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Test
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07.08.2013

Audix ADX-51 Test

Kleinmembran-Kondensatormikrofon

Performance-Alien?

Das Audix ADX-51 im bonedo-Test – Das Audix ADX-51 ist nicht das einzige und erste Kleinmembran-Kondensatormikrofon des amerikanischen Herstellers, das seinen Weg in die bonedo-Redaktion zu einem Review gefunden hat. Und auch außerhalb des Testmarathons zu den elektrostatischen Mikrofonen sind so einige Testberichte zu den Mikros entstanden, vor allem für die Abnahme von Drums.

Das Kandidatenpärchen dieses Tests hört auf den Namen Audix ADX-51 und weckt durch die gewählte Zahl in der Produktbezeichnung natürlich Assoziationen mit der Area 51, dem geheimnisvollen militärischen Sperrgebiet im südlichen Nevada, in dem angeblich auch an und über Außerirdische geforscht wird. Aber vielleicht dient es auch "nur" dem amerikanischen Militär und der Entwicklung von Waffen. Ob das Kleinmembran-Mikro ADX-51 nun eine Allzweckwaffe ist oder außerirdisch gut, wird unser Test offenbaren.

Details

Keine Lebensgefahr

Wenn man sich nach den Vorgängen in der Area 51 erkundigt, haben Anwohner und Bedienstete angeblich einen immer gleichen Spruch parat: "Of course I could tell you. But then I‘d have to shoot you." Beim Audix ADX-51 sieht es ein wenig anders aus. Ich kann euch die gewünschte Auskunft geben - samt technischen Daten - und euch trotzdem am Leben lassen. Nett von mir, oder?!

Keine UFOs

Wirklich außerirdisch sind die Fakten zu diesem Kleinmembran-Mikrofon nicht – schließlich sind Kondensatormikrofone mit kleiner Membran nicht gerade das Versuchsfeld Nummer Eins für neuartige Technologien. Aber sicher wäre man im Outer Space durchaus davon beeindruckt, was es so an Technik auf dem Blauen Planeten gibt. Die mit einer Halbzoll-Membran versehene Kapsel des Mikrofons ist vorpolarisiert, indem eine Elektret-Platte gemeinsam mit der dünnen Goldschicht auf der Membran einen permanent geladenen Kondensator bildet. Rückseitig auf das Häutchen treffender Schall wird ein wenig aufgehalten, sodass durch dieses Delay eine Nierencharakteristik entsteht, die aber, anders als sonst üblich bei Mikros dieser Richtcharakteristik, keine klassische Form aufweist.

Bei 1000 Hz (sonst die Justierungsfrequenz für die "optimale Form") zeigt sich im Polar Pattern statt des größtmöglichen Einbruchs bei 180° eine kleine 9dB-Verstärkungsnase gegenüber 150° und 210°. Dies ist ein Hinweis darauf, dass das Audix ADX-51 ein bisschen stärker richtet, da die rückseitige Dämpfung etwas geringer ist und eher zur Acht als zur Kugel tendiert. Dies erklärt übrigens auch den verhältnismäßig großen Platz, den die Designer des Mikros den seitlichen Schalleintrittsöffnungen zugestanden haben. Dennoch ist die Bezeichnung, die Audix gewählt hat, nicht verkehrt, denn diese Richtcharakteristik ist noch lange kein Beleg für eine Superniere. Auch on axis ist von der geringfügig höheren Richtwirkung kaum etwas zu bemerken.

Bässe? Brauchen wir nicht.

Natürlich braucht man tiefe Frequenzen. Und natürlich überträgt sie auch das ADX-51, allerdings etwas verhalten, wenn man dem Blick in das Frequenzdiagramm Vertrauen schenken kann. Dort ist zu sehen, dass die Übertragung von 1 kHz bis hinunter zu 100 Hz ungefähr 3 Dezibel verliert, darunter geht es sogar so rapide in den Keller, dass der numerische Frequenzgang bei 40 Hz beginnt. Dort sind es im Vergleich zum 0dB-Referenzpunkt ungefähr -9 (!) dB. Als Gradientenempfänger unterliegt auch das Audix ADX-51 dem Phänomen der Bassanhebung durch nahe Besprechung, man wird mit dem Kleinmembraner also nah ans Geschehen gehen können! Wird es dennoch zu viel, hilft ein zuschaltbarer Roll-Off, der die -3 dB bei 150 Hz durchläuft und meinen Beobachtungen zufolge ein Hochpassfilter mit gemütlichen 6dB/oct ist.

Höhenboost mit Warp-Antrieb

Der gesamte Frequenzgang des Mikrofons sieht von der Ferne betrachtet aus wie "gekippt", also wie mit einem Tilt-EQ bearbeitet. Im Höhenbereich verblüfft zudem ein starker Boost um die 10 kHz bis fast an das Air-Band heran. Zwischen etwa 13, 14 und 20 kHz stürzt der Frequenzgang aber ab wie eine fliegende Untertasse, der der Sprit ausgegangen ist.

Das Stäbchenmikrofon aus Messing kann mit einer Phantomspeisung von 9-52 Volt betrieben werden, am XLR-Output hat man es mit einer Impedanz von 100 Ohm zu tun. Das ist wenig genug, um nichts mit Klangänderungen zu tun zu haben, verringert aber auch die Möglichkeit, mit der Impedanzumschaltung mancher moderner Preamps auf den Klang Einfluss zu nehmen. Mit 17 mV/Pa liegt die Sensitivity im üblichen Rahmen (andere Audix-Quellen sprechen von 18 mV/Pa, aber der Unterschied wäre nun wirklich marginal). Ein 10dB-Pad kann bei Bedarf zugeschaltet werden.

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