Test
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25.05.2021

Behringer Bigfoot Test

USB-Tischmikrofon für den Podcaster

Auf großem Fuße

Das Konzept hinter dem Behringer Bigfoot ist nicht neu, der Preis allerdings ist gering: Für deutlich unter 100 Euro bekommt man ein stereofähiges Kondensatormikrofon mit integriertem USB-Audio-Interface und einem regelbaren Kopfhörerausgang. Damit kann man den eigenen Podcast aufzunehmen, Videokonferenzen führen, Songs einsingen oder auch ein Instrument aufnehmen.

 

Details

Bigfoot ist wirklich groß

Der Name Bigfoot weckt schon gewisse Assoziationen, dennoch überrascht mich beim Auspacken des Behringer USB-Mikrofons das schiere Gewicht: Mikrofon und Standfuß bringen zusammen etwa 1,3 kg auf die Waage. Da hat Behringer aber mal geklotzt und nicht gekleckert! Der runde Fuß hat unten eine Moosgummiauflage und misst zirka elf Zentimeter im Durchmesser. Das sorgt für sicheren Stand auf dem Schreibtisch, da wackelt und rutscht wirklich überhaupt nichts. Der massive U-Bügel, in dem das Mikrofon befestigt ist, bringt die Mikrofonkapseln des Bigfoot – drei an der Zahl, soviel sei schon mal verraten – auf eine respektable Höhe von 30 Zentimetern über die Tischplatte. Mit zwei seitlichen Schrauben wird die vertikale Position fixiert. Der Bügel ist dabei groß genug, dass man das USB-Mikrofon zum Transport kopfüber in den Bügel eindrehen kann. Der runde Fuß und der U-Bügel sind fest miteinander verschraubt, man kann das Mikrofon also nicht auf dem Fuß drehen. Das sich auf der Rückseite des Mikrofons wichtige Bedienelemente befinden, an die man ab und zu Hand anlegen muss, wäre ein drehbarer Mikrofon-Bügel tatsächlich recht praktisch.

Kugel, Niere, Acht – und Stereo!

Die Bedienelemente des Bigfoot verteilen sich auf die Vorder- und die Rückseite. Hinten sitzt der Gain-Regler zum Einpegeln und ein Drehschalter mit dem die Richtcharakteristik eingestellt wird. Vier Möglichkeiten bietet das Bigfoot: Neben den drei typischen Richtcharakteristiken Niere, Kugel und Acht, kann das Mikrofon auch in einem Stereo-Modus betrieben werden. Der Gain-Regler zeigt keinerlei Beschriftung oder Skalenstriche, für genau wiederholbare Einstellungen muss man sich selber Markierungen anbringen oder mit „in etwa“ leben. Auf der Vorderseite des Bigfoot befindet sich der Lautstärkeregler für den Kopfhörerausgang und ein Mute-Schalter, der das Mikrofonsignal stumm schaltet. Das Bedienkonzept ist im Prinzip darauf ausgelegt, dass man grundlegende Einstellungen wie die Richtcharakteristik und die Vorverstärkung einmal (hinten) einstellt und an diesen während einer Session nichts mehr ändert.

Für den Schreibtisch, aber roadtauglich

Der Mikrofonkörper selbst misst etwa 65 mm im Durchmesser, ist komplett aus Metall gefertigt und schwarz beschichtet. Der silberne Korb zum Schutz der Mikrofonkapseln macht ebenfalls einen äußerst robusten Eindruck. Für ein Tischmikrofon, das vor allem im heimischen Podcast- oder Youtube-Studio betrieben werden soll, ist das Behringer Bigfoot erstaunlich road-tauglich gefertigt! Insgesamt sieht das Bigfoot schon beeindruckend aus, auf dem Schreibtisch in einem Youtube-Video macht es sicherlich eine äußerst gute Figur!

Gewinde

Auf der Unterseite des Bigfoot-Mikrofons befindet sich einen Gewindebuchse, man kann das Bigfoot also auf ein herkömmliches Mikrofonstativ schrauben oder auf so ein schwenkbares Scherenarm-Stativ, wie man es aus den Radiostationen kennt. Das Bigfoot alleine (also ohne Standfuß) wiegt nur knapp 500 Gramm, es lässt sich also problemlos an so einem Ausleger-Stativ anbringen.

Anschlüsse

Das Behringer Bigfoot wird mit einem USB-Kabel mit dem Computer verbunden, überträgt dann ein Monosignal oder Stereosignal zum Rechner und schickt ein Stereo-Playback-Signal für den Kopfhörer zurück. Der Kopfhörerausgang und der USB-Ausgang befinden sich an der Unterseite des Mikrofonkörpers. Der USB-Anschluss ist als USB-Mini ausgeführt, ein passendes Kabel liegt dem Mikrofon bei. Dieses Kabel ist erfreulich dick und lang; es misst fast 1,8 Meter. Man kann das Bigfoot also sehr schön auf dem Schreib- oder Arbeitstisch aufstellen und das Kabel reicht noch locker zum darunter platzierten Rechner. Eng könnte es nur werden, wenn man das eben erwähnte Scherenarm-Stativ verwendet und das Kabel am Stativ entlang „aufräumen“ möchte.

Technische Werte

Den Übertragungsbereich des Behringer Bigfoot wird mit 20 Hz bis 20 kHz (-10dB) angegeben. Ohne Angaben, was zwischen diesen Werten passiert ist diese Angaben bekanntermaßen wenig nützlich. Immerhin lassen die -10 dB in Klammern einen Höhenabfall zwischen 10 kHz und 20 kHz erwarten, was übrigens kein Nachteil ist: Viele Mikrofone sind so abgestimmt. Interessanter ist da der maximale Grenzschalldruck, kann man doch daraus ablesen, wie viel Pegel das Mikrofon vertragen kann. Beim Bigfoot liegt der Grenzschalldruckpegel bei 120 dB SPL und damit liegt das Bigfoot eher im unteren Mittelfeld von dem, was ein modernes Kondensator-Mikrofon aushalten kann. Angst vor Verzerrung muss man trotzdem nicht haben, für die anvisierte Anwendung – Sprachübertragung im Podcast- oder Youtube-Studio – reichen 120 dB SPL vollkommen aus. Nur der Schreihals müsste Acht geben. Und an einer Snare-Drum im Nahbereich wird man das Bigfoot ebenfalls selten benutzen.

Keine 24 Bit!

Der interne Wandler arbeitet mit 44,1 oder 48 kHz und nur mit 16 Bit. Richtig gelesen: Das Bigfoot wandelt nicht mit der heutzutage gängigen Dynamik-Auflösung von 24 Bit! Dabei ist gerade die menschliche Stimme zu sehr große Dynamiksprüngen fähig, gerade hier würde man also von den ungleich zahlreicheren Dynamikstufen der 24 Bit-Wandlung gegenüber den 16 Bit profitieren. Zur Erinnerung: Bei 24 Bit wandelt man schon bei einem Pegel von -48 dB FS mit 16 Bit und somit „CD-Qualität“. Bei (nur) 16 Bit ist man gezwungen, das Signal möglichst nahe an die 0 dB FS heran zu verstärken, um in den Genuss der vollen Auflösung zu kommen – natürlich immer mit der Gefahr des digitalen Clippings.

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