Software
Test
10
19.12.2020

Praxis

Booting

Beim ersten Einschalten fällt auf, dass der H9000 einiges laden muss. Beim H9000R „Rackversion“ wird dieses durch ein blinkendes Leuchten auf der linken oberen Seite des Network-Schalters deutlich. Hier ist Geduld angesagt, denn in den bevorstehenden zwei Minuten kann man die weiteren Programme hochfahren. Was auch auffällt, ist das leise hörbare Surren des Lüfters. Ein Grund mehr, es außerhalb der Hörposition oder Sichtweite zu stellen – zumindest beim H9000R ohne Faceplate.

Abgesehen von den digitalen und analogen Verbindungen kommuniziert der H9000 auch via WiFi oder wie in meinem Beispiel mithilfe eines Ethernet-Kabels mit dem Computer. Das funktionierte Alles auf Anhieb einwandfrei und der Kommunikation zwischen der Emote Software und der Hardware stand nichts mehr im Wege!

 

How does it sound?

Ich denke, es ist nicht übertrieben zu sagen, dass das, was hier klanglich angeboten wird, wirklich Weltklasse ist. Die Qualität der Effekte und die damit neu entwickelte 32-Bit-Verarbeitungsplattform machen sich auch klanglich bemerkbar. Was schon vorher hervorragend klang, bleibt und geht noch darüber hinaus. Zu den jeweiligen Effekten kann ich nur sagen: Man braucht wirklich Zeit, um sich ein besseres Bild von dem hier Gebotenem zu machen.

Viele der Effekte sind einfach so abgehoben und verrückt (im positiven Sinne), dass sie für sich stehen und man sich manchmal fragt, wann man so etwas in einem Song nutzen würde, aber vieles ist auch einfach nur inspirierend und lädt ein, die Effekte den persönlichen Bedürfnissen anzupassen. Jeder, der sich mit Klang und dessen Manipulation beschäftigt, ist hier zu Hause. Es ist nicht für eine bestimmte Gruppe von Usern gedacht, sondern vielmehr ein Multi-Effektgerät, das jedem etwas bietet.

Emote Software

Da sich beim H9000R die Kommunikation ausschließlich auf die Emote-Software konzentriert, ist der  wichtigste Aspekt das Zusammenspiel zwischen Software und Hardware. Beim H8000 hatte man in der Vergangenheit durchaus mit dem Handling sowie der überwältigenden Masse an Informationen auf dem kleinen Screen zu kämpfen – hier weiß Eventide hier ein geschicktes neues User Interface zu präsentieren!

Das Editieren oder Suchen von einzelnen Effekten oder Kategorien mithilfe der Emote-Software mag somit allein schon einGrund zum Neukauf oder Upgrade sein. Bei der Masse an Effekten (1600), die sich wirklich alle grundlegend im Stil unterscheiden, wird die Suche durch das Browserfenster wesentlich erleichtert. Die Emote-Oberfläche bietet übrigens ähnliches Navigieren wie auf dem Frontpanel und die Bildschirmlayouts ahmen weitgehend die Anzeige der Hardware nach, sodass Navigation und Bedienung vertraut bleiben.   

Simple GUI für ein komplexes Gerät

Unten befinden sich eine Reihe von Registerkarten, auf denen die Eigenschaften des Hardwaregeräts sowie die Sitzung (mit Zugriff auf alle Konfigurationsmenüs), FX-Ketten, Algorithmen und weiteres angezeigt werden. Rechts befinden sich spezielle Tasten für Tap (Tempo), Mute und Bypass, die für alle Effektketten gilt. Generell sei gesagt, dass die Steuerung des H9000 per Computer verdammt schnell und einfach ist. Die visuelle Darstellung von FX-Kettencontainern, die unabhängige Zoomsteuerung und auch die erweiterte Anzeige von Algorithmen brachte das 1.3 Update, seit dem auch endlich Catalina unterstützt wird.

Emote verwendet für die meisten Vorgänge die Drag-and-drop-Methode. Um eine Sitzung, eine FX-Kette, einen Algorithmus oder eine Voreinstellung zu laden, kann man diese einfach aus dem Browserfenster links in das Hauptfenster ziehen. Dieses einfache und intuitive Handling ist auch auf andere Bereiche anwendbar. Auch Verschieben von Algorithmen oder das Erstellen von Ein-/Ausgabeverbindungen wird somit schnell gelöst.

Parameter kann man jetzt einfacher via MIDI oder per USB ­steuern. Ein Mausklick auf den gewünschten Regler öffnet ein neues Fenster mit den Mapping-Möglichkeiten – Expression Pedale oder MIDI-Controller, alles wird angenommen. Die jeweiligen Parameter können mithilfe der Plugin-Version von Emote in jeder DAW auch automatisiert werden – allerdings nur über den Umweg der maximal acht "Functions"-genannten Makros der jeweiligen FX-Kette. 

Ein nice-to-have Feature ist ferner die Tatsache, dass man im Direct-I/O-Fenster die acht analogen Ein- und Ausgänge zusammen mit den verschiedenen Routing-Optionen des H9000 verwenden kann. Somit kann man sein bestehendes Audiosystem auch um acht hochwertige Wandler erweitern oder als Hardware Patchbay nutzen. Dies wird alles direkt mit der Session abgespeichert. 

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