchse ist unmittelbar darunter an der Zarge eingelassen.

Die Electromatic liegt gut auf den Beinen auf und hat durch die leichte Verbreiterung in Richtung Steg eine angenehme Auflagefläche, ohne klobig zu wirken - der solide Mahagoni-Korpus wiegt gerade einmal schlappe 2,4 kg. Das weiße Griffbrett aus Kunststoff wurde optisch mit unterschiedlichen Positionsmarkern aufgewertet, hier findet man Kreise, Quadrate, Diamantformen und Dreiecke - die Kombination mit dem schimmernden Lack ist jedenfalls ein echter Hingucker. Und last, but not least ist auf der Kopfplatte der Gretsch-Schriftzug mit kleinem "Electromatic"-Vermerk aufgedruckt. Um das Instrument mit dem Amp zu verbinden, ist eine Klinkenbuchse an der Seite der Lap Steel angebracht - praktisch, so kommt auf der Oberseite kein Kabel mit der Anschlagshand in Konflikt. 

Die Saiten werden durch den Korpus aufgezogen und die Brücke besitzt eine verchromte Metallabdeckung, auf der wir die Anschlagshand ablegen können. Der verchromte Zinkguss-Steg ist so einfach wie möglich gehalten und direkt auf den Korpus aufgeschraubt, einer direkten Übertragung der Saitenschwingungen auf die Lap Steel steht also nichts im Wege. An der Kopfplatte liegen die sechs Saiten auf einem 4,7 Zentimeter breiten Aluminiumsattel relativ eng zusammen, weil nicht die gesamte Breite genutzt wird. Gekapselte und verchromte Vintage-Style Open Gear Mechaniken halten die Drähte in Stimmung, und mit einer Mensur von 570 mm ist die Lap Steel im absoluten Durchschnitt der bisher getesteten Hawaiigitarren anzusiedeln. 28 Bünde stehen zum herzhaften Tonebar-Gebrauch zur Verfügung, und wie das klingt, soll der folgende Ausflug in die Praxis zeigen.

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