Bass
Test
7
11.10.2018

Praxis

Das hochkantige Format der beiden Cabs ist durchaus sinnvoll. Schon im Betrieb als einzelne Boxen verbessert es für den Spieler merklich die Hörbarkeit, da die Speaker sich näher am Ohr befinden als bei querformatigen Ausführungen. Während eine normale 4x10er-Box auf ungefähr 65cm Höhe kommt, ergeben zwei übereinander gestapelte 2x10-Exemplare der Epifanis bereits einen Turm von ca. 120 cm. Das ist schon ein beträchtlicher Unterschied - und ein großer Gewinn für den Spieler!

Das Gewicht beider Boxen ist sehr moderat und das Tragen wird noch zusätzlich durch die großzügigen Schalengriffe erleichtert. Diese wurden nicht einfach mittig angebracht, sondern so, dass die Boxen perfekt ausbalanciert sind und beim Tragen weder nach vorne, noch nach hinten kippen. Alle Buchsen oder Regler wurden versenkt angebracht, sodass beim Transport nichts versehentlich abbrechen kann.

Die Dual Impedance Speaker Technology der D.I.S.T.-Serie erweist sich in der Praxis als wahrer Segen. Im Standalone-Betrieb lässt sich so im 4-Ohm-Modus schon die volle Leistung des Amps abrufen. Hier ist vor allem der gewonnene Headroom sehr interessant, der ja bekanntlich mehr Dynamikumfang ermöglicht. Der Unterschied in der Lautstärke zwischen 4 und 8 Ohm ist nicht allzu groß, da ja die Membranfläche identisch bleibt. Soll es mal lauter werden, schaltet man zurück auf 8 Ohm und kann dann alle Boxen der D.I.S.T.-Serie mit einer beliebigen Box mit ebenfalls 8 Ohm kombinieren. So kommt man wieder auf die gewünschten 4 Ohm, die ja meist die Untergrenze für Verstärker ist. Besitzt man zwei Exemplare der D.I.S.T.-Serie, ist man wirklich für alle denkbaren Szenarien gerüstet - seien es 2, 4, oder 8 Ohm. Das ist schon wirklich klasse!

Doch nach allen technischen Fakten kommen wir nun natürlich noch zu den klanglichen Qualitäten und Unterschieden. Als Bass kam ein moderner Fünfsaiter und als Verstärker ein relativ cleaner Transistoramp zum Einsatz, die Abnahme erfolgte über ein Kondensator-Mikrofon, welches ca. 50 cm vor der Box platziert war.

Zum Abschluss spiele ich noch eine B-Dur-Tonleiter über zwei Oktaven. Das spiegelt sehr schön das gesamte Frequenzspektrum der Cabinets wider.

Beide Boxen liefern für eine 2x10er-Bestückung erstaunlich viel Low End. Der tonale Umfang eines Viersaiters wird problemlos wiedergegeben, bei Tönen auf der tiefen B-Saite eines Fünfsaiters wird der Sound dann doch etwas komprimiert, was angesichts der Größe der Gehäuse und der Membranflächen aber auch zwar zu erwarten war. Allerdings habe ich dieses Phänomen bei manch anderer Box in "schwerer" Bauweise mit Keramikmagneten auch schon durchaus etwas besser gehört.

Das Hochtonhorn mischt sich schon auf der ersten Stufe (L) ordentlich ins Klangbild ein. Mehr muss es für mich nicht sein - hier wäre eine etwas feinere Einteilung meines Erachtens die bessere Wahl. Die D.I.S.T.-Box bietet den typischen "amerikanischen" Edelsound mit dezenter Mittenabsenkung und positioniert sich klar im Bereich R&B, Funk und Pop. Wo man an anderer Stelle den Equalizer bemühen muss, liefert die Epifani D.I.S.T.-Box schon ein entsprechendes Preset für die genannten Stilistiken. Für dreckige (Rock-)Sounds eignet sie sich eher weniger.

Die Tour-Serie wirkt hingegen insgesamt etwas bedeckter und nicht so differenziert. Die D.I.S.T. 210 ist deutlich klarer und transparenter. Allerdings besitzt die Tour 210 ihren eigenen, mehr hemdsärmeligen Charme, der für manche Situationen durchaus die bessere Wahl sein kann, da sie auch wunderbar in einem rockigen Kontext funktioniert!

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