Software Freeware PlugIn Effekte
Test
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07.11.2018

Glitchmachines Fracture Test

Freeware Multi-Effekt-Plugin

„Search and destroy“ für MacOS und Windows

Fracture – was zu Deutsch so viel wie Bruch oder Fraktur bedeutet, verspricht schmerzhaft zu werden.  Wenn Glitchmachines sein Freeware Effekt-Plugin so nennt, ist also davon auszugehen, dass sich Sound damit nicht gerade auf die sanfte Weise verändern lässt.

Wie der Name des Herstellers ja bereits andeutet, geht es bei seinen Produkten eher um die grobe und tiefgreifende Veränderung eines Signals. Und auch Fracture steht in dieser Tradition und bietet als Multi-Effektprozessor viele Möglichkeiten, besonders, wenn man es etwas deftiger mag und man auf der Suche nach „robotic artifacts“ und „musical malfunctions“ ist. ''

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Details

Allgemeines

Fracture gibt es für Windows und MacOS in 32 und 64 Bit. Erstellt einfach einen Account auf der Seite des Herstellers, fügt das Plugin eurem Warenkorb hinzu, ladet das 7,5 MB große Download-Paket herunter und entpackt es anschließend. Trotz des Umweges über den Warenkorb ist das Plugin aber absolut kostenlos. Neben den Installern bekommt ihr zusätzlich eine ausführliche Betriebsanleitung, die auch Installationsanweisungen enthält. Die Installation selbst geht schnell und unkompliziert über die Bühne.

GUI

Die Oberfläche von Fracture ist übersichtlich gestaltet und die GUI ist in fünf Hauptbereiche unterteilt. Wir starten ganz oben mit einem kleinen Bereich, der aber sehr wichtig ist. Hier können wir das Signal-Routing wählen, also in welcher Reihenfolge das Signal die drei verbauten Effekte durchläuft. Außerdem findet man hier ganz rechts auch die MIDI-Learn-Funktion.

Direkt darunter sind dann die drei Effekte selbst angeordnet, von oben nach unten zuerst die Buffer-, dann die Filter- und zum Schluss die Delay-Sektion. Die einzelnen Effekt-Sektionen sind jeweils in zwei Bereiche eingeteilt. Auf der linken Seite befinden sich die Parameter für den jeweiligen Effekt. Auf der rechten Seite findet man jeweils einen LFO, mit dem sich die Parameter steuern lassen. Die LFO-Frequenz wird unter RT (Rate) in Hertz angezeigt. Aktiviert man den Sync-Button darunter, werden verschiedene Notenwert genutzt, basierend auf den Werten der DAW. Die Drehknöpfe in der Mitte der GUI steuern, wie viel des LFOs durchgelassen wird, um den jeweiligen Parameter zu modulieren.

In der Buffer-Sektion steuert man Size (SZ), Repeat (RP) und Ratio (RA), in der Filter-Sektion Resonance (RS) und Cutoff (CT) und den Filter-Typen und in der Delay-Sektion dann die Delay-Time (TM) und das Feedback (FB) und den Delay-Mix über den mittig angebrachten Slider.

Ganz unten im letzten Bereich finden wir die globalen Einstellungen mit der Preset-Sektion und den Reglern für Level und Dry/Wet. Mit 110 Presets ist das Freeware-Plugin durchaus üppig ausgestattet. Es handelt sich wahrscheinlich um ein Rudiment aus der Zeit, als Fracture noch etwas kostete. Außerdem kann über den Fragezeichen-Button die Random-Funktion aktiviert werden, bei der jeder Parameter des Plugins zufällig ausgewählt wird.

Sound

Hören wir uns nun noch ein paar Presets von Fracture an. Zuerst auf einem Beat.

Faszinierend, wie beim zweiten Beat-Beispiel Artefakte, ja sogar eine richtige Melodie entstehen. Es ist durchaus denkbar, so etwas in einer professionellen Produktion einzusetzen. Über den Wet-/Dry-Regler ließe sich ohne Weiteres die Lautstärke des Effektes noch etwas verändern. Das zweite Beispiel schlägt dagegen schon einen ganz anderen Ton an. Wir hören die völlige Zerstörung des Beats und so entsteht quasi eine ganz andere Komposition. Das dritte Beispiel zeigt ein ähnliches Ergebnis. Erstaunlich, was man mit Fracture alles machen kann.

Wie beim ersten Beat-Beispiel beginnen wir auch bei der Streicher-Aufnahme relativ verhalten. Dank des Wet-/Dry-Reglers hört man das Original noch im Hintergrund, es entsteht aber auch eine geradezu roboterähnliche Textur. Beim zweiten Streicher-Beispiel geht es dann wieder mehr in Richtung Zerstörung, auch wenn wir auch in diesem Fall im Hintergrund noch das Original hören können.

Zum Schluss wenden wir Fracture auf Gitarre an.

Beim ersten Gitarren-Beispiel hören wir einen Effekt, der einem Phaser ähnelt und noch recht dezent daherkommt. Beim zweiten Beispiel ist dann schon wieder nicht mehr viel von der originalen Gitarre übrig, sie schimmert nur noch ein wenig durch. Stattdessen drängt sich ein Brummen in den Vordergrund, das die ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Fazit

Fracture von Glitchmachines ist für jeden Sounddesigner ein sagenhaftes Tool. Vom Hinzufügen kleinerer Artefakte bis zur kompletten Zerstörung und damit Erschaffung von etwas völlig Neuem ist bei diesem Multi-Effekt-Plugin einfach alles möglich. Selbst das Signal-Routing kann verändert werden. Das absolute Highlight ist aber die Random-Funktion, mit deren Hilfe man alle Parameter per Zufall auswählen und sich so total überraschen lassen kann. Dazu kommen über 100 Presets. Die Qualität dieses Plugins zeigt deutlich, dass Fracture nicht immer Freeware war. Absolute Download-Empfehlung!

* Pro 

einmalige Effekte

Random-Funktion

veränderbares Signal-Routing

über 100 Presets sind vorhanden

* Contra

Kein Contra

Sterne: 5/5

LINK: www.glitchmachines.com/products/fracture

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