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16.04.2019

GEWA DP340G Test

Digitalpiano

… mal nicht aus Fernost

Der deutsche Hersteller GEWA bietet mittlerweile sechs verschiedene Digitalpianos für den häuslichen Gebrauch im Preissegment von 1.000 bis 3.000 Euro an. Die Instrumente von GEWA werden in Deutschland gefertigt, was in der heutigen Zeit selten geworden ist. Das Digitalpiano DP340G ist farblich in mattschwarzer oder mattweißer Ausführung, sogar im Rosenholz-Design erhältlich. Das Piano wiegt 42 kg und liegt mit ca. 1.200 Euro im stark umkämpften Marksegment der unteren Mittelklasse. Ein in vier Stufen gesampelter Steinway-Flügel mit über 1 GB an Sample-Daten, eine 256-stimmige Polyphonie und ein modernes, schwungvolles Design machen neugierig! In unserem Test untersuchen wir, wie sich das DP340G im Test gegen die Konkurrenz schlägt.

Details

GEWA steht für “Georg Walther”, dem Gründer des traditionsreichen Unternehmens aus dem Vogtland. Während man früher dort ausschließlich akustische Instrumente baute, wagt sich GEWA seit einiger Zeit mit einer Digitalpiano-Serie auch auf modernes technisches Terrain. Der Markt der Digitalpianos wird dominiert durch die großen fernöstlichen Hersteller wie Yamaha, Kawai, Casio und Korg. Ein solcher Klavier-Ersatz muss gut klingen und obendrein gut aussehen. Das GEWA DP340G ist recht kompakt aufgebaut und zeigt sich in modernem Design. Der Klang eines Digitalpianos ist Geschmackssache. Und hier könnte GEWA mit der Wahl des Steinway-Samples ein Zeichen gesetzt haben, das wohl einige Käufer ansprechen dürfte.

Aufbau

Die Montage des DP340G stellt kein großes Problem dar. Das Instrument wird in einem recht großen Paket geliefert und muss aus fünf Teilen und dem eigentlichen Piano-Korpus zusammengebaut werden. Es ist hilfreich, eine zweite Person zur Unterstützung dabei zu haben, denn das gesamte Musikmöbel wiegt dann doch ca. 42 kg. Als Werkzeug benötigt man lediglich einen Kreuzschlitz-Schraubendreher. Nachdem die Seitenteile mit dem Pedal-Board verschraubt wurden, werden nur zwei Verstrebungen zur Stabilisierung an die Rückseite angebracht. Schließlich setzt man den Piano-Korpus als Ganzes oben auf und verschraubt ihn mit den Seitenteilen. 

Nun muss nur noch das Pedalkabel in die zugehörige Buchse unter dem Piano-Korpus gesteckt werden. Das alles klappt dank guter Aufbauanleitung sehr gut und das Instrument steht nach ungefähr 15 Minuten am gewünschten Platz und ist einsatzbereit. Eine Stellschraube unter der Pedalerie muss so justiert werden, dass sie den Boden gerade berührt. Dadurch entstehen bei der Betätigung der Pedale mit den Füßen keine mechanischen Belastungen des Unterbaus. 

Die Verarbeitung des DP340G ist sehr gut und das Digitalpiano steht nach dem Aufbau stabil. Die mattschwarze Oberfläche wirkt edel und das kompakte Design ist wirklich gelungen. Ein Tastaturdeckel schützt das Piano vor Staub und Beschädigungen und verschwindet zum Spielen einfach nach oben in den Korpus. Ein roter Filzstreifen ist sowohl an der Oberkante der Tastatur als auch an der Pedalerie angebracht.

Dieses kleine Detail lässt das Instrument noch wertiger aussehen. Oben auf dem Deckel kann eine große, stabile schwarze Notenablage hochgeklappt werden. Das sollte auch gemacht werden, denn im heruntergeklappten Zustand klappert das Holzbrett durch die Vibrationen beim Spielen ziemlich stark. Zur Klangabstrahlung bietet das DP340G ein eingebautes Lautsprechersystem mit zwei Speakern á 20 Watt, die sich im Korpus befinden und den Schall nach unten abgeben.

Anschlüsse

Auf der Rückseite des Gehäuses finden wir die wichtigsten Anschlüsse für die Verbindung zur Außenwelt. Positiv ist zu vermerken, dass GEWA dem DP340G ein internes Netzteil spendiert hat. Dadurch muss man hier nur das lange mitgelieferte Netzkabel einstecken. Für die Übertragung von MIDI-Signalen steht entweder das MIDI-Buchsen-Paar (IN/OUT) oder der USB-B-Anschluss zur Verfügung. So kann man z.B. einen externen MIDI-Klangerzeuger oder einen Computer anschließen. Das DP340G verfügt über einen Stereo-Output (LINE OUT L/R, je 6,3 mm Klinke), sodass man das Audiosignal auch extern verstärken oder aufnehmen kann.

Es gibt auch eine Buchse für ein externes Sustain-Pedal, sodass man den Piano-Korpus auch ohne das Untergestell und das Pedalboard z. B. auf eine Bühne stellen und ein separates Haltepedal anschließen kann. Schließlich bietet das DP340G einen LINE IN Miniklinken-Anschluss, um beispielsweise ein Smartphone als Klangquelle an das Digitalpiano anschließen zu können. Vorne links unter dem Korpus befinden sich – etwas versteckt - der Einschaltknopf und zwei Kopfhörer-Anschlüsse, sodass man auch zu zweit lautlos Klavier spielen kann. 

Die Pedaleinheit bietet die klassischen drei Pedalfunktionen Piano, Sostenuto und Sustain. Bei Betätigung des linken Piano- oder Una-Corda-Pedals wird das Verschieben der Klaviermechanik um wenige Millimeter nach rechts simuliert. Durch die veränderte Anschlagsposition der Hämmer entsteht eine etwas andere Klangfarbe und ein etwas leiserer Ton. Sostenuto bedeutet, dass die im Moment der Pedalbetätigung gespielten Noten solange gehalten werden, bis das Pedal wieder gelöst wird.

Bei Sustain werden alle Noten gehalten, solange das Pedal betätigt wird. Auch die Saiten der nicht angeschlagenen Töne können frei schwingen, sodass deren Resonanzfrequenzen angeregt werden. Auch diese Saitenresonanz wird beim DP340G simuliert. Das Sustain-Pedal verfügt sogar über eine Halbpedal-Funktion, die es erlaubt, die Stärke des Effekts zu beeinflussen, indem man das Pedal ganz oder nur halb niederdrückt.

Tastatur und Frontpanel

Das GEWA DP340G ist mit einer “Grand Touch” 88-Tasten-Hammer-Klaviatur aus dem Hause Fatar ausgestattet, bei der die Oberflächen der schwarzen Tasten leicht angeraut sind, um eine höhere Griffigkeit zu erhalten. Dabei ist die Gewichtung der Tasten der Hammermechanik eines Konzertflügels nachempfunden. Einen Druckpunkt gibt es bei dieser Tastatur nicht.

Das Bedienfeld liegt links neben der Tastatur und besteht aus einer kleinen, dreistelligen, roten Sieben-Segment-LED-Anzeige, vier Cursor-Tasten (oben, unten, links und rechts), einem Volumen-Schieberegler sowie sechs beschrifteten Tastern, die eine rote Aktivitäts-Anzeige besitzen. Über den Taster “Voice” gelingt es, die Klangfarbe zu wechseln. Das geschieht dann über die Cursor-Tasten links und rechts. Der aktuell gewählte Klang wird im Display angezeigt. 

Mit “Metronom” aktiviert man den eingebauten Taktgeber. Mit “Reverb” und “Chorus” fügt man dem Sound einen entsprechenden Effekt hinzu, den man dann mit den Cursor-Tasten verändern kann. Das Piano bietet fünf verschiedene Hall-Arten und acht Modulations-Effekte von Chorus über Flanger bis hin zum Rotary-Effekt. Die Parameteränderung ist zeitlich limitiert: Hat man z. B. die Chorus-Taste gedrückt, so wird kurzzeitig der entsprechende Effekt im Display angezeigt.

Während dieser Zeit kann man mit der linken und rechten Cursortaste einen Effekt auswählen und mit der oberen und unteren Cursortaste die Effektintensität auf einen Wert von 0 bis 10 einstellen. In ähnlicher Weise wird auch die Taktart, das Tempo und die Lautstärke des Metronoms eingestellt. Im DP340G ist auch ein einfacher Recorder eingebaut, sodass man das Gespielte in einfacher Weise festhalten kann. Diesen Recorder bedient man mit den beiden Tastern “Record” und “Play/Stop”. Es können drei Songs dauerhaft gespeichert werden.

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