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Test
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18.03.2015

Boss RC-505 Test

Desktop Loop-Station mit Effekten

Schleifenbinden und andere Kunststücke

Boss RC-505 Desktop Loop-Station im Test auf bonedo.de: Looper sind etwas Tolles. Wer dieses pauschale Statement nicht glaubt, der hat wahrscheinlich noch nie vor so einem Schleifenbaukasten gesessen und wild drauflos gejammt. Denn die schnelle, spielerische Herangehensweise, die aus dem tentativen Ausprobieren mit Loopern entsteht, kann nicht nur ein echter Kreativitäts-Booster sein, sondern auch zu einem integralen Bestandteil einer erfolgreichen Live-Performance werden.

Boss tragen mit dem RC-505 der wachsenden Beliebtheit dieser Gerätegattung Rechnung und statten ihren neuen Premium-Looper mit fünf separaten Phrasen-Einheiten und einem ganzen Arsenal an Zusatz- und Integrationsfunktionen aus. Wir haben uns die Repetiermaschine für euch zum Test vorgenommen und berichten aus der vorderen Reihe.

Details

Beim Boss RC-505 handelt es sich um einen Desktop-Looper mit fünf separaten Stereo-Aufnahmespuren, Eingangs- und Ausgangseffekten, einem integrierten Drum-Player sowie der Möglichkeit, Audiodateien via USB zu laden oder auf den Rechner zu verschieben. Und damit wären wir auch schon bei einem der wichtigsten Aspekte des Boss-Gerätes, nämlich der Option, ganze Phrasen-Sets zu speichern und wieder aufzurufen, was das Einsatzspektrum des RC-505 natürlich mächtig steigert. Als ob das noch nicht genug wäre, kann der Looper auch als vollwertiges Audio- (2x In/Out) und MIDI-Interface eingesetzt werden. Hierdurch ist dann auch der Weg frei, einen angeschlossenen Rechner per MIDI-Clock oder zwei RC-505 Einheiten untereinander zu synchronisieren.

Auspacken

In freudiger Erwartung entnehme ich dem Karton den Looper selbst, ein Netzteil und eine umfangreiche, mehrsprachige Bedienungsanleitung. Diese ist im Großen und Ganzen als gelungen zu bezeichnen, obschon eine um einen Punkt größere Typo dem Studium der Lektüre durchaus zuträglich gewesen wäre. Dennoch möchte ich für das Vorhandensein der Anleitung grundsätzlich ein Lob aussprechen, denn gerade in der anfänglichen Lernphase (und die hat man beim RC-505 auf jeden Fall) halte ich eine neben dem Gerät liegende Anleitung nach wie vor für die angenehmste Art, sich mit den Funktionen auseinanderzusetzen.

Anschlüsse

Der Blick auf die Rückseite offenbart ein ziemlich vollständiges Sortiment an Anschlussmöglichkeiten. Von links nach rechts sehe ich zunächst einmal die Buchse für das Netzteil, den Einschaltknopf, eine USB-Buchse, Standard-MIDI-I/Os sowie eine Anschlussbuchse für ein Expression-Pedal oder einen Fußtaster. Es folgen ein Stereoklinken-Kopfhörerausgang, der mit einer großen Lautstärkereserve an den Start geht sowie zwei Line-Ausgänge im Klinkenformat. Damit wären die Ausgänge abgearbeitet und wir widmen uns den Eingängen. Diese Sektion startet mit einer Stereo-Miniklinke, einem Stereo-Instrumenteneingang (L/Mono, R) und einer XLR-Buchse, die sogar über eine zuschaltbare Phantomspeisung verfügt. Eine Aussparung für ein Kensington-Lock komplettiert das mehr als ordentliche Bild, das der RC-505 hier abgibt.

Erster Eindruck

Mit einer Breite von 42 Zentimetern und einer Tiefe von 21 Zentimetern ist der RC-505 in seinem nachtschwarzen Kunststoffgehäuse weder besonders hübsch noch hässlich. Er wirkt einfach wie ein modernes Gerät, so wie Industriedesign heute eben aussieht. Der Einsatz von Metall hätte ihm sicherlich ein bisschen mehr haptische Wertigkeit verliehen, allerdings wäre dies dann zu Lasten des transportfreundlichen Gewichts (1,4 kg) gegangen. Einen halben Minuspunkt handelt sich der Looper allerdings zum einen für den stark spiegelnden Kunststoff direkt über dem Display ein, der bei ungünstigem Bühnenlicht zu einer Blendquelle werden kann und zum anderen für den ungünstigen Betrachtungswinkel im sitzenden Desktop-Betrieb. Hier war mein erster Handgriff, ihn mit einem Buch „aufzubocken". Warum der Hersteller nicht einfach zwei Kunststofffüße ins Gehäuse integriert hat, bleibt mir ein Rätsel.

Grundsätzlich erschließen sich viele Funktionen des RC-505 bereits aus dem Bedienfeld: Auffälligstes Merkmal sind die fünf durchnummerierten Phrasenmodule, die mit jeweils einem Play/Record/Overdub-Taster, einem Stop- und einem Edit-Taster und einem kurzen Volume-Fader bestückt sind. Die linke Flanke der oberen Hälfte startet mit dem Eingangseffekt samt drei Preset-Buttons. Spiegelbildlich angeordnet sitzen auf der rechten Seite die Ausgangseffekte.

Im Zentrum des Geräts residiert ein zweizeiliges Dot-Matrix-Display, zu dessen linker Hand sich die Lautstärkeregler für den Instrumenten- und Mikrofoneingang sowie für den Ausgang einfinden. Zur Rechten folgen die Menüsteuerung und die Parametereingabe. Darunter sitzen „All Start/Stop“, „Undo/Redo“, „Tap-Tempo“ und Funktionstaster zum Starten und Stoppen des integrierten Drum-Players. Mitgedacht haben die Entwickler auch beim Verhalten des On/Off-Knopfs, denn er verweigert im laufenden Loop-Betrieb die Gefolgschaft und verlangt, dass ich zunächst alle abspielenden Schleifen stoppe. Pfiffig!

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