Hersteller_Cort Bass
Test
7
16.07.2015

Praxis

Wer auf Jazz Bass steht, wird sich auf dem Cort Rithimic aus spieltechnischer Sicht auf Anhieb wie zu Hause fühlen. Der Hals misst am Sattel 38 mm und das Profil fühlt sich sogar noch eine Spur schlanker an als bei einem typischen Jazz Bass - ein absoluter Flitzehals, der sich super komfortabel und mühelos spielen lässt. Zudem besitzt der Bass mit 3,8 kg ein sehr angenehmes Gewicht für einen Viersaiter und hängt - nicht zuletzt dank der leichten Mechaniken - perfekt ausbalanciert am Körper. Mein Testbass war allerdings noch nicht ganz optimal eingestellt, als er bei mir eintraf. Ich habe daher zunächst die Halskrümmung verringert und anschließend die Saiten rund einen Millimeter tiefer gelegt, um das Optimum an Spielkomfort aus dem Instrument zu holen. So eingestellt spielt sich der Rithimic aber dann auch sofort „wie Butter“, und man erntet erfreulicherweise auch mit einem kräftigerem Anschlag nicht übermäßig viele Scheppergeräusche, weil die Bundierung zwar nicht erstklassig, aber durchaus ordentlich ausgeführt wurde. Einzig die Sattelkerben könnten etwas tiefer gefeilt werden, denn dann wären die ersten Bünde genauso angenehm zu greifen wie die restlichen Lagen. In Sachen Ergonomie ist bei Berlins Signature-Bass also alles im grünen Bereich, sodass wir zum Kapitel „Sound“ übergehen können.

 

Spätestens hier endet übrigens auch die Analogie zum Jazz Bass, denn der Cort besitzt einen eigenen, sehr speziellen Sound, der in eine deutlich moderne Richtung geht. Die Bartolini-Tonabnehmer liefern sehr viel Klarheit und den definierten Klang, den man von Soapbars erwartet. Mir gefällt der Rithimic Bass mit dem Bridge-Pickup im Solomodus am besten - der hintere Tonabnehmer produziert einen herrlich kehligen Sound mit bissigen Hochmitten. Wenn man die Höhen mit der Blende etwas absenkt, ist er auf einmal da: der typische Jeff Berlin Signature-Sound. Der Cort-Bass kann aber weitaus mehr und zeigt sich durchaus flexibel. Mit dem Balance-Regler in der Mittelposition produziert er einen sehr wuchtigen und klaren Sound, den einige vielleicht als „klinisch“ bezeichnen würden, weil er relativ wenig warme Tiefmittenanteile besitzt. Grund dafür ist die Position des vorderen Tonabnehmers sehr nahe am Halsende - die tiefen Bassfrequenzen dominieren deshalb den Sound und sorgen so für eine deutliche Mittenkuhle. Dieser gescoopte moderne Sound besitzt aber durchaus seinen Charme und setzt sich in der Band hervorragend durch, weil der Stegtonabnehmer jede Menge präsente Hochmitten liefert und die Bartolinis insgesamt sehr detailreich übertragen. Selbst mit fast zugedrehter Tonblende hat der Bass noch genügend Klarheit im Sound, um sich in einer Band durchzusetzen. Komplett auf den Halstonabnehmer geblendet lässt sich auf diese Weise auch ein voluminöser, weicher Sound aus dem Jeff Berlin-Bass locken, der durchaus Precision-Charakter aufweist und mit einem fetten Fundament gesegnet ist.

Wie bereits gesagt: der Cort Rithimic verfügt über einen speziellen Klangcharakter, der sicher nicht jedermanns Geschmack trifft und hauptsächlich Bassisten aus dem Fusion und Progressive Rockbereich ansprechen dürfte. Auf dem Bass lassen sich aber eigentlich alle gängigen Spieltechniken komfortabel umsetzen. Darüber hinaus haben die klaren, aufgeräumten Sounds ein gutes Durchsetzungsvermögen. Mit dem Cort Jeff Berlin macht man deshalb auch in anderen Stilrichtungen eine gute Figur! 

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