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Test
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04.12.2018

Arturia Keylab MkII 61 Black Test

USB/MIDI Controller Keyboard

Totale Kontrolle

Das Bild der Eier legenden Wollmilchsau lässt sich hervorragend auf MIDI-Controller übertragen. Schließlich suchen wir alle nach dem perfekten Controller, um volle Kontrolle über unsere DAW-Funktionen und darüber hinaus über unsere Produktionen zu erlangen.

Und wer liebt nicht einen superschnellen Workflow, über den wir unsere Ideen in Windeseile dem Computer beibringen können. Und am besten geht das Ganze so schnell, dass uns nie wieder eine Idee entweicht, bevor wir sie festhalten konnten.

Neben der Hardware selbst wird heutzutage die Integration des Controllers in die Software immer wichtiger, denn umso direkter die Kommunikation in der Schnittstelle, desto schneller und direkter ist auch der Workflow. Auch Arturia muss sich daran messen lassen, wie ihnen dieses Kunststück mit deren Keylab MkII gelungen ist.

Details

Auspacken

Schon bei der Übergabe des Pakets fällt sofort auf: Das Gerät ist ganz schön schwer. Ich habe schon fast ein schlechtes Gewissen, dass es mir in den dritten Stock gebracht wurde. Jetzt wird ausgepackt. Das ist immer der schönste Moment für einen Musik- und Technik-Nerd wie mich.

Wie immer bei Arturia ist auch beim Keylab MkII 61 Black Edition schon die Verpackung ein Hingucker. Sie ist in Weiß und Blau gehalten und wurde mit vielen Fotos bedruckt. Außerdem zeigt die Rückseite die genauen Spezifikationen der Hard- und der beinhalteten Software.

Der Controller selbst ist stabil und sicher in der Verpackung untergebracht, über zwei geschäumte Kunststoff-Flanken und eine dritte Sicherung in der Mitte aus dem gleichen Material, die das Gerät umfasst. Außerdem wurde zum Schutz der 61 Tasten-Klaviatur eine Art Kunststoff-Riegel unter den Tasten, zwischen diese und das Gehäuse geschoben, damit sich diese während des Transports nicht bewegen können. Wenn man also nicht gerade mit einem Auto über den Karton rollt, sollte der Controller immer unversehrt am Ziel ankommen.

Neben dem Gerät selbst gehört auch folgendes Zubehör zum Lieferumfang:

  • Ein USB-Kabel (ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich)
  • Ein Anti-Ground-Loop-Adapter, der eine ungewollte strombedingte Brummschleife verhindern soll
  • Drei Track-Controls-Schablonen, die man auf den Controller legen kann um zu sehen, welcher Button mit welcher DAW-Funktion interagiert. Jede Schablone wurde beidseitig bedruckt und folgende DAWs wurden berücksichtigt: Studio One, Reaper, Ableton Live, Cubase, Pro Tools und Logic. Außerdem stehen das MCU- und HUI-Protokoll zur Verfügung
  • Eine Übersicht der beinhalteten Software (Arturia Analog, Piano V und Ableton Live Lite)

Erster Eindruck

Gerade erst auf dem Keyboardständer abgelegt wird schnell klar, das Teil sieht einfach gut aus. Ein schlichtes Schwarz beherrscht die Bedienoberfläche mit weißer Schrift und Akzenten. Dabei fallen natürlich die silbernen Pitch- und Modulationsräder auf. Bei schummrigem Licht auf einer Bühne ist das sicher ein großer Vorteil. Der größte Eyecatcher sind aber definitiv die braunen Seitenteile in Holzoptik mit verchrohmtem Arturia-Schriftzug. Diese Optik wirkt sehr edel. Beim Platzieren auf dem Keyboardständer fällt auch noch einmal das mit 7 kg relativ hohe Gewicht auf und jetzt wird auch klar, wo es rührt. Aus meiner Sicht ist das der wertigste Controller, den ich je in der Hand hatte.

Tastatur

Die 61 Keyboard-Tasten erfordern einen angenehmen Druck. Aber vor allem sind sie sehr stabil und fest am restlichen Gehäuse befestigt. Auch zur Seite haben die Tasten sehr wenig Spielraum, deshalb geben sie beim Spielen auf der Tastatur so gut wie kein Geräusch von sich. Nur wenn ein harter Anschlag zum Einsatz kommt, vernimmt man ein deutliches Anschlagsgeräusch, was bei normalem Gebrauch nur dezent im Hintergrund zu orten ist.

Fader und Drehregler

Nächstes Highlight sind die jeweils neun Fader und Drehregler. Auch die Fader (acht Kanäle und ein Master) sind angenehm schwergängig und auch bei schnellen Bewegungen sehr leise. Wie Arturia das auch immer hinbekommen hat, es funktioniert auf jeden Fall hervorragend. Und auch die neun rasterlosen Endlos-Drehregler überzeugen durch einen angenehmen Widerstand, der bereits von den Fadern und der Tastatur her bekannt ist. Schon im unangeschlossenen Zustand macht die Bedienung des Keylab somit sehr viel Spaß.

Drum-Pads

Die 16 Drum-Pads sind auf Grund der zur Verfügung stehenden Gesamtfläche relativ klein und wirken im ausgeschalteten Zustand etwas hart. Beim Anschlag stört das nicht, allerdings geben sie dadurch etwas wenig Rückmeldung an die Finger. Nach dem Anschluss des Geräts besteht dieses Gefühl dann aber nicht mehr. 

Taster

Auch die zahlreichen Taster vermitteln einen sehr stabilen Eindruck. Auch bei stärkerem Druck bleiben alle runden und rechteckigen Taster genau da, wo sie sind und drohen nicht im Gehäuse zu verschwinden, wie man das von preisgünstigen Vertretern der Zunft her kennt. Das Drücken eines Tasters wird außerdem durch ein deutliches Klicken bestätigt.

Preset-Browser

Bleibt noch der große Drehregler in der Mitte des Controllers, unterhalb des Displays, mit dem später die ausgewählten Parameter gesteuert werden. Bei seiner Bedienung spürt man ein dezentes aber trotzdem deutliches Einrasten in der nächsten Raster-Position. Dieser Vorgang produziert nur bei sehr schnellen Bewegungen ein hörbares Geräusch. 

Anschlüsse

Zunächst finden wir die üblichen Verdächtigen, nämlich MIDI-In und -Out, einen USB-B-Port und die Stromversorgung (9-12 V / DC / 1.0 A), falls der Controller nicht per USB, sondern nur über die MIDI-Ports angeschlossen werden soll. Aber schon in der Controls/Pedals-Sektion der Anschlüsse werden wir überrascht. Wir haben nicht nur jeweils einen Port für Expression und Sustain, sondern darüber hinaus gleich drei Aux-Ports, die frei zuweisbar sind und über ein stufenlos regelbares Pedal oder einen Fußschalter angesteuert werden können. Zusätzlich hat es hier auch noch den kleinen CV-In-Port, den man benötigt, um das Keylab in Verbindung mit einem modularen Synthesizer zu nutzen. Darüber kann Letzterer dann eine Steuerspannung zum Controller schicken, deren Spannungsbereich über Keylab eingestellt werden kann. Zu guter Letzt haben wir dann ganz links noch vier CV-Ausgänge (Pitch Out/Gate Out/Mod 1/Mod2), mit denen Steuerspannungen an modulare Synthesizer geschickt werden können. 

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