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Test
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09.08.2013

Focusrite Scarlett 2i4 Test

USB-Audiointerface

Doppelt hält besser

Das Focusrite Scarlett 2i4 im bonedo-Test – Günstige USB-Audiointerfaces sind bei bonedo immer gern gesehen. Vor rund einem halben Jahr haben wir deshalb auch das zweikanalige Focusrite 2i2  getestet. Heute widmen wir uns dem etwas umfangreicheren 2i4. 

Wie der Name vermuten lässt, hat das zumindest schon mal zwei Ausgänge mehr, bei einem Mehrpreis von gerade einmal 50 Euro! Ob es sich noch lohnt, etwas tiefer in die Tasche zu greifen (und wenn ja, wofür), das erfahrt ihr hier!

Details

Allgemeines

Das Focusrite Scarlett 2i4 ist ein USB-2.0-Audiointerface für den Mac und den PC. Den notwendigen Strom bezieht es einzig und allein vom USB-Port, was man im Englischen als „bus powered“ bezeichnet. In Verbindung mit einem Laptop erhält man so ein mobiles Aufnahme-Setup, das auf dem Mac sogar ohne Treiberinstallation auskommt. Das nennt sich wiederum „class compliant“. Die AD/DA-Wandlung hingegen erfolgt mit einer Abtastrate von bis zu 96 kHz und in einer Auflösung von 24 Bit, was als vollkommen ausreichend zu bezeichnen ist.

Alles wie beim 2i2 möchte man meinen. Der Produktname lässt allerdings einen Hauptunterschied zwischen beiden schon erkennen: „2i4“ steht hier jedenfalls für zwei Eingänge und vier Ausgänge. Dem zur Folge gibt es also ein Ausgangspaar mehr als beim 2i2, was konkret bedeutet: Stereo/Dual-Mono rein und zweimal Stereo raus. 

Bedienelemente

Der große silberfarbene Kunststoffregler rechts steuert den analogen TRS-Hauptausgang („große Klinke“) in seiner Intensität, wodurch dieser bestens für eine direkte Verbindung mit aktiven Nahfeldmonitoren geeignet ist. Das kleinere und silberne Poti wiederum dient der Lautstärkensteuerung des Kopfhörers, dessen Ausgang sich gleich darunter befindet. 

Mit dem kleinen, etwas billig anmutenden Schiebeschalter „Headphone Source“ kann man einstellen, welcher Ausgang dem HP-Out zugewiesen wird. Somit kann der Produzent über die Boxen beispielsweise ein anderes Playback hören als der Musiker über seinen angeschlossene Kopfhörer.

Das Poti „Input/Playback“ macht in diesem Zusammenhang natürlich besonders Sinn, da es dem Ausgang 1/2 anliegende Eingangssignale latenzfrei – also ohne spürbare Verzögerung – hinzumischt. Dadurch wird zwar die Performance eines Musikers beim Einspielen nicht gestört, allerdings lässt sich das nicht wirklich für Kopfhörer und Speaker-Ausgänge getrennt einstellen.

Der Schiebeschalter „Direct Monitor Stereo Mono“ wiederum summiert die beiden Input-Signale auf den Ausgängen zu Mono, wodurch man beispielsweise den DI eingespielten Bass nicht nur links oder rechts hört, sondern auch auf beiden Kopfhörerseiten gleichzeitig. Das ist praktisch und vor allem mit dem Hardware-Direktzugriff äußerst sinnvoll. 

Inputs und Preamps

Die beiden Eingänge verfügen über einen Preamp mit Combo-Buchsen von Neutrik. Dieser Anschluss ermöglicht es, entweder XLR-, TRS- oder Instrumenten-Kabel einzustecken. Der Preamp arbeitet dabei mit einer Verstärkungsleistung von +10 dB bis +55 dB Gain bei 2 kOhm Eingangsimpedanz und bietet sogar ein 10dB-Pad – diesen Schalter gibt es am 2i2 leider so gar nicht. Der „48V“-Switch wiederum aktiviert die obligatorische Phantomspannung auf beiden XLR-Eingängen gleichzeitig. Alle drei Schalter sind mit einem angenehmem Druckpunkt und dezenter Leucht-Visualisierung ausgestattet.

Der Umschalter „Line/Instr.“ erhöht die Impedanz der Steckerbuchsen auf 10 kOhm und dämpft anliegende Signale um 20 dB auf Line-Level-Niveau bei Linksanschlag der Potis, welche sich übrigens auch angenehm straff drehen lassen. Rundherum haben diese Potis einen leuchtenden LED-Ring verpasst bekommen, der in den Ampel-Farben grob die Aussteuerung bzw. das Clipping visualisiert. Konkret: Ab -24 dB(FS) fängt es an grün zu leuchten, sobald 0dB(FS) erreicht sind leuchtet es kurz rot und dann noch eine Weile orange. Ein früheres Auslösen der Warnleuchten wäre sicherlich sinnvoller gewesen.

Weiterhin wären auf der Vorderseite noch die beiden Status-LEDs zu nennen, wobei hier einmal die aktive USB-Verbindung bestätigt wird und das andere Lämpchen MIDI-Aktivität anzeigt.

Weitere Anschlüsse

Rückseitig findet sich dann die beiden MIDI-Buchsen für den Ein- und Ausgang, eine Kensington-Buchse zum Anschließen der Kiste, sowie der USB-2.0-Anschluss und natürlich die Audio-Ausgänge. Ausgang 3/4 ist dabei in -10dBV-Chinch konzipiert, Ausgang 1/2 hingegen kann mit Chinch und 6,35mm-Klinkenanschluss punkten. Letzterer ist elektronisch symmetriert und für Studiopegel (+4dBu) ausgelegt. Beide Ausgänge von Out-1/2 werden vom silbernen Hauptdrehknopf im Pegel beeinflusst, die Verbindung 3/4 nicht.

Lieferumfang

Neben dem USB-Kabel liegt dem Interface auch ein kurzer, aber gedruckter „Getting Started Guide“ bei, der es empfiehlt die Treiber herunterzuladen und zu installieren. Unter Windows sollte man dies auch tun. Auf meinem MacBook war dies nicht zwingend notwendig, aber auch zu empfehlen.

Weiterhin gibt es noch so einiges auf den beigelegten CDs, DVDs und Seriennummer-Kärtchen zu entdecken: Unter anderem findet sich hier Ableton Live Lite in der Version Nr. 8, die Scarlett Plug-In-Suite in den Standards VST, AU und RTAS für Mac und PC, sowie die entsprechenden Handbücher in deutscher PDF-Form. Zusätzlich lag auch noch weiteres Sample-Material von Loopmasters für Live 8 vor, sowie der virtuelle Synthesizer Bass Station von Novation. Eine kleine und feine Auswahl für den typischen Anfänger, allerdings fällt dieses Xcite+ Pack genannte Bundle etwas zu „elektronisch“ für meinen Geschmack aus. 

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