Test
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04.09.2021

Drumprax Take 5 Practice Pad Set Test

Übungspads

Erst zielen, dann spielen!

Was tut man als engagierte Trommlerin und Trommler nicht alles, um die spielerischen Fähigkeiten zu verbessern. Ein stets wiederkehrendes Utensil ist dabei das Übungspad. Wo es früher eine überschaubare Anzahl an Holzplatten mit Kautschukbelag gab, überbieten sich heute die Hersteller mit neuen Formen, Farben und Materialien, alles im Dienste des schlagzeugerischen Fortkommens. 

Die Hamburger Firma Drumprax bietet seit Kurzem eine ganz eigene Interpretation der „Übungsplatte“ an. Sie ist – je nach Ausführung – auf den ersten Blick kaum zu erkennen, geschweige denn als Pad. Und genau das soll der Vorteil der pilzförmigen Teilchen sein. Die kleinen Schlagflächen sollen nämlich sowohl die Konzentration als auch die Präzision fördern, gleichzeitig sind die Drumprax flexibel montierbar und sollen zudem auch noch richtig Spaß machen. Ob das zu viel versprochen ist, lest ihr auf den folgenden Zeilen. 

Details & Praxis

Das Drumprax Pad Set beinhaltet fünf Größen

Zum Test habe ich alle fünf aktuell angebotenen Drumprax-Modelle als Komplettset namens Take 5 in der Ausführung Weiß erhalten, es gibt sie jedoch noch in acht weiteren Farben und auch einzeln. Die Durchmesser der Spielflächen betragen 20, 30, 40, 50 und 60 Millimeter. Davon abgesehen, sind alle Drumprax Pads identisch aufgebaut, 4,8 Zentimeter hoch und erinnern optisch an Pilze mit unterschiedlich großen Köpfen. Ihr Fuß beherbergt ein eingelassenes M8-Gewinde aus Metall, damit lassen sich die Pads beispielsweise auf Beckenstativen montieren. Laut Hersteller sind die Pads aber auch auf Flaschen und an Multiklammern spielbar. Zudem hat man eine Spannreifenhalterung im Programm, die jedoch nicht Teil dieses Tests ist. Als Trägerplatte fungiert ein kreisrunder Kopf mit einer oben befestigten, grauen Gummispielfläche, die mich ein bisschen an jene der gängigen RealFeel Pads erinnert, jedoch etwas weicher zu sein scheint. Alle Teile wirken solide und sauber verarbeitet, laut Drumprax werden die Pads komplett in Hamburg hergestellt.

Erst einmal gilt es die Montagemöglichkeiten zu ergründen

Um mit den Drumprax üben zu können, müssen sie zunächst in eine dafür geeignete Position gebracht werden. Wer nicht die – oben erwähnten – optional erhältlichen Spannreifenhalter erwirbt, muss dafür einen Beckenständer mit M8-Gewindedorn verwenden und ausrichten. Für zuhause mag das kein Problem sein, wer jedoch mal eben am Set zwischendurch üben möchte, muss entweder einen extra Beckenständer für die Drumprax anschaffen oder ständig umbauen. Letzteres ist eine Situation, die ich selbst vermeide, um mir das Üben möglichst „barrierefrei“ zu gestalten. Es empfiehlt sich jedenfalls, ein Stativ zu verwenden, welches die Drumprax in der gewohnten Spielhöhe positioniert. Mit einer Flasche habe ich es auch versucht, einen wirklich festen und zudem leicht angewinkelten Stand habe ich aber nicht realisieren können. Mit den auf der Hersteller-Website empfohlenen Füllstoffen Wasser oder Sand sollte man ebenfalls vorsichtig sein. Beide Optionen dürften beim Umkippen eine mehr oder weniger unangenehme Wirkung entfalten, zumal die Sockel der Drumprax eine handelsübliche Flasche nicht luftdicht verschließen. 

Kommen wir nach dem Gemecker nun zum spannenden Teil, …

… nämlich der Frage, ob die Teile Spaß machen. Die Antwort lautet ja, sofern man weiß, worauf man sich einlässt. Schließlich sollen die Drumprax ja gerade zum Verlassen der persönlichen Komfortzone animieren. Einmal montiert, fühlt sich das 60-Millimeter-Modell wie ein sehr kleines Standardpad an. Es besitzt einen guten, nicht zu starken Rebound und dürfte einigermaßen trainierten Rudimentspieler nicht vor unüberwindbare Herausforderungen stellen. Mit abnehmendem Durchmesser wird das Spielgefühl graduell härter, gleichzeitig mehren sich die verräterischen Klickgeräusche, die entstehen, wenn die Sticks miteinander oder mit den äußeren Kunststoffteilen der Pads kollidieren. Eine besondere Schwierigkeit stellt sich etwa ab der 40-Millimeter-Größe abwärts auch beim Umsetzen von Dynamik ein. Hier ist verschärfte Konzentration und Übung vonnöten, um bis dato einwandfrei funktionierende Patterns unfallfrei zu spielen. 

Der „Endgegner“ ist natürlich das winzige 20-Millimeter Pad, auf welchem die Spitzen eines 5B-Stocks kaum nebeneinander passen. Für Unisono-Figuren braucht es also enorme Konzentration, aber auch alle linearen Übungen gehen alles andere als leicht von der Hand. Das ist der Sinn der Sache, und nach kurzer Eingewöhnungszeit stelle ich fest, dass ich fleißig unterschiedliche Größen auf das Stativ schraube. Mindestens zwei klare Verbesserungen dürften die Drumprax bei regelmäßiger Verwendung bringen. Da wäre zunächst die Augen-Hände-Koordination, ohne die hier nahezu nichts geht. Wer also am Schlagzeug Schwierigkeiten hat, bestimmte Instrumente zu treffen, dürfte von den Drumprax profitieren. Der zweite Vorteil ist das Eliminieren von horizontalem „Bewegungsmüll“ (eine Wortkreation vom großartigen Jojo Mayer), der nichts für die Ausführung der Schläge bringt und nur Energie raubt. 

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