Hersteller_Casio EK_Einsteiger_Keyboard
Test
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19.12.2017

Praxis

Sounds

Mit 400 Sounds (bei Casio „Tones“ genannt) bietet das CTK-2500 eine große Auswahl, die wie üblich beinahe alles abdeckt. Das Stereo Grand Piano klingt für ein günstiges Einsteiger-Keyboard ganz okay, allerdings lässt es sich durch die fehlende Anschlagdynamik nur sehr ausdrucksarm spielen. Die übrigen Sounds, die von E-Pianos über Orgeln, Gitarren und Bässe bis hin zu Orchesterinstrumenten und Synthesizern reichen, sind von mäßiger Qualität und lassen die Preisklasse des Keyboards erkennen. Die Palette ist groß und für den Einstieg ist eine Menge „Futter“ vorhanden, aber man darf klanglich nicht allzu viel erwarten. Orgeln, Akustikgitarren und Bässe gehen noch in Ordnung, aber die elektrischen Gitarren, Streicher und Synthesizer-Sounds klingen hier noch fast genauso wie bei ähnlichen Keyboards vor 20 Jahren. Immerhin hat Casio versucht, einige „modernere“ Synth-Sounds für aktuelle Dance-Stile anzubieten, die es beim Vorgänger – sofern ich mich richtig erinnere – noch nicht gab, aber auch diese klingen recht dünn und eher altbacken. 

Rhythmen

Die 100 Rhythmen des CTK-2500 reichen von Pop und Rock über Balladen, Jazz, Standards und Latin bis hin zu Disco und Dance. Überrascht hat mich die vergleichsweise große Auswahl von Weltmusik-Rhythmen, wodurch man mit dem CTK-2500 auch in Stilen wie Sirtaki, Khaliji und Xin Jiang unterwegs sein kann. Alle Styles verfügen über zwei Variationen, zwei Fill-Ins und je ein Intro und Ending. Zu jedem Style gibt es zudem ein „One Touch Preset“, also eine passende Klangfarbe, die sich per Knopfdruck wählen lässt.

Der Sound der Begleitautomatik leidet etwas unter der durchwachsenen Qualität der Klänge. Vor allem die Gitarrensounds und Bläser fallen oft als unnatürlich auf, ebenso wie das eher dürftige Angebot an verschiedenen Drums. Besonders bei den Dance-Rhythmen merkt man, dass einfach nicht das passende, moderne Klangmaterial vorhanden ist. Manche Styles sind kreativ und musikalisch programmiert, während andere eher leblos daherkommen. Auch hier ist dem CTK-2500 der günstige Preis also anzumerken. Hier hört ihr einige Beispiele, oft mit der dazugehörigen „One Touch“-Klangfarbe.

Dance Music

Eine Neuheit gegenüber dem Vorgängermodell ist der sogenannte „Dance Music Mode“. Die Funktion, die ein bisschen an die aus der Yamaha PSR-E-Serie bekannten DJ Patterns erinnert, stellt 50 vorprogrammierte Muster bereit. Sie bestehen aus je drei verschiedenen Drum Grooves, drei Basslines und zweimal drei Synthesizer-Parts, die man durch Druck auf bestimmte, entsprechend beschriftete Keyboardtasten ein- und ausschalten und beliebig kombinieren kann. Dabei laufen die einzelnen Elemente immer synchron. Während der Wiedergabe kann man im oberen Tastaturbereich dazu spielen. Per Tastendruck lassen sich Effekte hinzufügen, darunter Filter, Flanger und ein Lo-Fi-Effekt nach Art eines Bitcrushers. Auch Dance-typische Rolls, Buildups und Filterfahrten können einfach per Tastendruck eingefügt werden.

Das macht Spaß und bietet genug Stoff für einige ausgedehnte Dance-Sessions. Allerdings merkt man auch hier, dass der Soundvorrat des Keyboards nicht wirklich modern ist. Außerdem ist man trotz der vielen Kombinationsmöglichkeiten letztlich doch ziemlich festgelegt, weshalb der musikalische Nutzen der Patterns begrenzt sein dürfte. Wie dem auch sei – ein kreativer Zeitvertreib ist es allemal!

Songs und Übungsfunktionen

Das CTK-2500 enthält die gleichen 60 Songs wie das LK-265 und das CTK-3500. Darunter sind viele bekannte Lieder (hauptsächlich aus dem englischsprachigen Raum), einige Weihnachtslieder und etwas Klassik. Man kann sich die Songs anhören und sie mit der rudimentären Übungsfunktion nutzen, die beim CTK-2500 nur in einer gegenüber den großen Geschwistern abgespeckten Variante vorhanden ist. Statt den beiden Lektionen „Listen“ und „Follow“ gibt es hier nur die Funktion „Lesson Lite“. Aktiviert man sie, so zeigt das Keyboard die zu spielenden Noten mitsamt dem Fingersatz im Display an und wartet mit der Wiedergabe, bis man die richtige Taste gespielt hat. Der Fingersatz wird außerdem von einer Stimme angesagt. Linke und rechte Hand lassen sich separat üben. Verzichten muss man neben dem „Listen“-Modus auch auf die von größeren Casio Keyboards bekannte Möglichkeit, die Songs in einzelne Abschnitte aufzuteilen.

App-Funktion: Chordana Play

Die App „Chordana Play“ ist für iOS- und Android-Geräte kostenlos verfügbar und lässt sich zusammen mit dem CTK-2500 nutzen. Dazu schließt man das Tablet oder Smartphone mit einem handelsüblichen Stereo-Miniklinkenkabel an den Audioeingang des Keyboards an und aktiviert den „App-Modus“. Dann lassen sich die 50 in der App enthaltenen Songs über das Keyboard wiedergeben. Dabei überträgt die Verbindung nicht nur Audio (mono), sondern auch Daten, sodass die richtigen Informationen im Display des Keyboards erscheinen. So wird der Vorrat an Übungssongs kräftig aufgestockt. Die App zeigt bei der Wiedergabe die Noten und eine Art Pianorollen-Darstellung an.

Das CTK-2500 verfügt über 30 Speicherplätze für Benutzer-Songs, die sich über die App befüllen lassen. Dabei können nicht nur die in der App enthaltenen Songs in das Keyboard übertragen werden, sondern auch externe MIDI-Files, die man zuvor in die App geladen hat. Das ist bei einem so günstigen Keyboard sehr selten und wirkt auf den ersten Blick wie ein großer Pluspunkt – bei genauerem Hinsehen ist der MIDI-File-Import allerdings sehr rudimentär: Es stehen im Keyboard nur 32 kB Speicher zur Verfügung und das Keyboard spielt keine kompletten, 16-kanaligen MIDI-Arrangements ab, sondern lediglich eine Melodiespur und einen Style, den man vor der Übertragung auswählen kann. 

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