Gitarre Hersteller_FGN
Test
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24.09.2020

Praxis

Die FGN J-Std Odyssey Flamed Maple präsentiert sich mit einer Werkseinstellung, die eine wirklich flache Saitenlage offenbart und im Verbund mit dem schlanken Hals für ein sportliches Spielgefühl sorgt. Spielern, die zu schwitzenden Händen neigen, kommt außerdem die matte Halslackierung entgegen. Wer gerne etwas mehr Holz in der Hand hat, wird hier dagegen definitiv nicht fündig. Ferner könnte das Griffbrett unseres Testmodells noch eine Ölung vertragen. Der akustische Grundklang ist zwar nicht so voluminös wie bei einer anderen Strat, die ich zum Vergleich habe, aber dennoch schön stramm und spritzig. Das Vibrato-System wurde ab Werk freischwebend eingestellt. Zieht man den Vibrato-Arm nach oben, kann die Tonhöhe aber nur um eine kleine Sekunde verändert werden. Bei wirklich starkem Einsatz bleibt die Gitarre nicht immer zu hundert Prozent stimmstabil, was für ein System dieser Art aber auch nicht ungewöhnlich ist. Hier würde man mit etwas Finetuning auf der Werkbank aber bestimmt noch bessere Ergebnisse erzielen. Wie schon erwähnt, wird der Vibrato-Arm einfach gesteckt und lässt sich anschließend bewegen, ohne ansonsten beim Spielen störend zu schlackern. Wenn gewünscht, kann der Arm aber mittels einer kleinen Inbusschraube auch nachjustiert werden. Unabhängig davon hat die Hülse, in der der Arm steckt, etwas Spiel, weshalb der ganze Bewegungsablauf nicht so geschmeidig ist, wie ich mir das wünschen würde.

Für den Praxischeck steht heute ein PRS Sonzera 20 Amp bereit, dessen Signal an eine Universal Audio OX Box geht und anschließend aufgezeichnet wird. Für die Zerrsounds liegen außerdem diverse Overdrive-Pedale parat. Wir starten wie immer mit einer Bestandsaufnahme der verschiedenen Pickup-Einstellungen im Clean-Kanal, beginnend am Hals-Pickup - der Humbucker ist zunächst im Split-Coil-Betrieb. Anschließend schalte ich um und gebe erneut die letzten beiden Einstellungen zum Besten.

Hört man genau hin, ändert sich in den beiden unteren Positionen etwas der Klangcharakter, auch wenn der Humbucker als Single-Coil fungiert. Dass man einen kleinen Kompromiss bei dieser Schaltung eingehen muss, ist aber normal. Dafür hat man auch zwei Sounds mehr und vor allen Dingen den mittigeren und fetteren Humbucker-Ton in der Bridge-Position, der sich spätestens beim Solieren absolut auszahlt. Wie zu erwarten war, produziert diese Gitarre ansonsten typisch "stratige" Sounds. Die Single-Coils könnten jedoch etwas mehr Pfund in den tieferen Frequenzen aufweisen und demzufolge insgesamt runder klingen.
Arbeiten lässt sich mit den Sounds aber dennoch problemlos, wie die nächsten beiden Praxisbeispiele zeigen. Beim vierten habe ich das Signal schon ganz leicht mit einem Wampler Tumnus Overdrive angefüttert bzw. gesättigt, was den Pickups gut bekommt.

Zeit, einen Gang höher zu schalten. Vor dem Amp liegt weiterhin das Tumnus Overdrive-Pedal. Wie eben schon erwähnt, hat man mit dem Humbucker am Steg eine fettere Alternative zu den Single Coils an Bord, die sich natürlich auch wie ein Boost bzw. eine zweite Zerrstufe nutzen lässt. Das funktioniert auch bei diesem Modell sehr zufriedenstellend.

Splittet man den Humbucker, hat er im einzelnen Betrieb zwar nicht die Schärfe eines Single-Coils in dieser Position. Der daraus resultierende, etwas smoothere Sound gefällt mir persönlich aber sehr gut.

Abschließend hängt ein Tsakalis AudioWorks Crown- und ein XVive Golden Brownie-Pedal (letztes Beispiel) vor dem Amp. Der bluesig britische Strat-Sound mit aktiviertem Hals-Pickup lässt sich hier recht gut bewerkstelligen. Dennoch könnte auch hier das Pickup-Signal etwas schmatzender daherkommen. Mit mehr Gain spielt dann der Humbucker am Steg erneut seinen Vorteil aus. Beim Entzerren des Signals über das Volume-Poti würde ich mir aber einen gleichmäßigeren Verlauf wünschen. Hier kommen noch ein paar abschließende Hörbeispiele.

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