Gitarre Hersteller_Gibson
Test
1
22.02.2018

Praxis

Trocken angespielt zeigt die Les Paul Studio ein sehr ausgewogenes Klangbild und einen schnellen Antritt. Die Basssaiten liefern bereits unplugged guten Druck und die Diskantsaiten wirken angenehm brillant. Die Saitentrennung ist sehr klar und es sind am Testmodell keine toten Punkte auszumachen. Die Bundkanten und Bundstäbchen sind sauber abgerichtet und die Saitenlage ist sehr bequem eingestellt. Hinsichtlich der Oktavreinheit hätte man sich bei manchen Saiten etwas mehr Mühe geben können, aber das übrige Werks-Setting ist tadellos.

Die Pickupschaltung erlaubt mit ihren Splitfunktionen ein gehöriges Maß an Soundvielfalt, womit die Paula ihren Beinamen "Studio" auch zurecht trägt. Zunächst hört ihr ein cleanes Picking über einen JTM45, bei dem ich alle Positionen durchgehe. Das Klangbild ist sehr gut aufgelöst und liefert im Bass-, Mitten- und Hochtonbereich ein gut ausbalanciertes Frequenzbild.

Nun geht es an einen Vox AC30. Ihr hört erst die Steg-, dann die Mittel- und abschließend die Halsposition. Die 57 Classic sorgen für einen sehr harmonischen, warmen Zerrsound, der keine Soundanteile überbetont, was den äußerst flexiblen Einsatzbereich noch unterstützt. Die verwendeten Pickups brüllen dabei weniger als gängig verbaute Vergleichsmodelle, klingen dafür aber etwas kultivierter und feiner.

Nun geht es an einen cleanen Fender-Amp und ihr hört die Halsposition. Weiß man, dass der Namenspate Lester Polfus eher aus dem Jazz kommt, so überrascht es nicht, dass sich auch dieses Les Paul Modell mit warmen, dunklen Jazzsounds sehr wohlfühlt:

Als nächstes spiele ich einen Marshall Plexi in allen Pickup-Positionen, und auch hier zeigt sich eine sehr gute Balance über alle Saiten, wobei die Pickups das Marshall-klirren sehr harmonisch abfangen. Jede Pickupstellung liefert ihren ganz eigenen Sound und die Gitarre weiß damit unprätentiös und musikalisch umzugehen.

Wie die Pickups mit dynamischem Picking umgehen, zeigt das nächste Beispiel. Zuerst schlage ich bei halbem Volume mit den Fingern an, wechsle dann zum Plektrum und spiele im dritten Durchgang mit voll aufgedrehtem Volume-Regler.

Dieser erlaubt wirklich feine Abstufungen und der Zerrgrad lässt sich vom leichten Crunch bis zum vollen Rockbrett problemlos regeln, wobei die Studio sehr musikalisch auf meine dynamische Nuancierung eingeht:

Da die Les Paul auch gerne in härteren Stilen eingesetzt wird, setze ich im nächsten Beispiel auf höhere Gainsettings und spiele ein Drop-D-Riff. Hier hört man das eher moderate Setting der 57 Classic-Tonabnehmer, womit Metalsounds nicht so hundertprozentig ihre Paradedisziplin sind, da der Ton schnell zu Undifferenziertheit neigt, was jedoch nicht tragisch ist, da die Pickups ihre Stärken in anderen Feldern ausspielen können.

Zum Abschluss hört ihr noch ein Sololick, bei dem ich durch die Bridge, Middle- und Neckposition schalte. Die Studio kann auf den Punkt den typisch singenden Les Paul Sound mit ordentlich Sustain generieren, den man sofort wiedererkennt. Die Halsmaße tragen ihr Übriges dazu bei, dass das Leadspiel eine wahre Freude auf diesem Instrument ist.

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare