Gitarre Hersteller_Fender
Test
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05.05.2021

Fender Champion 20 Test

E-Gitarren Combo

Allesspieler

Fender Champion 20 nennt sich der kleine E-Gitarren-Combo, den die Traditionsmarke ins Rennen der kompakten Übungsverstärker schickt. Der handliche Begleiter bringt zumindest laut Papierform alles mit, was man von einem modernen Gitarrenverstärker dieser Art erwartet und der als Einsteiger- oder als Zweit- oder Dritt-Amp möglichst alle Genres abdecken soll.
Von Jazz bis Metal reichen die Fähigkeiten des einkanaligen und 20 Watt starken Combos, glaubt man den Produkttexten der Hersteller-Website. Und tatsächlich stehen eine Vielzahl an Amp-Simulationen und eine ganze Reihe von Effekten für die unterschiedlichsten Sound-Ansprüche bereit, und das Ganze zu einem sehr attraktiven Preis. Viele Gründe also, dem praktischen Verstärker einen intensiven Test zu widmen.

Details

Optisch ist der Champion 20 ganz klar als Teil der Fender-Familie auszumachen. Mit seinen Abmessungen von 325 x 350 x 190 mm (HxBxT) zeigt er sich überaus kompakt, besitzt aber die klassischen Fender-Merkmale seiner "großen" Brüder und Schwestern.
Die Front des ansonsten mit schwarzem Vinyl bespannten Gehäuses beispielsweise trägt bis auf das Bedienfeld die klassische silberne Lautsprecherbespannung, die den integrierten 1x8" Fender Special Design Speaker verdeckt und vor äußeren Einflüssen schützt.
Der Combo steht wackelfrei auf vier Gummifüßen und lässt sich mithilfe des Kunstledergriffs auf der Oberseite sehr komfortabel transportieren. Kein Wunder, denn der Amp bringt lediglich 5,4 rückenschonende Kilos auf die Waage. Ein solches Gewicht wäre mit einem Röhrenamp nicht zu verwirklichen, was im Umkehrschluss bedeutet, dass unser Testkandidat von einer Transistorendstufe angetrieben wird. Metallkanten sorgen für zusätzlichen Schutz des in offener Bauweise konstruierten Verstärkers.

Die Rückseite zeigt sich spartanisch, denn bis auf den An/Aus-Schalter, die Netzteilbuchse für das mitgelieferte Netzkabel und die Kehrseite des verbauten Lautsprechers gibt es hier nichts weiter zu entdecken.

Schauen wir uns daher das Bedienfeld einmal etwas genauer an.
Angewinkelt verbaut beherbergt es ganz links die Eingangsbuchse, es folgen Gain- und Volume-Regler, die für Zerr-Intensität und Gesamtlautstärke zuständig sind. Alle Potiknöpfe kommen im klassischen Fender Top-Hat-Design und ermöglichen ein problemloses Ablesen der Reglerstellungen.
Spannend wird es mit dem nächsten Poti, das mit "Voice" beschriftet und eigentlich ein Drehwähler ist, der in den vier Rubriken Tweed, Blackface, British und Metal eine ganze Reihe unterschiedlicher Verstärkertypen bereitstellt.

Folgende Amps stehen zur Wahl:

- Tweed Bassman
- Tweed Deluxe
- Tweed Champ
- 65 Twin Amp
- 65 Deluxe
- 65 Princeton
- 60s British
- 70s British
- 80s British
- Super Sonic
- 90s Metal
- 2000 Metal

Da dürfte sicherlich für jeden etwas dabei sein. Wie die Amp-Simulationen im Einzelnen klingen, werde ich natürlich im Praxisteil näher beleuchten.

Es folgt mit den beiden Potis für Treble und Bass ein Zweiband-Equalizer zum Feintunen, bevor es in die Effektabteilung geht. Dort hat Fender dem kleinen Champion 20 diverse Effekte mitgegeben, die sich mithilfe eines FX Level- und eines FX Select-Reglers anwählen und zum Direktsignal mischen lassen. Der FX Select-Regler überstreicht auf seinem recht weiten Weg diverse Effekte und Effektkombinationen, wobei eine LED je nach Stellung farblich anzeigt, welche gerade aktiv sind.

Folgend Effekte stehen bereit:

- Reverb & Chorus
- Reverb Hall
- Reverb Spring
- Chorus Fast Sweep
- Chorus Deep Sweep
- Flanger
- Delay Slapback
- Delay Long
- Delay & Reverb
- Touch Wah
- Vibrato
- Tremolo

Zum Anpassen von Delayzeit und/oder Modulationsrate hat Fender dem Combo einen Tap-Taster spendiert. Als optische Kontrolle für das eingegebene Tempo dient eine rote LED.
Ein Aux-Input und eine Kopfhörerbuchse, jeweils im 3,5 mm Klinkenformat, erlauben bei Bedarf auch lautloses Jammen mit der Lieblingsband. Laut dem beiliegenden Handbuch soll das frequenzkorrigierte Kopfhörersignal auch zum Aufnehmen beispielsweise in eine DAW geeignet sein. Wie das klingt, interessiert mich natürlich auch.
Seitens der Verarbeitung konnte ich an dem in Indonesien gefertigten Verstärkers keine Mängel entdecken, womit wir auch schon im Praxisteil angelangt wären.

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