Gitarre Hersteller_Epiphone
Test
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04.05.2020

Praxis

Sound

Die Gitarre kommt mit einer ordentlichen Werkseinstellung, recht flacher Saitenlage und sauberer Einstellung der Oktavreinheit. Ansonsten sind die Bünde ausreichend poliert, was bei Gitarren in dieser Preisklasse nicht der Regelfall ist. Der Hals liegt gut in der Hand und die Gitarre generiert unverstärkt einen knackigen Ton mit relativ schnellem Antritt. Für den Praxisteil wird die SG Standard an einen clean eingestellten Sovtek MIG-50 angeschlossen, der über eine Marshall 4x12 Box (Celestion G12M) läuft. Die Box wird mit einem Neumann TLM-103 abgenommen. Für eine erste Bestandsaufnahme hört ihr die drei Pickup-Kombinationen direkt hintereinander mit unverzerrtem Sound.

Die Pickups haben etwas mehr Pegel als die an PAFs orientierten Tonabnehmer der Epiphone Les Paul Classic Worn beispielsweise. Sie sind recht dezent in den Höhen, der leicht spritzige Naturton auf den hohen Saiten kommt hier nicht ganz so zur Geltung, wie man sich das eventuell vom trockenen Anspielen her erhofft. Dafür hat man aber weniger Probleme mit etwas höhenbetonten Amps wie zum Beispiel den Klassikern aus dem Hause Vox oder Marshall Plexis und deren Nachbildungen. Mit dem Hals-Pickup und den dezenten Höhen können die typischen Jazz-Humbucker-Cleansounds sehr gut auch ohne zurückgedrehtes Tonpoti realisiert werden. Auch Funk-Sounds sind mit der Kombination beider Pickups möglich, wenn auch nicht so spitz wie mit einer Tele, aber mit Charakter.

Wenn man die Gitarre über einen Amp spielt, kann bei Höhen und Presence für einen durchsetzungsfähigen Sound gerne etwas mehr aufgedreht werden, besonders bei rauchigeren Tönen mit Verzerrung. Was mir gut gefällt, ist die Ausgangsleistung der Pickups, die den Amp oder das Overdrive-Pedal ordentlich kitzelt und je nach Zerrer schon einen aggressiveren Ton erzeugen kann. Trotz der stattlichen Ausgangsleistung lässt sich der Zerrgrad bei leicht bis mittlerem Gain noch ordentlich per Anschlag steuern. Hier kommen zwei Beispiele mit einem Vertex Ultraphonix und gleicher Einstellung des Pedals. Beim dritten Beispiel ist ein Himmelstrutz Fetto Nord im Einsatz mit dezentem Reverb und Delay.

Mit den drei Kombinationen und unter Zuhilfenahme der Tone- und Volume-Potis lässt sich einiges an Sounds erzeugen, so wie man es eben von SGs oder Les Pauls und deren Kombinationsmöglichkeiten gewohnt ist. Was die Klangqualität und Klangtransparenz der Gitarre betrifft, so ist das alles im Hinblick auf ihre Preisklasse sehr gut. Verglichen mit den Topmodellen fehlt es den Pickups aber naturgemäß an klanglicher Güte, der Sound wird auf den tiefen Saiten schnell etwas pappig und in den Höhen fehlen etwas an Klarheit und Transparenz. Hier sind noch mal zwei Beispiele, bei denen ich mit den Regelmöglichkeiten experimentiert habe, zuerst mit dem Volume-, dann mit dem Tone-Regler. Als Zerr-Generator ist hier wieder der Himmelstrutz Fetto Nord Overdrive zu hören.

Wir kommen nun zu den High Gain Sounds und auch da macht die SG eine gute Figur. Sie hat eine gute Ansprache auf die Aktionen mit dem Pick bei Pinch Harmonics und man kann mit einem entsprechenden Zerrgrad den Klang sehr effektiv mit dem Pick bzw. den Fingern formen. Bei höheren Zerrgraden wird es mitunter etwas matschig, wenn viele Saiten im Einsatz sind. Hier ist Vorsicht angesagt, und wenn man etwas pingelig ist, dann heißt es, entweder weniger Gain oder weniger Töne. Ich kann mir vorstellen, dass man aus der Gitarre mit etwas hochwertigeren Pickups noch eine gute Ecke mehr herausholen könnte, denn die Basis stimmt. Auch Downtunings funktionieren vernünftig, womit wir beim letzten Beispiel und bei Drop C angelangt sind, und auch hier spielt die tiefe Saite noch recht gut mit.

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