Software
Test
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06.11.2017

D16 Group Drumazon Test

Instrument Plug-in

Roland TR-909 Software-Emulation

Man lehnt sich nicht sonderlich weit aus dem Fenster, wenn man behauptet, dass die Roland TR-909 Rhythm Composer zu den beliebtesten Drum Machines gehört, die jemals gebaut wurden. Als direkter Thronfolger der TR-808 führte sie den Siegeszug der synthetischen Klangerzeugung fort und kombinierte ihn mit 6-Bit- Samples für die Hats und Crashbecken. Daraus entstand ein Drumsound, der das Techno/Dance-Genre nachhaltig prägte und sich in etlichen Chart-Hits verewigte.

Auch heute möchten viele Producer den 909-Sound nicht missen und greifen daher oftmals auf Samples oder Emulationen der Drum Machine zurück. Roland selbst hat mit der Roland TR-09 und der Aira TR-8 zwei Hardware-Remakes am Start, die den Klang und auch das einfache Bedienkonzept nachbilden. Und auch auf dem Softwaremarkt tummeln sich einige Rekonstruktionen, wie unser heutiger Testkandidat „Drumazon“ aus dem Hause D16 Group. Die virtuellen Nachbildungen der polnischen Emulationsexperten genießen einen guten Ruf für authentische Emulationen, die oftmals mit sinnvollen Features ergänzt werden. Ob das für einen authentischen Sound sorgt, zeigt der Test.

Details

Kompatibilität und Verfügbarkeit

Drumazon gibt es für Windows ab Version 7 als VST-Plug-in und für macOS 10.7 oder neuer im VST- und AU-Format, jeweils in 32 und 64 Bit. Auf der D16-Group-Website gibt es eine Demo-Version, mit der ihr Drumazon in vollem Umfang ausprobieren könnt.

Mehr als nur eine Emulation

Auf den ersten Blick gleicht die Bedienoberfläche rein optisch dem Original. Bei näherer Betrachtung sieht man, dass die Parameter zur Klanggestaltung mit weiteren ergänzt wurden. So lassen sich die Sounds der Hardware virtuell nachschrauben und auch neuartige Klänge erschaffen. Die polnischen Software-Entwickler schaffen es dennoch immer wieder, ein übersichtliches Bedienkonzept der Hardware virtuell nachzubilden und mit vertrauten Parametern zu ergänzen. Dazu wurden teilweise Bedienelemente aus anderen Kanälen übernommen.

So erhalten beispielsweise auch Snare, Clap und Rim Shot einen zusätzlichen Decay-Regler, um die „Länge“ bzw. den zeitlichen Ausklang des Sounds zu bestimmen. Bassdrum und Snare wurden mit einem Tune-Depth-Parameter erweitert, mit dem der Tonhöhenverlauf des Attackanteils reguliert werden kann – das sorgt bei Bedarf für noch knackigere Kicks. Der tonale Anteil der Bassdrum verfügt über „Pitch“, um die Tonhöhe zu justieren. Die beiden Hats und Crashbecken sind allesamt mit jeweils drei Parametern ausgestattet: Level, Decay und Tune. Letzterer regelt die Tonhöhe, was an der Hardware nur bei den Becken möglich ist. Anders als bei D16 Groups 808-Emulation „Nepheton“ wurde kein weiteres Instrument hinzugefügt. Drumazon verfügt also ausschließlich über die Drumsounds, die man auch vom Original kennt, was ich persönlich sehr begrüße.

Erweiterter Step-Sequencer

Klassisch für eine Drum Machine aus dem Hause Roland ist der 16-Steps-Sequenzer inklusive Lauflicht, mit dem sich die Drums on the fly einprogrammieren lassen. An Shuffle und Flam wurde bei der Emulation auch gedacht. Obwohl man die Beats innerhalb einer DAW-Umgebung wesentlich komfortabler und schneller mit der Pianorolle einzeichnet bzw. mit einem MIDI-Controller einspielt, muss man bei der Emulation nicht auf den Step-Sequenzer verzichten. Er ähnelt dem Vorbild und ist mit einem Randomizer nachgerüstet worden, der die Patterns mit zufälligen Steps befüllt.

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