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Test
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04.08.2021

Band Industries Roadie 3 Test

Motorisierter Automatik-Tuner

Hosentaschen-Roadie

Mit dem Band Industries Roadie 3 hat das ursprünglich im Libanon beheimatete Start-up im direkten Vergleich zu den Vorgängermodellen nicht nur optisch einiges verändert. In einem kompakten Gehäuse wurde der motorisierte Tuner ab Werk mit einer Vielzahl an Tunings unterschiedlicher Saiteninstrumente bestückt, die sich mit eigenen erweitern lassen.
Dazu kommen neben weiteren Features auch ein Farbdisplay und das Saitenwickeln in nahezu doppelter Geschwindigkeit. Eine App fürs Smartphone, die kostenlos zum Download bereitsteht, vereinfacht die Benutzung des Tuners und hält darüber hinaus weitere Features bereit. Was der Roadie 3 außerdem zu bieten hat, soll dieser Test zeigen.

Details

Wer sein Instrument stimmt oder neue Saiten aufzieht, der tut das heute seltener ausschließlich per Hand und Gehör, sondern eher mit Saitenkurbel und Stimmgerät. Und diese beiden Werkzeuge sind es auch, die unser Proband in sich vereint. 2015 stellte Band Industries mit dem Roadie Tuner ein neuartiges Stimmgerät vor, das den Ton einer angeschlagenen Saite erkennt und sie auch gleich in die gewünschte Stimmung bringen kann. Im Vergleich zu den Stimmsystemen, die in die Kopfplatte integriert werden, müssen hier keine baulichen Maßnahmen am Instrument vorgenommen werden, ein klarer Vorteil also!
Mittlerweile in der Version 3 wird der neue Roadie Tuner in einem hochwertigen Karton geliefert, in dem sich auch ein USB-C-Kabel zum Aufladen des Lithium-Polymer-Akkus sowie eine Bedienungsanleitung befinden. Besaßen die beiden Vorgänger noch einen Griff und eine um 90 Grad versetzte Kralle, die auf den entsprechenden Stimmflügel gestülpt wird, ist diese nun fester Bestandteil an der Stirnseite des eigentlichen Tuners, was wiederum für kompaktere Abmessungen sorgt. Der Tuner, der auch als Griff fungiert, besteht aus sehr robustem Kunststoff und ist zudem gummiert, was einem Verrutschen beim Stimmvorgang entgegenwirkt.

Schon optisch ist der Unterschied zum Vorgängermodell klar, denn neben der auf der Oberseite des Roadie Tuner 3 angebrachten Kralle besitzt es ein mehrfarbiges Display und einen Vierweg-Navigationstaster ähnlich dem eines iPods, mit dessen Hilfe man komfortabel zwischen Menüs und Funktionen wählt. Fehlt eigentlich nur noch der Mini USB-Anschluss an der Unterseite, über den das Stimmgerät mit dem beiliegenden Kabel aufgeladen wird. An der Stirnseite findet sich neben der Kralle der An/Aus-Taster, der im aktivierten Zustand weiß leuchtet.
Viel mehr gibt es von dem 51 x 25 x 89 mm großen Gerät nicht zu berichten, daher schauen wir uns das Menüfeld einmal etwas genauer an.

Display

Wird das Stimmgerät eingeschaltet, erscheint der Menüpunkt "Tuner", es lassen sich aber auch Metronom, Winder und die Settings aufrufen. Das Metronom im Roadie 3 macht sich mit Piepen und Vibrieren im entsprechenden Tempo bemerkbar, wobei man sich für eine von beiden Funktionen entscheiden kann. Im Winder-Menü wird die Stimmfunktion deaktiviert und unser Proband wird zur motorisierten Saitenkurbel, die sich mithilfe des Navigations-Buttons in Richtung und Geschwindigkeit steuern lässt. Im Settings-Menü kann der Tuner noch feiner auf die persönlichen Vorlieben eingestellt werden, dazu gehört unter anderem auch, wie genau und schnell er vorgehen soll. Spannend wird es im Tuner-Menü, hier stehen ab Werk eine ganze Reihe von Saiteninstrumenten zur Wahl. Dazu gehören eine Akustik- und eine E-Gitarre in Standardstimmung, eine klassische Gitarre (Nylon), Ukulele, Low G-Ukulele, Bariton-Ukulele, Mandoline, Banjo, Lap-Steel, Pedal-Steel, sowie eine Round- und Squareneck-Dobro.

Hat man sich für das passende Instrument entschieden, kann man es individuell benennen und die Saitenzahl sowie die jeweilige Stimmung der einzelnen Saiten bestimmen. Taucht man tiefer in das Menü ein, lässt sich ein gegebenenfalls verwendeter Capo an entsprechender Stelle auf dem Griffbrett angeben oder auch der Referenzton A bestimmen. Der Tuner deckt einen Frequenzbereich von 27,5 Hz bis 668,84 Hz ab.

Mithilfe der kostenlos zum Download bereitstehenden App für iOS und Android kann der Roadies 3 deutlich komfortabler personalisiert und verwaltet werden. Zudem zeigt sich der Hersteller recht Update-freudig und stellt laufend Verbessrungen bereit.

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