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15.12.2017

Frippertronics-Effekt mit zwei Bandmaschinen

Analoge Ambient-Delays im Old-School-Style

Solltet ihr zufälligerweise zwei alte Bandmaschinen in eurem Studio herumstehen haben, könnt ihr mit diesen den Frippertronics-Effekt nachbauen. Diesen Delay-Aufbau erfand King-Crimson-Gitarrist Robert Fripp in den 1970er Jahren. Wie das Ganze genau funktioniert, erfahrt ihr in dem Video, das wir euch hier vorstellen.

Das Tutorial-Video zum Frippertronics-Effekt stellt euch Bill Vencil auf seinem Youtube-Kanal „Chords of Orion“ vor. Nebenbei gesagt nutzt Bill den Effekt selbst für seine wunderschönen, gitarrenlastigen Ambient-Produktionen, in die ihr unbedingt reinhören solltet. Für den Aufbau des Effekts benötigt ihr zwei identische Bandmaschinen, über deren Spulen ein und dasselbe Band gespannt wird. Die erste Bandmaschine zeichnet das Signal auf, die zweite Bandmaschine gibt das aufgezeichnete Signal zeitverzögert wieder. Außerdem benötigt ihr ein Mischpult, mit dem ihr das Eingangssignal aussteuern könnt und das euch einen Feedback-Loop ermöglicht. Andernfalls würdet ihr einen einfachen Echo-Effekt aufbauen.

Das Delay-Feedback entsteht, wenn ihr das wiedergegebene Signal über den Send- und Return-Weg des Mischpult-Aux-Kanals erneut zur ersten Bandmaschine weiterleitet. Wenn ihr beide Bandmaschinen startet, müsst ihr das richtige Timing finden, mit dem ihr beide Maschinen möglichst zeitgleich in Bewegung versetzen könnt.

Bill Vencil weist auch auf eine schöne Eigenart von Bandmaschinen-Delays hin. Dadurch, dass das Signal wieder und wieder aufgezeichnet wird, wird es mehr und mehr verwaschener und erhält einen sich leicht steigernde Sättigungseffekt. Wie wir finden, macht gerade das den besonderen Reiz dieses kreativen Delay-Aufbaus aus.

Der Frippertronics-Effekt ist demjenigen analogen Tape-Delay sehr ähnlich, das wir euch bereits vorgestellt haben. Allerdings ermöglicht die hier vorgestellte Variante von Robert Fripp deutlich längere Delay-Zeiten.

Zum Thema Delay findet ihr unter bonedo.de/recording eine Menge interessanter Informationen, beispielsweise typische Fehler bei der Verwendung von Verzögerungseffekten und Fehler bei der Anwendung von Modulationseffekten.

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