Test
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08.07.2015

Praxis

Die Bar wirkt äußerst robust, hier geht so schnell nichts kaputt. Vermutlich überlebt sie sogar einen Sturz aus einigen Metern Höhe ohne größere Schäden. Über die leicht nach innen gewölbte Kühlrippen kann man die Bar außerdem super packen. Ich montiere gleich die Stellfüße und kurze Zeit später steht das Striplight stabil. Nichts wackelt oder kippt, wozu auch der bodennahe Schwerpunkt der Leuchte beiträgt. Ich kann die Lampe in alle Richtungen drehen, ohne dass sie irgendwo aneckt. Also auf zum Funktionscheck.

Das LC-Display ist kontraststark und gut ablesbar. Da dort auch ganze Worte Platz finden, ist die Bedienung einfach und die Navigation gelingt dem halbwegs Kundigen auch ohne Anleitung.  

Im Standalone-Modus kann ich zwischen acht unterschiedlichen Chasern wählen, wobei beim ersten einfach die Farbe per RGB Wert von 0 bis 99 eingestellt wird. Alle anderen füttere ich über die Parameter Speed und Flash mit Werten von 0 bis 99, wobei Speed für die Geschwindigkeit der Farbwechsel steht. Flash legt einen Stroboskop-Effekt mit steigender Geschwindigkeit über den Farb-Chaser, sobald der Wert größer als 0 ist. Im Auto-Modus werden die Chaser in einer Endlosschleife „abgespielt‟. Die Frequenz der Wiederholungsrate lässt sich zwischen 0 und 99 festlegen. Im Musikmodus lässt sich das integrierte Mikrofon, dessen Empfindlichkeit einstellbar ist, zur Steuerung heranziehen. Um mehrere Geräte zu synchronisieren, deklariere ich im Master/Slave-Modus eine Bar als Master, sämtliche per DMX-Kabel angeschlossenen Slaves übernehmen dann dessen Einstellungen.

Alle Effekte laufen einwandfrei und die Einstellungen im Menü sind sehr einfach vorzunehmen. Nach dieser kurzen Freiflug-Runde geht es nun ans Pult und in den DMX-Modus.

Im Fünf-Kanal-Modus verschaffe ich mir zunächst einen Eindruck von der Leistung der LED-Leuchte. Die Belegung der Kanäle ist wie folgt; Rot, Grün, Blau, Master-Dimmer, Makro/Strobe-Kanal. Ich muss die entsprechende „Fixture“ für mein Pult händisch erstellen und lege dabei für die RGB-Kanäle einen Startwert von 100 fest. So kann ich den Master-Dimmer auf einen Fader legen und die Leuchte erstrahlt weiß. Der Dimmer reagiert schnell, präzise und nahezu linear auf den Fader. Der länglich schmale Lichtkegel leuchtet sehr gleichmäßig aus und strahlt kaum Streulicht ab. Dafür ist im Weiß, vor allem am Rand, ein leichter Blaustich zu erkennen.

Der Blauton ist allgemein, wie von LED-Leuchtmitteln gewohnt, etwas dunkel. Das Rot ist angenehm voll, und das Grün wirkt überraschend satt, ohne den oft vorherrschenden Stich ins Gelbliche. Natürlich sind Mischfarben, die mehrere LED-Farbgruppen nutzen, im Vergleich zu den Hauptfarben heller – doch das liegt in der Natur der Sache und kann durch dimmen kompensiert werden. Sehr schön, was die LED-Leuchte von Eurolite bislang abliefert.

Als Nächstes probiere ich den Makro/Strobe-Kanal aus – und finde ihn unnötig kompliziert. Denn der Wert 0 bedeutet Dimmer auf, die Werte 1 bis 5 schalten musikgesteuerte Makroeffekte, 6 bis 10 signalisieren wieder Dimmer auf. Erst in den Werten 11 bis 255 folgt der Strobe-Effekt. Eine für mich kaum nachvollziehbare Belegung, zumal vom Pult gesteuerte Farbeffekte, deren Geschwindigkeit ich nicht steuern kann, für mich sowieso kaum zu gebrauchen sind.

Also habe ich schon in der Fixture-Erstellung einen Startwert von 3,5 Prozent (Wert 10) gesetzt, um den Makro-Bereich zu überspringen und direkt vor der Strobe-Funktion zu landen. So vermeide ich außerdem, dass die Farb-Chaser kurzzeitig anspringen, wenn ich die Strobe-Funktion ansteuern möchte. Der Strobe-Effekt funktioniert übrigens einwandfrei, ohne Helligkeitsverlust und mit steuerbarer Geschwindigkeit - so muss es sein

Den 12-Kanal-Modus benötige ich für die separate Steuerung der drei LED Gruppen links, mitte und rechts. Allerdings ist die Belegung ist sehr kompliziert und für das Programmieren auf dem Pult völlig ungeeignet. Der erste Kanal bestimmt die Auswahl der Funktion, die man mit den anderen Kanälen steuern möchte. So habe ich zum Beispiel keine Möglichkeit mehr, die Helligkeit zu dimmen, wenn ich vorprogrammierte Farbeffekte nutzen möchte, weil der Dimmer- zum Speed-Kanal wird. Meiner Meinung nach hätte ein 11-Kanal-Modus mit einem Master-Dimmer, separat steuerbaren RGB-Werten für die drei LED-Gruppen und einem Strobe-Kanal vollkommen genügt. Denn wenn ich mich schon entscheide, die LED-Gruppen einzeln zu steuern, dann programmiere ich mir auch meine individuellen Effekte und nutze keine Presets. Bislang vernachlässigt wurde der Drei-Kanal-Modus: Hier steuere ich lediglich die RGB-Werte, was bei einem Mangel an freien Kanälen auf der DMX-Linie ohne Weiteres ausreicht.

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