Drums Workshop_Folge
Workshop
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03.12.2015

Drum Cover: Spin Doctors - Two Princes

Der Groove-Klassiker mit Soundfile, Text und Noten

Legendäre Drum-Grooves zum Nachspielen

In unserem heutigen "Groove der Woche" Workshop geht es schon wieder um einen ganz Großen, nämlich den Beat zu "Two Princes" von den Spin Doctors. Damals, als man noch stundenlang zwischen MTV und Viva hin und her gezappt hat, war dieser Track für eine gefühlte Ewigkeit unausweichbar. Schon beim Intro-Fill stieg mein Puls rasant an. Der Groove hielt mich dann gefesselt und hat damals seinen Teil zu meiner aufkeimenden Leidenschaft für Drums beigetragen. Der Schlagzeuger des Tracks, Aaron Comess, sagte mal in einem Interview, dass die Aufnahmen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bereits drei Jahre zurücklagen und er dann von dem Erfolg des Songs überrascht wurde. Als ihn jemand auf sein großartiges Drumming ansprach, habe er sich den Track erst wieder angehört und sei überrascht gewesen, dass man die Ghostnotes so deutlich hören konnte. Im Studio sei das überhaupt nicht seine Intention gewesen, der Mischer schien aber der Auffassung gewesen zu sein, den Mix kräftig mit Compressor aufwerten zu können. Ich bin der Meinung dass er damit Chuck Norris-mäßig Recht hatte und bin glücklich, euch diesen Wahnsinns-Beat in dieser Woche präsentieren zu dürfen.

Der Titel 'Two Princes' fällt in die Ära des Grunge Rock. Wenn jemand heutzutage auf die Idee käme, einen solchen Track zu veröffentlichen, die Plattenfirmenmenschen würden ihn schelten und des Muckertums bezichtigen: Viel zu verfrickelt! Das kauft kein Mensch! Naja, kann man dann sagen, vor etwas mehr als zwanzig Jahren haben die Menschen das gekauft und zwar millionenfach.

Der Groove

Der Groove ist ein Wunderwerk. Wie viele kleine Noten und Bassdrums kann man in einem Takt unterbringen, ohne dass dieser zu überladen wirkt? Die Antwort ist: So viele, wie Aaron Comess in seinem Meisterstück untergebracht hat: 23 Stück. Bei 24 Schlägen hätte man ihn eventuell vermöbelt und als eigensinnigen Schnösel beschimpft, aber 23, das geht geraaaade so eben. Vermutlich.

Hier ist das Ding:

Wem das zu viel Information auf einmal ist, dem sei gesagt: In der Basis ist der Rhythmus nicht so schlimm. Ich habe im folgenden Beispiel sämtliche Ghostings gestrichen und das Ganze langsam aufgenommen. Es ist - wie immer beim Üben - auch dieses Mal ungeheuer wichtig, dass man mit wenigen Schlägen und extrem langsam beginnt. Das ist gar nicht uncool, sondern den ganz natürlichen Prozessen im Gehirn geschuldet. Wer nicht auf Anhieb den Groove so spielen kann wie Aaron auf der Aufnahme (das dürfte so ziemlich alle betreffen), der sollte mit dem Notenexempel ohne Ghostnotes beginnen und, sobald er sich in einem langsamen Tempo sicher fühlt, gemächlich alle paar Minuten eine der notierten Ghostings in den Groove einfügen.

Sound und Equipment

Es ist davon auszugehen, dass Aaron bei der Aufnahme eine seiner geliebten Brady Jarrah Ply Snares benutzt hat. Eventuell sogar eine 14" x 5,5". Diese Snares sind absolut dazu in der Lage, so laut, knackig und nuanciert zu klingen, wie jene in diesem Song. Über das restliche Drumset ist wenig zu sagen. Es kann alles sein. Ich gehe davon aus, dass er ein Vintage-Kit benutzt hat und würde dann auf Ludwig tippen. Der Sound der Bassdrum ist konkret und warm - ähnlich einer Vintage-Kick. Alte Trommeln von Ludwig beispielsweise waren damals schon sehr populär in den Studios der USA und Aaron wird sich sicher zur Gilde der Studiodrummer gezählt haben. Die Hihat klingt nach Standardware. Eine Paiste 602 kommt genauso in Frage wie eine Zildjian Avedis Hihat. Wenn du Informationen zum tatsächlichen Equipment haben solltest, poste deine Informationen gerne in den Kommentaren zu diesem Artikel!

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