Hersteller_ASM
Test
3
19.05.2020

Fazit
(4.5 / 5)

Die ernüchternde Nachricht zuerst: Der Hydrasynth erfindet nichts neu, denn Wavetable-Synthese ist heutzutage genauso ein etabliertes Werkzeug, wie Macro-Regler und Ribbon-Controller. Die gute dagegen: So geradlinig vom Layout und elegant im Workflow wie die einzelnen Teildisziplinen hier in Form eines schlüssigen Hardwarekonzeptes zusammengeführt wurden, hat das noch niemand gemacht. Der Debut-Synthesizer von ASM bedient sich wirklich genauso wie ein durchdachtes System sein soll und seine klanglichen Möglichkeiten sind immens, dabei aber – dank der vielen dezidierten und frei definierbaren Bedienelemente – immer gut kontrollierbar. Hinzu kommt, dass er sich aufgrund seiner MIDI- und (insbesondere) Steuerspannungs-Konnektivität hervorragend in Studio-Setups einbinden lässt und da sowohl als klanggewaltiger Mitstreiter oder als leistungsfähige Modulations- und Einspiel-Quelle einen tollen Job macht.

Man muss allerdings einräumen, dass der Hydrasynth bei komplexen Operationen wie etwa Macro- und Routing-Zuweisung oder Wellen-Tabellen-Erstellung gegenüber Software-Synthesizern – trotz seiner ausgezeichneten Bedienstruktur – Prinzip-bedingt im Nachteil ist: Den Komfort eines hochauflösenden Retina-Displays kann er einfach nicht liefern und virtuelle Routing-Verbindungen einfach mit der Maus ziehen, bleibt weiterhin ein Vorsprung den Software Plug-Ins nun mal haben. Dafür ist der Hydrasynth dann eben keine 10-Kilo-Hardware, die sich richtig spielen lässt, die Controller bereits an Bord hat und auf die man sich auch durchaus freut, wenn sie im Studio vor sich hin blinkt. Vor die Wahl gestellt würde ich übrigens der Keyboard-Version den Vorzug geben – nicht nur wegen des tollen Ribbon-Controllers, sondern weil ich die Tastatur-Variante irgendwie kompakter und schlüssiger gestaltet finde. Der Umstand, dass ASM seit Erscheinen des Geräts bereits drei Firmware-Updates veröffentlicht haben, die jedes Mal die Möglichkeiten und Bedienbarkeit des Synthesizers verbesserten, lässt darauf hoffen, dass die neue Firma ihren Erstling auch weiter pflegt und optimiert. Egal, was die Zukunft noch Schönes bringt – jetzt bekommt er von mir erst einmal fast die volle Punktzahl: Synthesemöglichkeiten – hervorragend, Sound & Effekte – klasse, Bedienung – gut, Interaktionsmöglichkeiten mit dem Instrument – toll, Konnektivität (CV) – vorbildlich und der Preis geht in Anbetracht des Gebotenen voll okay – Glückwunsch ASM, ein Spitzen-Debut!

  • Pro
  • Solide Konstruktion
  • Sehr durchdachtes Bedienkonzept
  • Mächtige Klangerzeugung
  • Umfassende Modulations- und Routing-Optionen
  • Vielfältige Spielmöglichkeiten
  • Kontrollspannungs-Integration
  • Contra
  • Adressierung von Macros etwas mühsam
  • Manche Parameter reagieren noch nicht ganz ausgewogen beim Schrauben
  • Features
  • 49 anschlagdynamische Tasten mit Aftertouch
  • 8 Stimmen - monotimbral
  • Vollpolyphoner Aftertouch
  • Arpeggiator inklusive Ratchet, Chance, Gate time & Swing (8 Modi)
  • 3 Oszillatoren mit 219 Single-Cycle-Wellenformen
  • WaveScan-Parameter zum Modulieren durch Wavetables
  • Wavelist-Modus zum Überblenden von bis zu 8 Wavetables
  • 8 benutzerdefinierte Wavelists pro Oszillator
  • Mixer inklusive Noise Generator und Ringmodulator
  • 2 Filter - seriell oder parallel
  • Filter 1 inklusive 11 verschiedenen Filtermodelle (12 & 24 dB ladder, vintage ladder, HP, LP, Vocal u.a.)
  • Filter 2: 12 dB (SEM style) pro Oktave inkl. kontinuierlichen Sweep von Tief- über Band- bis Hochpass
  • 4 Oktaven Ribbon Controller (67 cm) mit Theremin Mode
  • Modulation Matrix
  • 5 DAHDSR Hüllkurven
  • 5 LFOs
  • LFOs inkl. Delay, Fade In, 3 Triggermodi, Glättung, Startphase, One-Shot-Modus
  • 5 Bänke mit je 128 Patches - davon 256 Werkspatches
  • CV-Gate-Ein- und -Ausgänge
  • Unterstützung aller gängigen CV/GATE-Standards
  • Clock Ein- und Ausgang
  • 8 hochauflösende Encoder inklusive LED-Ringen
  • USB (USB MIDI In/Out)
  • MIDI IN/OUT/THRU
  • Pre- und Post-Effekte für einzigartige Soundbearbeitung
  • Abmessungen: 800 x 350 x 103 mm
  • Gewicht: 10 kg
  • Preis
  • Ashun Sound Machines Hydrasynth: Ca. 1.399 € (Straßenpreis, Stand: 19.05.2020)
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