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22.12.2017

Casio PX-770 und PX-870 Test

Digitalpiano

Doppeltest der Digitalpianos aus der Privia-Serie

Seit Casio 2003 die Serie der Privia Digital Pianos ins Leben gerufen hat wird die Produktpalette regelmäßig alle zwei bis drei Jahre erneuert. Dabei macht Casio es einem mit den Modellnummern nicht leicht: PX-780 ist von 2012, PX-760 von 2015 und das PX-770 von 2017 ist nun aktuell das neueste Modell der 700-Serie. Wir lassen uns dadurch aber nicht verwirren und stellen euch die beiden neuesten Modelle der Casio Privia Reihe vor und schauen, was man im Preisbereich der Digitalpianos unter 1.000 € erwarten kann.

Details

Äußere Erscheinung

Die beiden Casio PX-770 und PX-870 unterscheiden sich im Aussehen kaum voneinander: Sie verfügen beide über eine ausziehbare Tastaturabdeckung und sind eher zierlich designt. Einziger äußerlicher Unterschied sind die leicht veränderten Notenständer sowie die große Abdeckung – auf Englisch liebevoll „privacy panel“ genannt – die das PX-870 mehr nach Klavier und weniger nach Stagepiano aussehen lässt. Mit Maßen von nur 30 cm Tiefe und 80 cm Höhe passen beide Instrumente auch in Wohnungen, in denen Platz und Platzsparen eine große Rolle spielen. In der Breite sind sie, so wie alle Digitalpianos und ihre akustischen Brüder und Schwestern, um die 1.40 m breit und verfügen so über die volle Bandbreite von 88 vollwertigen Tasten. Auch in der Tiefe entsprechen die weißen Tasten mit 15 cm und die schwarzen Tasten mit 10 cm den üblichen Anforderungen, hier wurde trotz der geringen Gehäusetiefe nicht gespart.

Casio PX-770 in der Detailansicht. (Fotos: Bonedo)

Im Vergleich zu den Vorgängerversionen ist die kleine Bediensektion jetzt nicht mehr vor dem Spieler, sondern links neben der Tastatur angebracht. Das heißt, der Spieler sieht vor sich die Tastatur, gefolgt von den Noten im unmittelbaren Anschluss, denn einen Vorbau wie bei einem akustischen Klavier gibt es in der Privia Serie nicht. Das hat den Vorteil, dass die Digitalpianos sehr schlank und niedrig gebaut sind, hat aber auch den Nachteil, dass die Noten relativ weit unten stehen. Das wiederum hat zur Folge, dass es auch keine Ablagefläche für Noten auf dem Digitalpiano gibt.

Die Bediensektion ist nur wenige Quadratzentimeter groß und verfügt über ein paar längliche Taster nebst kleinen LEDs. Ein Display gibt es leider nicht und Rückmeldung über die Einstellungen beantwortet das Digitalpiano nur über Piepsen – lang, kurz, einmal oder mehrmals. Das ist nicht praktikabel und obendrein gewöhnungsbedürftig, denn schon ein einfaches, dreistelliges LC-Display kann da sehr viel nützlicher sein.

Casio PX-870 in der Detailansicht. (Fotos: Bonedo)

Die Kopfhöreranschlüsse – es gibt jeweils zwei von ihnen - befinden sich beide links vorne unter der Tastatur. Da muss man dann ein wenig unter den Spieltisch klettern, aber dafür stören sie auch nicht. Unter dem Spieltisch befinden sich übrigens auch die Lautsprecher, die mit 2 x 8 Watt und 2 x 20 Watt für das Spielen zu Hause und auch im Duo auf jeden Fall ausreichen. Auf dem Spieltisch dann der Notenständer und beim PX-870 auch noch eine zusätzliche Leiste für die Lautsprecher. 

Die beiden von uns getesteten Geräte waren farblich in schwarz gehalten und simulierten ein Holzfurnier. Der Aufbau des Ständers erinnerte sehr an ein schwedisches Möbelhaus, sowohl von der Art des Aufbaus, als auch von den verwendeten Materialien: Eher dünne Pressspanplatten und Plastik. Durchhängende Sichtschutzblenden verraten dann doch den Wunsch nach Gewicht- und Preisersparnis. Leider bestand die Aufbauanleitung auch nur aus einer Explosionszeichnung, vielen Zahlen und noch mehr gestrichelten Linien, das kann man sicher auch noch besser machen. Einmal zusammengebaut, erfüllt aber alles seinen Zweck und ist dann auch stabil genug für Liszt, Rachmaninoff und Alkan.

Ausstattung

Werfen wir einen Blick auf die Features: Beide Geräte bieten eine gewichtete Hammermechanik Tastatur, Split und Layer Funktion, Chorus, Reverb, drei Pedale, zwei Kopfhöreranschlüsse, ein einfaches Metronom und einen USB to Host Anschluss, mit dem die Digitalpianos als MIDI-Tastaturen für den Computer verwenden werden können. Weiterhin kann man beide Pianos stimmen und transponieren. Wer nicht immer nur gleichtemperiert spielen will, für den gibt es 17 weitere Stimmmodelle wie z. B. Werckmeister, etc. zur Wahl. Weiterhin verfügen beide Digitalpianos über einen kleinen Sequenzer, mit dem man sein Spiel aufnehmen kann. 

Zur Ausstattung beider Casio Digitalpianos gehören eine Anzahl an Übungsstücken, bei denen man wahlweise auch nur die rechte oder linke Hand abspielen lassen kann. Das hört sich auf den ersten Blick sinnvoll an, wird aber pädagogisch kaum eine Rolle spielen, denn es ist recht schwierig zu einer Musik ohne Rhythmussektion zu spielen, zumal wenn die Aufnahme nicht wartet wie der Klavierlehrer, sondern einfach stur weiterspielt.

Casio-PX-770 Bediensektion. (Fotos: Bonedo)

Das Casio PX-870 bietet aber nicht nur diese 60 Klavierstücke, sondern auch noch 10 Titel mit voller Orchesterbegleitung. Hier kann man sich dann mit der Moldau von Smetana oder Pachelbels Kanon so richtig gehen lassen - vorausgesetzt, man schafft es mit dem Orchester mitzuspielen, denn auch diesmal wartet es nicht.

Casio-PX-870 Bediensektion. (Fotos: Bonedo)

Weitere Unterschiede zwischen dem Casio PX-870 und dem Casio PX-770 sind die verdoppelte Polyphonie beim 870 (256 Stimmen bei PX-870 zu 128 Stimmen bei PX-770), ein paar DSP Effekte wie String Resonance, die das Digitalpiano tatsächlich mehr wie ein Klavier klingen lässt sowie einen USB Anschluss zur Aufnahme von USB Sticks. Hier können sowohl weitere Aufnahmen auf dem PX-870 abgespielt werden, zum Beispiel MIDI Aufnahmen aus dem Netz, als auch eigene Aufnahmen als MIDI Datei oder sogar im Wave Format aufgenommen werden.

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