G_Lab_Guitar_Laboratory G Lab GSC-3
Test
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27.11.2014

G-Lab GSC-3 Test

Loop-Switcher für Effektpedale

Der Effektpedal-Organisator

Der G-Lab GSC-3 im bonedo-Testmarathon – In unserer Testreihe mit Loop-Umschaltern für Effektpedale kommen wir diesmal zu einem Fabrikat, das aus einem für Gitarrenequipment eher untypischen Land stammt, nämlich aus Polen. Zwar kennt man einige Musiker - und vor allem eine ganze Reihe exzellenter Fußballspieler - die ihre Karriere über die Landesgrenzen hinweg ausweiten konnten, aber bekannte polnische Hersteller aus unserer Branche sind doch eher rar gesät.

Aber es gibt sie. Vielleicht (noch) nicht so bekannt, aber deshalb nicht weniger professionell. G-Lab ist eine solche Firma, die sich auf die Entwicklung und Herstellung von Effektpedalen und der dazugehörigen Peripherie spezialisiert hat. Und die pfiffigen Techniker aus dem oberschlesischen Zabrze präsentieren uns mit dem GSC-3 einen Looper mit diversen Extras zu einem sehr guten Kurs.

Details

Gehäuse/Optik

Der GSC-3 kommt im schwarz lackierten Metallgehäuse, auf dem zehn kleine, leichtgängige Schalter versetzt in zwei Reihen angeordnet sind. Vier quadratischen Drucktaster befinden sich zwischen den Schaltern 9 und 0, eine zwei-Ziffern LED-Anzeige sitzt links daneben zwischen Schalter 8 und 9 und die Darstellung der Loops findet man zwischen den beiden folgenden Schaltern. Alles ist recht platzsparend, aber gut erreichbar organisiert, was dem GSC-3 trotz der recht üppig ausgestatteten Steuermöglichkeiten noch überschaubare Maße von 441 x 125 x 60 mm (B x T x H) verleiht. Die Anschlüsse für die Loops sind auf der Rückseite angebracht, aber auch auf den beiden Seiten sind diverse Buchsen zu finden. Links beispielsweise sechs 9V-Anschlüsse, die angeschlossene Pedale mit Strom versorgen. Wer keine Mega-Stromfresser im Einsatz hat, spart sich damit bereits die Multi-Stromversorgung. Zwei getrennte Stromkreise mit je drei Anschlüssen stehen zur Verfügung, von denen jeder Stromkreis 500 mA liefern kann. Dazu gibt es selbstverständlich auch Kabel in folgenden Längen im Lieferumfang: 3x 40 cm, 2x 80 cm, 1x 120 cm. Das sollte für die Verkabelung auf jeden Fall reichen. 

Auf der rechten Seite liegen neben dem Speicherschutz-Schalter (Memory Lock) noch einen Aux-Anschluss und eine USB-Buchse, die den GSC-3 mit einem Computer verbindet, um bei Bedarf seine kompletten Einstellungen auch auf dem Rechner zu sichern. An den Aux-Anschluss lassen sich Zusatzgeräte anschließen, z.B. den Aux Bank Up/Down Switch von G-LAB, der die Speicherbänke extern umschaltet. Das ist aber prinzipiell nicht notwendig, denn die Umschaltung mit dem GSC-3 klappt bestens, dazu später mehr. 

Rückseite/Anschlüsse

Außer dem 12-V-Anschluss für das mitgelieferte Netzteil und dem MIDI-Out findet man an der Rückseite ausschließlich Klinkenbuchse. Dem Netzteil hat man auch genügend Leine gelassen, es kommt mit einem Vier-Meter-Kabel, sodass man nicht unbedingt eine Steckdose direkt am Pedalboard braucht. Neben dem MIDI-Anschluss befindet sich eine Buchse mit der Aufschrift Wah-Pad. Dabei handelt es sich um eine hauseigene Konstruktion, eine Metallplatte mit Schaltfunktion, auf der man das Wah Pedal befestigt. Sobald nun der Fuß Druck auf das Wah-Pedal ausübt, wird ein Schaltkontakt betätigt und der dazugehörige Loop wird automatisch zum vorhandenen Preset hinzugeschaltet. Eine absolut perfekte Lösung, bei der man immer spontan das Wah-Pedal aktivieren kann, ohne irgendwelche Schalter drücken zu müssen. Wer ein Wah Wah im Setup hat, sollte sich das Wah-Pad auf jeden Fall gönnen. Weiter geht es mit zwei Anschlüssen zur Amp-Umschaltung, auch das ist praxisnah gedacht, denn dadurch können auch Dreikanaler oder Amps mit Hall oder Boost geschaltet werden. Allerdings klappt das nicht mit allen Amps, aber auf der Website von G-LAB kann man sich eine Liste der Verstärker herunterladen, mit denen die Schaltfunktion arbeitet. Die Schaltkontakte sind galvanisch getrennt, um eventuelle Brummschleifen zu vermeiden. Es folgen die Send- und Return-Buchsen für die sechs einzelnen Loops, und dann gibt es noch den Output und den Tuner-Out-Anschluss. Der Tuner Out ist hier direkt hinter den Eingang geschaltet, durch eine Mute-Schaltung (Schalter 1&2 gleichzeitig drücken) ist geräuschloses Stimmen möglich.   

Bedienung

Im Preset-Modus, bei dem man die gespeicherten Kombinationen abruft, gibt es zwei Modi, in denen entweder zehn oder acht Presets zur Verfügung stehen. Acht Presets haben wir, wenn zwei Schalter als Bank-Umschalter bereitgestellt werden: 

Bank Up: Schalter 0

Bank Down: Schalter 5

Presets: 1, 2, 3, 4, 6, 7, 8, 9

Wer die volle Anzahl von Presets nutzen möchte, ruft die Bank des entsprechenden Tasters dadurch auf, dass er ihn länger gedrückt hält. In der Darstellung der Signalkette werden mit kleinen LEDs die aktiven Loops des entsprechenden Presets angezeigt, auf dem Ziffern-Display sieht man die Startnummer des Presets (00 - 99).

Loop Programmierung

Die Programmierung ist sehr simpel aufgebaut und auch intuitiv zu erfassen. Wenn alle Loops verkabelt sind, wählt man einen Speicherplatz und drückt den Loop-Taster. Nun blinkt die Anzeige und mit den entsprechenden Fußschaltern werden die entsprechenden Loops aktiviert. Zusätzlich lässt sich auch der integrierte Buffer Amp zuschalten. Auch hier kann man nach Belieben verfahren, entweder Buffer Amp für lange Kabelwege, oder True Bypass, wenn der Buffer ausgeschaltet ist. Wenn alles richtig geschaltet ist, muss nur noch erneut die Loop-Taste gedrückt werden, und die Einstellungen sind auf dem entsprechenden Preset gespeichert. Alternativ dazu können die Preset-Parameter auch kopiert oder auf einen anderen Speicherplatz abgelegt werden.

Amp Switch Programmierung

Dabei verhält es sich wie mit dem Einstellen der Loops. Man bestimmt ein Preset, drückt den Amp-Switch-Taster und mit den Schaltern 1- 4 werden die entsprechenden Schaltfunktionen angewählt. In der Signal-Darstellung werden die aktiven Funktionen ebenfalls angezeigt (untere Reihe). Danach erneut ´Switch´ drücken und die Einstellungen sind gespeichert.   

MIDI Programmierung

Zum Programmieren der MIDI-Control-Change-Befehle muss nach dem Anwählen des Presets einer der beiden MIDI-Taster (MIDI1, MIDI2) gedrückt werden. Dann gibt man mit den Fußschaltern die Nummer des Schaltbefehls ein und das wars auch fast schon. Es muss nur noch der entsprechende MIDI-Taster gedrückt werden und das Ganze ist gespeichert. Obwohl der GSC-3 nur einen MIDI-Out hat, können drei Geräte mit unterschiedlichen Befehlen versehen werden, sie müssen selbstverständlich entsprechend verkabelt und mit unterschiedlichen MIDI-Empfangskanälen zugeordnet werden. Der Schaltbefehl für das zweite Gerät wird mit dem MIDI2-Taster eingestellt, beim dritten Gerät müssen MIDI1 und MIDI2 gleichzeitig gedrückt werden. Außerdem ist es möglich, Programm-ChangeBefehle zu senden, wenn in den Voreinstellungen die entsprechende Auswahl getroffen wurde. 

Man ist mit dem GSC-3 sehr flexibel aufgestellt. Außer einer konfigurierbaren Tap-Tempo Funktion (über MIDI gesendet) gibt es noch weitere Möglichkeiten, den GSC-3 besser an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Hier ist eine Liste mit den Grundeinstellungen aus dem sehr ausführlichen Handbuch:

Das war aber noch nicht alles. Neben der Möglichkeit, vorgefertigte Presets abzurufen, kann man den GSC-3 auch etwas flexibler nutzen. Jeder Schalter ist einzeln konfigurierbar, ob mit ihm ein Preset oder eine Schaltfunktion (Loop ein/aus, Amp-Switch, MIDI Kanal) abgerufen werden soll. Dann könnte ein Setup für eine Bank folgendermaßen aussehen:

In diesem Fall würden nun die Schalter 1 bis 5 vorgefertigte Presets abrufen. Schalter 6 wählt Kanal 1 des Amps, mit Schalter 7 wird der zweite Kanal aufgerufen. Die Schalter 8, 9 und 0 dienen zum Aktivieren der Loops 2 bis 4. All das ist frei einstellbar, und natürlich könnte man auch die sechs unterschiedlichen Loops auf die Schalter legen und somit den altbewährten Pedalstepptanz vollziehen, auch das kein Problem.  

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