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Test
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05.07.2019

Asparion D400T, D400F und D400S Test

Modularer DAW-Controller

Einzelkämpfer oder Teamplayer?

DAW-Controller entstehen oft als Ergänzung einer DAW durch denselben Hersteller. Presonus hat Studio One 4  und den Faderport, Steinberg hat Cubase und Nuage, Ableton hat Live 10 und Push 2 usw. Mit Asparion hat sich  eine unabhängige Firma aufgemacht, den DAW-Controller-Markt zu erobern. Ihr D400-Bundle verspricht Kontrolle über die meisten DAWs und genau daran wird sich der Controller auch messen lassen müssen.

Als Messlatte gelten schließlich die oben genannten perfekten Symbiosen aus Hard- und Software. Wie gut ist also das D400-Bundle und wie gut lassen sich die DAWs damit steuern?

Details

Dreifaltigkeit

Das Asparion D400 Controller-System besteht aus drei Modulen, namentlich D400T, D400F und D400S. Zum einen ist gibt es die Basiseinheit D400T – T wie Transport – mit dem markanten Jogwheel, der Transport-Sektion sowie vier Encoder mit Leuchtkranz. Zum anderen gibt es die Faderbox D400F – F wie Fader – mit acht berührungsempfindlichen Motorfadern und je drei LED-Tastern pro Kanal. 

Und es gibt ein Display namens D400S – S wie Screen – welches rückseitig an die Faderbox angeschraubt wird. Die Basiseinheit D400T wird immer benötigt, nur sie hat den USB-Anschluss. Die Faderbox beispielsweise allein zu betreiben ist somit nicht möglich.

Die Kombination Basiseinheit und Faderbox gibt es auch als Bundle und kostet rund 900,- Euro. Das Display schlägt mit rund 290,- Euro EUR zu Buche, macht zusammen rund 1190,- Euro EUR. Und somit kosten alles Drei zusammen wie eine Mackie Control, die aber aus einem Stück besteht und deutlich wuchtiger ausfällt. Die Preisgleichheit überrascht nicht, basiert Asparions Daten-Kommunikation auch auf dem Mackie Control Universal Protokoll (MCU). Beide Varianten, von Asparion und Mackie, sind damit nicht ganz billig, zum Vergleich: der Faderport 16 von Presonus kostet aktuell 840,- Euro, eine 16-Kanal Variante des Asparion mit Display rund 2000,- Euro.

Guter erster Eindruck

Die Metall-Gehäuse der Transport-Einheit und der Faderbox machen einen hochwertigen und stabilen Eindruck Dank des modularen Aufbaus ist der Transport einfach, bei einem Gewicht von rund 2kg für Fader und Trasnport allerdings auch nicht ganz leicht. Das Display D400S wiederum ist recht fragil und aus Kunststoff gefertigt. Im direkten Vergleich wirkt es auch  nicht besonders stabil. Hinzukommt, die etwas fummelige Montage.

Die Taster der beiden Einheiten wirken stabil und bestätigen ihre Aktivierung durch ein deutliches Klicken. Alle Taster werden im Betrieb beleuchtet und sie unterstützen auch die Doppelklickfunktion. Auch das Jog-Shuttle-Rad wirkt stabil und auch hier wird die Bewegung durch ein Klicken bestätigt. Die Fader des D400F lassen sich sehr leise bewegen und haben wenig Spiel. Die acht Encoder des D400T wirken wiederum sehr wertig, denn sie sind angenehm schwer zu drehen und rasten deutlich in der nächsten Position ein. Die vier frei belegbaren Encoder verdeutlichen den über sie eingestellten Wert über einen LED-Rand, der entsprechend leuchtet.

Acht Fader, oder darf es noch mehr sein?

Wem die acht 100-mm-ALPS-Motorfader des D400F nicht ausreichen, kann bis zu acht Faderboxen aneinander reihen und somit auf insgesamt 64 Motofader zu kommen. Hier sticht das modulare System von Asparion natürlich viele Konkurrenten aus, bei denen es diese Möglichkeit nicht gibt. Wer also viele Kanäle gleichzeitig bedienen möchte, kann sich bei der D400-Serie richtig austoben.  

Die Basiseinheit hat deshalb neben einem USB-B-Port für die Kommunikation mit dem Rechner und einem USB-A-Port für den Anschluss weiterer Module noch zwei Ports für jeweils ein Sustain- und ein Expression-Pedal. Die Faderbox kommt mit zwei USB-A-Ports und dem Stromanschluss über eine 9-V-Buchse aus.

Freiheit inklusive Kabelsalat

Schließt man D400T, D400F und das Display zusammen, gestaltet sich die Verkabelung relativ sperrig, weil drei Teile miteinander verbunden und mit Strom versorgt werden müssen. Allerdings verbirgt sich dahinter auch ein Vorteil: Die Module können in einer beliebigen Reihenfolge verbaut werden, sogar eine räumliche Trennung ist möglich, wenn man die Module nicht mit sich selbst verschraubt. So könnte man zum Beispiel die Faderbox mit der linken Hand und die Basiseinheit mit der rechten bedienen. Individualistische Anwender, bei denen das Auge mit mixt, werden sicherlich dazu übergehen, den Controller im Tisch zu versenken – und da hat man dann auch genug Platz, Kabel zu verstecken.

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