Software
Test
10
13.12.2019

Best Service The Orchestra Complete Test

Sample-Library

Das Orchester aus dem Rechner

Einmal klingen wie Hans Zimmer – ein Traum vieler Musiker und Produzenten. Klar, viele Sample-Libraries warten heutzutage mit einer hohen Soundqualität auf. Man muss sich jedoch mit Musiktheorie und Orchester-Instrumenten befassen, um ein überzeugendes Ergebnis komponieren zu können – von der anschließenden Mischung ganz zu schweigen.

Auch die CPU und der RAM-Speicher des Computers werden häufig stark belastet, wenn man mehrere Instanzen gut gesampelter Libraries geladen hat. Traumhaft wäre eine Library, die nicht nur einzelne Instrumente eines Orchesters zur Verfügung stellt, sondern dieses auch wie von Geisterhand zum Klingen bringt. Library-Spezialist Best Service stellt in Zusammenarbeit mit Sonuscore eine Kontakt-Library bereit, die nicht nur einzelne Instrumente aus einem Orchester spielbar macht, sondern auch mit komplett arrangierten Läufen aufwartet. Doch wie schlägt sich das Instrument im Praxiseinsatz?

Details

Ein Überblick

Es gibt zwei Versionen der Orchester-Library von Best Service und Sonuscore. Sie unterscheiden sich dadurch, dass das kürzlich erschienene The Orchestra Complete die brandneue Erweiterung Strings of Winter beinhaltet und das ein oder andere Feature hinzugekommen ist. Zusätzlich wurden 60 Artikulationen ergänzt, Ensemble-Presets hinzugefügt und ethnische Klänge aus der Mongolei integriert.

Mit bis zu sechs Artikulationen pro Instrument können Nutzer auch komplexe Kompositionen erstellen – bei den Streichern kann man übrigens sogar auf bis zu 16 Artikulationen zurückgreifen. Außerdem besteht nun die Möglichkeit, MIDI-Parts direkt aus dem Library-Fenster in die DAW zu ziehen, obwohl der Recording-Button unberührt bleibt. Dieses Feature ist wirklich sehr gelungen und hilft, wenn einen beim Durchhören der Presets die Muse küsst. Die MIDI-Files lassen sich so nach Belieben weiterberbeiten und auch andere Libraries können verwendet werden. 

Die Umsetzung

Den Sound der Library erzeugt ein 80-köpfiges Orchester, das in Budapest aufgenommen wurde. Beinhaltet sind übrigens Holzbläser, Blechbläser, Schlagzeug und gestimmte Schlagzeuginstrumente sowie Streicher, Harfe und ein Chor. In der Complete-Version gibt es unter dem Reiter Ensemble FX zusätzlich Falls, Hits, Rises und Crescendi. Die Musiker des Orchesters wurden so aufgenommen, dass die Instrumente bereits sinnig im Panorama verteilt sind.

Die Engine

Die Engine dieser Library ist besonders hervorzuheben. Wie einfach es ist, gut klingende Orchesterpassagen zu programmieren oder einzuspielen, grenzt schon fast an Zauberei. Selbst mit einer gedrückten Keyboardtaste erreicht man oft schon hervorragende Ergebnisse. Wie das funktioniert? Pro Instrumenten-Slot stehen Anwendern zwei Envelopes und drei Arpeggiatoren zur Verfügung, die separat bearbeitet werden können. Von Sonuscore programmierte MIDI-Parts laufen im Hintergrund ab. Diese können beliebig bearbeiten werden – auch dank der MIDI-Export-Funktion.

Nutzeroberfläche

Im Fokus von The Orchestra Complete steht der Preset-Browser. Er befindet sich prominent unter dem Schriftzug der Library. Die Presets wurden in vier Reiter unterteilt. Orchestral Colors beherbergt einzelne Instrumentengruppen mit verschiedenen Artikulationen. Unter Orchestral Rhythms findet ihr eingespielte Phrasen der einzelnen Sektionen. Den größten Aha-Effekt löst jedoch der Reiter Animated Orchestra aus. Hier sind diverse Presets kompletter Orchesterläufe hinterlegt. Aussagekräftige Beschriftungen wie For Glory and Honor, Men of War und Kings Arrival machen Lust auf mehr. Der letzte Reiter User Presets erklärt sich von selbst.

Im Hauptfenster findet sich eine Übersicht der geladenen Sektionen. Bis zu fünf Instrumentengruppen können hier geladen und weiterbearbeitet werden. Instrument Slot zeigt an, welche Instrumentengruppe geladen ist. Möchte man beispielsweise eine andere Artikulation für die Violinen, ist das dank eines in drei Reiter aufgeteilten Preset-Systems kinderleicht.

Octave Shift ermöglicht es, die einzelnen Sektionen schnell und einfach zu oktavieren. Im Engine Slot kann je nach Instrumentengruppe zwischen drei Arpeggiatoren und zwei Envelopes gewählt werden. Diese kann man unter Engine den eigenen Bedürfnissen anpassen – Hammer. Außerdem gibt es noch einen Mixer, der neben Panning und Lautstärke, auch noch einen Equalizer, einen abgespeckten Kompressor und einen Reverb mit zehn Presets bereitstellt. Im Kontaktplayer können übrigens auch die einzelnen Instrumentengruppen mit unterschiedlichen Artikulationen geladen werden. Die Nutzeroberfläche ist dann etwas abgespeckt.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare