Test
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11.07.2017

Analogue Solutions Mr Hyde SynthBlock Test

Analoges Multi-Filter

You can run but you can´t hyde!

Den britischen Kleinhersteller Analogue Solutions kennen wir bereits bei bonedo. Mein Kollege Tobias Philippen hat den Leipzig, den Telemark und auch den Nyborg getestet. Nun bin ich an der Reihe und darf ein kleines, aber feines Effektgerät untersuchen, das den Anfang der neuen synthBlocks-Serie macht: Kompakte Module, welche sowohl stand-alone als auch – dank Minijacks – mit dem Eurorack harmonieren. Weitere Sequenzer und Synthesizer sind ebenfalls angekündigt! 

Details

Analoge Multifilter

Mr. Hyde ist ein analoges Multi-Filter aus dem britischen Hause Analogue Solutions. Im kompakten Stahlblechgewand und mit rustikalen Multiplex-Holzseitenteilen versehen, begründet Dr. Jekyll den Beginn einer neuen Serie namens SynthBlocks. Kleine Module, welche Dank CV-Minijacks auch Freunde im modulierenden Eurorack-Business suchen. 

„Experimentelles“ Layout

Der Funktionsumfang ist überschaubar, was Sinn der neuen Module ist. Es geht vor allem um die richtige Kombination unterschiedlicher Module, anstatt um die Integration möglichst vieler Funktionen in einer Kiste. Die Verarbeitung ist einfach und funktionell, die Beschriftung etwas verspielt. Die Anordnung der Bedienelemente jedoch scheint mir optisch als auch ergonomisch etwas zu willkürlich.

Große und kleine Klinke

Das rote Gerät verfügt über ein externes 12V-Netzteil (300mA) und ist offensichtlich nicht für den Eurorack-Einbau vorgesehen. Es verfügt sowohl über 6,35 mm TS (große Klinke) als auch 3,5 mm TS (Miniklinke) Audioeingänge und -ausgänge sowie CV-Modulationseingänge für das Filter und CV-Ausgänge für den LFO (Pulse und Dreieck). Der Eingang kann mit einem Stift-Poti im Pegel bis in den Overdrive geregelt werden.

Umfangreiche Filter-Parameter

Das Filter ist 12dB/Oktave steil und bietet einen High- und Low- Pass sowie ein Notch- und Peak-Filter. Mittels Poti kann stufenlos in der Charakteristik von Low über Notch zu High eingestellt werden. Das Peak-Filter bzw. den Bandpass gibt es indes via Kippschalter. 

Ein großer Regler steuert den Cut-Off (Freaq), der Q die Güte bis hin zur Selbstoszillation, sollte noch der zusätzliche Q-Boost aktiviert sein. Selbstredend ist dieser Kippschalter mit „Scream“ beschriftet.

Schneller LFO mit CV-Outs

Der eingebaute LFO kann in Dreieck oder Pulse den Cutoff modulieren sowie mittels Kippschalter und Potentiometer auch in einer größeren Range bis hin zu Audiofrequenzen getrieben werden. So wird in manchen Settings nicht mal die Zuführung einer Quelle benötigt – und die Schaltung singt und schreit im Prinzip von „alleine“. Diese Dualität führte wohl auch zur passenden „bipolaren“ Namensgebung.

Im Großen und Ganzen ist das signalflussmäßig kein Hexenwerk, also lasst uns doch lieber mal etwas hören. Beginnen wir mit einem simplen LP-Filter-Sweep über einer noch simpleren Sägezahn-Wellenform (Ableton Analog Init Preset). Ich beginne ohne Scream und mit nur geringen Q, dann erhöhe ich den Q sukzessive und schalte später auch noch Scream hinzu. Vorsicht, es könnte laut werden! Und das obwohl ich die Lautstärke noch per Edit etwas entschärft habe.

Hear me scream!

Man braucht aber wie gesagt auch nicht unbedingt eine Quelle. Mit Boost und hohen Q führt die Kiste auch eindeutig Selbstgespräche. Dank hoher LFO-Geschwindigkeit kann das sogar ein wenig nach FM klingen. Dazu zwei Beispiele.

Hochtöner noch ganz? Gut, dann weiter im Programm. Auch auf Klampfen wirkt der Filter, allerdings fehlt mir hier dann doch eine Envelope-Follower-Schaltung. Und wo wir gerade beim Fehlen sind: Bypass, den gibt es leider auch nicht.

Fazit

Der Filter sorgt teilweise für mächtig Überraschung, gerade der äußerst schnelle LFO trägt dazu bei. Das ist durchaus ein Alleinstellungsmerkmal. Ich persönlich bin jedoch ehrlich gesagt kein großer Fan von externen Filter, weswegen sich meine Lobesgesänge auch etwas zurückhalten. Man darf jedoch auch nicht vergessen, dass es sich hier ja zunächst auch nur um einen Baustein der neuen Serie handelt, deren weitere Inhalte ich ja noch gar nicht kenne. Der Preis soll wohl bei etwas unter 250 Euro liegen, was gewiss kein Schnäppchen ist. Trotzdem: 4 Sterne!

  • Pro
  • guter, analoger Sound
  • äußerst schneller LFO
  • Scream für Selbstoszillation
  • blendbarer Low- und High-Pass
  • CV-I/Os, Minijack und 6,35 mm TS
  • Contra
  • kein Bypass
  • kein Envelope-Follower
  • Features
  • Modulierbares Multi-Filter
  • 6,35 mm und 3,5 mm Audio Ein- und Ausgänge
  • 3,5 mm LFO-Modulationsausgänge
  • 3,5 mm CV-Modulationseingänge
  • Low-, Band-, und High-Pass sowie Notch-Filter
  • var. LFO Speed inkl. High/Low-Schalter
  • Q-Boost Feature
  • inkl. 12V 0,3A Netzteil
  • Preis
  • ca. EUR 250,-

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